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Sammlung neu-theosophischer Schriften - Nr. 48 - Heil-, Diät- und Lebenswinke (Teil 1 von 3)
mit Beleuchtung der Schutzpocken-Impfung u.s.w., des Vegetarismus , des Heil-Magnetismus u.s.w. Trost und Licht vom heiligen Lebens-Meister kundgegeben für Herzens-Einfältige,da eben diese nur fähig sind zur fruchtbaren Erkenntnis der eigentlichen Wahrheit. (Luk. 10,21)
Zweite, nahezu verdoppelte Auflage (280 Seiten)
Neu-Theosophischer Verlag (Johs. Busch Nachf.) Bietigheim a. E. Württemberg 1895.
„Unser Wissen ist Stückwerk!"
„Einfachheit ist der Stempel der Wahrheit."
„Ich der Herr, bin Dein Arzt."
Inhalt Vorbemerkung * An alle Heilkünstler * Über Schutzpockenimpfung * Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, animalischer, animaischer und göttlicher Magnetismus * Über den Heilmagnetismus * Winke an einen Magnetiseur * Wie erreicht man den geistigen Magnetismus? * Oder vom Weg zur Wiedergeburt * Heilung mittelst Magnetismus * Zum Magnetismus und Gewissen * Vom Wesen des geistigen Magnetismus * Über Vegetarismus, 1.Mose 1,29, Mt.15,11 * Von der ästhetischen und moralischen Seite des Vegetarismus * Zukunft des Vegetarismus und geist. Vegetarismus * Winke für Ärzte und Kranke * Über Kranksein, Heilen und geistige Kur * Wort an einen Kranken, der seine Krankheit selbst verschuldete, und ein Gebet. * Die wahre Heilmethode oder Über Diätetik und rechtes Heilen * Fernere Winke über Physiologie, Diätetik und rechtes Heilen * Wie und wo der Herr heilt. * Grund der Diätetik (Vom Essen) * Lebens-Ordnung nach der Sündfluth, im Noahischen Bunde * Zum Prozesse der Verdauung und Ernährung * Winke zur geistigen Ernährung (aus Johannes) * Winke über den Wein u.s.w.*) * Kartoffel, Kaffee, Tabak * Diätetische Winke vom Herrn * Väterlicher Rat für eine Herzleidende * Für einen Augenleidenden. Mit Winken für Ärzte und Patienten * Ärztlicher Wink * Winke über das Schweinefleisch * Diätetische Winke. Bier * Vom Wesen und Ursache der Cholera * Hungersnot in Irland und vom Wesen und Zweck der Kartoffel * Die Sonnenkur oder Heliophatie * 2. Wie die verschiedenen Lebens-Spezifika aus den Sonnenstrahlen sich mit der Natur verbinden * Nachträgliches über die Diät * Noch ein Auszug von Wichtigkeit für Alle * Diätische Winke bei einer Sonnenfinsternis * Ein Brieflein an einen Arzt * „Morgenstund hat Gold im Mund!" * Über das Wesen der Seele * Über die Krankheiten des Leibes und die natürliche Lebensweise * Warum das Hinsiechen, der qualvolle Tod und de Schmerzempfindlichkeit * Der selige, ruhig Tod * Warum der Leib langsam verwesen muß? * Ein Nota bene. Zur Behandlung des Fleisches. * Winke des Herrn in Betreff der geschlechtlichen Lebens-Ordnung I. * II. (Aus der „Haushaltung Gottes", 2. Teil Kap. 530) *
Es kann dem aufrichtigen Menschenfreunde nicht entgehen, daß die Verwirrung der Menschheit in Materialismus nicht allein den moralischen Verfall bedingt, sondern dieser schlimmste Feind, diese geistige Roheit – so zu sagen – ist auch die eigentliche Pandora-büchse, aus welcher die vielerlei Leiden und Krankheiten entspringen; denn diese verkehrte Richtung führt zu allerlei Genußsucht, und also mehr und mehr vom Pfade der Natur ab; so wie die Seele des Materialisten des innersten Lebenskernes aller Moral: der Religion entbehrt, und dadurch elend wird, und verschlimmernd selbst auf die sozialen Verhältnisse einwirkt, so sinkt dabei auch der leibliche Gesundheitszustand im Allgemeinen stets mehr; und deshalb ist es als eine wahre Wohltat zu bezeichnen, wenn diesbezügliche, auf das eigentliche wahre (dreifache) Wesen des Menschen gegründete Heil- und Diät- und Lebenswinke gegeben werden, deren Befolgung so vielfach sich als echt bewährten. Den wenigen treuen Mithelfenden drücken wir auch hier dankbar die Bruderhand mit der Bitte: - fahret fort im edlen Wirken, denn „die Liebe höret nimmer auf!" und der Himmelsvater, als Urquell der Liebe, des Lichtes und alles Guten wird Euch auch ewig segnen! So möge den redlich Suchenden aus diesen hier in bedeutend vermehrter 2. Auflage vorliegenden Gnadenwinken Heil und Segen ersprießen, und damit die Herzen sich mit Dank und Liebe erfüllen zum heiligen Geber! Amen. D. Hsg.
Empfangen vom Herrn durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 08.01.1875
So Viele von euch geben sich mit der Heilkunst ab, widmen derselben ihr ganzes Leben, studieren und mühen sich ab, wo am Ende - wenn ein 'Doktor' die Wahrheit reden will - er eingestehen muß, daß er NICHTS weiß, und daß es zu viel gesagt ist, ein künstlich aufgebautes Gebäude von Erfahrungssätzen, übertüncht mit lauter griechischen und lateinischen Namen eine 'Wissenschaft' zu nennen, von welcher man doch eigentlich überzeugt sein sollte, daß man blind vor einem Labyrinte von Fakta's steht, wozu der 'Faden Ariadne's' noch nicht gefunden ist. Denn was ist der letzte Schlußsatz, mit welchem Ärzte sich entschuldigen, wenn es nicht geht wie sie wollen? er heißt: 'nicht ich, sondern die Natur heilt!' Nun eben - hier sind wir bei dem angekommen, von wo aus Ich erst anfangen will, und zwar mit zwei Fragen: Erstens, was heißt 'heilen?' und zweitens, was heißt 'Natur?' denn der Satz: 'die Natur heilt' ist zwar gleich ausgesprochen, aber nicht so bald erklärt, und zwar also, daß Jedermann es fassen könnte. Hier will Ich also wieder einen Baustein zu der Grundmauer Meines Erkenntnis-Palastes hinzufügen, damit ihr wieder deutlicher merken sollet, daß, wenn ihr auch viele Wissen-schaften studiert habt, ihr doch nichts wisset. Meine Gewohnheit ist und war stets, wenn Ich etwas erklären will, selbes deutlich und faßlich vor jedermanns Blicken darzulegen, wie die Überzeugung, daß 2 mal 2 vier ergibt; denn nur wenn etwas klar auseinandergesetzt ist, kann es einleuchtend für andere sein. Nun sehet, das erste Wort 'heilen', was es bedeutet und wie es gebraucht wird, wollen wir zuvor untersuchen, ehe wir an das 'wie' gehen. 'Gesundheit' heißt im Allgemeinen ein solcher Zustand, sei es moralisch, geistig oder körperlich, wo der normale Lebensgang aller Organe und deren Funktionen in nichts gestört ist, und der Mensch oder das Tier oder jedes lebende Wesen das Vorhandensein des einzelnen Organs nicht fühlt, oder gleichsam nicht zu sagen weiß, ob und wo es existiert. Sobald nun durch innere oder äußere Einflüsse dieser normale Zustand gestört ist, so fühlt sich das Tier oder der Mensch 'krank', in geringem Maße 'unpässlich'. In diesem Zustand geben sich Schmerzen in den verschiedenen Teilen des Körpers kund und zeigen dadurch an, daß es im ganzen Organismus des lebenden Wesens nicht so geht, wie es sein sollte. Diese Störung nun zu beseitigen, damit die Organe ihre Funktionen unbewußt wie früher wieder weiter führen sollen, dieses heißt man 'heilen', d.h. den Kranken von seinen Übelständen befreien. Nun, dieses Heilen geschieht, wie ihr wißt, auf verschiedene Art und nach verschiedenen Systemen, welche Ich euch anderswo deutlich erklärt habe. Nun fragt es sich aber: 'Was geschieht denn eigentlich bei jeder Heilung, sei es nach was immer für einen Systeme?' Beim Heilen oder Entfernen von Übelständen, die den Menschen oder jedes andere lebende Wesen betreffen, sucht man durch künstlich angewandte Mittel das Bösartige zu entfernen und durch Gutes zu ersetzen, oder man sucht den eigenen Organismus des Kranken so zu reizen, daß die leidenden Organe selbst das ausscheiden, was den Heilkünstlern durch ihre Heilmittel nicht gelingen will, welches eigentlich die sogenannte Heilung durch die Natur selbst ist. Nun - um auf den Grund zu kommen, und um wie einst ein großer Krieger den gordischen Knoten auf einmal zu lösen, wollen wir diese ganze Sache von einer andern Seite betrachten, und dann dahin, wo wir stehen geblieben, zurückkehren. Seht, schon oft habe Ich euch gesagt, daß alles, was besteht, nur geistig als Hauptsache, und materiell als Nebensache zu betrachten ist. Auch hier müssen wir nicht allein die Menschen und alle lebenden Wesen, sondern das ganze geschaffene Universum von einer ganz andern Seite betrachten, um zu dem kleinen Worte 'heilen' und zu dem Satze 'die Natur heilt' mit Vorteil zurückkehren zu können. Alles Geschaffene ging aus Mir hervor, und wurde durch Meinen mächtigen Willen ins Dasein gerufen. Alles, was geschaffen, ist aber nicht das Nämliche, sondern unzählbare Welten, unzählbare Geschöpfe, unzählbare Geister in allen möglichen Stufen bis in Meine nächste Nähe machen das ganze Universum aus. Alles, was geschaffen wurde, hatte und hat noch seine eigene Organisation, seine eigene Art des Entstehens, des Bestehens und des Vergehens, und des Übergehens in andere Formen. Nun fragt sich: "Aus was besteht denn alles?" Seht, schon früher, durch den Vorgänger Meines jetzigen Schreibers (J. Lorber) erklärte Ich euch Mein Ich als Wesen von sieben Geistern oder Haupt-Geistes-Eigenschaften Meines Ichs [s.JL.Ev04. und Nr. NT21 Schlüssel zur Apokalypse]; diese Eigenschaften körperlich materiell betrachtet sind eben auch die Basis alles Bestehenden; denn wie sie geistig alle Mich ausmachen, so machen einzelne von ihnen in verschiedenen Verhältnissen alle kreatürliche Welt und alle Materie aus. Die sieben Eigenschaften herausgetreten aus der Drei(faltig)einigkeit, sind also auch die Hauptsachen in der Schöpfung, welche proportionell die Individuen und Gegenstände bilden, entsprechend in Materie ausgedrückt. Hier kommt aber noch hinzu, daß wie zu kalt und zu warm das nämliche Produkt erzeugen, wovon man bei euch das Sprichwort hat: "die Extreme berühren sich", welches heißen will: eine jede Eigenschaft Meines Ichs kann im höchsten gesteigerten Falle, ohne weisheitliche Umsicht, in entgegengesetzte Eigenschaften sich verkehren, oder wenn Meine Attribute 'Tugenden' die entgegengesetzten 'Laster' genannt werden können, so erhellt sich also auch aus diesem, daß neben Meinen 3 oder 7 Eigenschaften als 'göttliche Eigenschaften' es ebenfalls ebenso viele höllische geben kann, welche bei der Erschaffung von materiellen und immateriellen Wesen und Gegenständen deren Verschiedenheit mitbedingen. Nun gehen wir um einen Schritt weiter und sagen ferner: Alle euch bis jetzt chemisch bekannten Elemente, sei es des Erdkörpers, der darauf lebenden Wesen, selbst des Lichtes, bis auf die von euch festgesetzten und euch unauflösbaren Elemente sind zusammen-gesetzt eben aus materiellen noch feineren Atomen und Elementen, die materiell teils Meine und teils die entgegengesetzten Meines Gegners repräsentieren. Ihr könnt euch auf die Entsprechungssprache nicht berufen, denn ihr verstehet sie nicht; aber seid versichert: sie existiert deswegen doch, und wird euch einst als Geister in höheren Sphären wohl verständlich werden. Wenn ihr nun eine Gegenstand oder was immer betrachtet, so müsset ihr dabei stets denken: dieses Ding oder Wesen ist zusammengesetzt aus Geistig-Gebundenem, als Materie sichtbar oder fühlbar, es enthält Elemente, die dem einen wohltuend, dem andern schadend auftreten können; es enthält geistige Eigenschaften, welche mittels anderer Prozesse, wie z.B. durch chemische, von einzelnen Eigenschaften befreit, oder welchen auch andere hinzugefügt werden können, was dann der Gegenstand oder das Wesen zu etwas Anderem macht als es früher war. Sehet, so habt ihr alle eure Prozesse der Scheidekunst erklärt; denn die Scheidekunst kann alles ändern, aber gänzlich vernichten nichts, weil Ich der Grund alles Geschaffenen, ein unendlicher ewiger Gott bin. Eure ganze Apotheke gründet sich darauf, nur hat selbe den speziellen Zweck, die Dinge so zu bereiten, daß selbe für Tiere und Menschen in Krankheitsfällen tauglich seien. Um euch alles dieses noch deutlicher zu erklären, so erinnere Ich euch an den Regenbogen, wo ihr ebenfalls aus dem weißen Lichtstrahle hervorgehend zuerst die drei Grundfarben, und dann durch deren Mischung miteinander die sieben Farben erhaltet, wo ebenfalls eine jede Farbe eine andere Eigenschaft ausdrückt, und auch ein jeder Strahl chemisch zersetzt - wenn es euch möglich wäre - andere magnetische und elektrische Resultate zeigen würde. Hier ist der Lichtstrahl bloß durch Wassertropfen und prismatisches Glas gebrochen oder zerteilt erklärt; wie aber seine Eigenschaften in allen Gegenständen anders sich brechen, selbst in eurem Auge, in dessen verschiedenen Substanzen und in der Regenbogenhaut, das könnet ihr wohl bemerken; aber doch nicht beim einzigen Blick in die freie Natur enträtseln, welch komplizierter Prozeß da in eurer Organisation vorgeht, nicht zu berechnen den geistigen Eindruck auf Seele und Geist. So stehet ihr überall blind vor allem (in Bezug auf das Eigentlich-Wesentliche), und wäre es nicht 'Mein Wort', das euch manchmal den Schleier Meiner Schöpfung lüftete, ihr wüßtet noch gar nicht, was Leben ist, warum ihr lebet und was die euch umgebende Natur euch sein soll. Nun, nachdem wir genug angedeutet haben, was denn eigentlich die Bestandteile eines jeden Dinges oder lebenden Wesens sein könnten, so gehen wir wieder zu unserer ersten Frage über:
Was heißt also 'heilen'?:
Seht, 'heilen' heißt also nichts anderes als durch andere Mittel, die einem Kranken gegeben werden, die in ihm fehlenden Eigenschaften wieder zu ersetzen, deren Mangel seine Krankheit hervorgerufen hatte , und so den wahren Ausgleich in (seiner) Organisation wieder herzustellen. Nun, um euch einen kurzen Begriff (oder ein Ahnung des Göttlichen) von allem Geschaffenem zu machen, so will Ich euch nur sagen, daß ihr gar keine Idee - keine Vorstellung habt und je haben könnt davon, was für Elemente nur zu einer einzigen Faser eurer Nerven gehören, um selbe zu dem zu machen, was sie im Körper sein soll. Eben dieses Nichtwissen bedingt beim kurzsichtigen Menschen das Probieren, er sucht zu helfen, wendet Arzneimittel an und Ich sage es euch: er weiß selbst nicht, was er dabei eigentlich tut; denn nur die Wirkungen sieht er; das 'Warum' aber kennt er nicht. So geschieht es auch, daß oft Mittel angewendet werden, die zerstören statt aufzubauen, oder die - wie die den Meinen entgegengesetzten Eigenschaften - als Haß, Zorn etc. in dem Organismus den Drang hervorrufen, das Fremdartige augenblicklich zu entfernen, welche im Körper und für ihn in diesem Augenblicke - als Gift anzusehen ist. Hier ist es die Natur oder das Gesetz, nach welchem jedes Individuum gebildet ist, welches - angespornt durch den Mißbrauch seiner eigenen Individualität - mit Zorn entfernt oder ergänzt, was dem Organismus im Ganzen schädlich werden könnte. - Die einen Ärzte wollen zum Zwecke kommen, indem sie der Seele Elemente bieten, womit sie sich selbst helfen soll, dies ist wenigstens der kürzere Weg. Die anderen wollen erst den materiellen Organismus auf die Beine stellen, wo dann die Seele von selber gesund werden solle. Beide übrigens, wenn sie auch reüssieren, wissen nicht, was sie getan haben; denn sie kennen die eigentliche Wirkung ihrer Medikamente nicht, welche geistige Eigenschaften dieselben eigentlich besitzen und wie diese entweder helfend oder zerstörend doch zur Herstellung der Gesundheit beigetragen haben. Nicht ein einziges Mittel könnt ihr Mir vorführen, wo ihr Mir sagen könntet: "Ich kenne den geistigen Prozeß, welchen es im menschlichen Organismus oder in jedem einzelnen Organe hervorbringt." Den geistigen Prozeß euch faktisch zu zeigen, ist selbst Mir nicht möglich, jedoch ahnen könnt ihr ihn, und eben diese Ahnung genügt schon, um von der Wichtigkeit, von der Tragweite eines jeden Schrittes, welchen ihr als 'Heilande' tut, euch zu überzeugen, wie ganz eigens alles gebaut, alles gestaltet ist, und daß - wenn es euch glückt, jemanden zur Gesundheit zu verhelfen, ihr unbewußt getan habt, was ihr nie ergründen werdet; denn das klare Wissen in diesem Punkte hieße in Meine schöpferische Macht selbst einzugreifen, was endlichen (Wesen oder) Kreaturen nie möglich sein wird. So seht ihr, wie 'groß' eigentlich eure Wissenschaft hierin ist, nicht (nur,) daß ihr den Grund der Krankheiten nicht immer oder sehr selten richtig beurteilt, sondern auch die Mittel sind nicht immer die rechten, und wie selbe eigentlich geistig wirken, ist euch gänzlich unbekannt; denn dazu gehören weit feinere Gefühle und geistige Augen, um die Mängel zu erspähen, d.h. was eigentlich normaler Stand, was Überfluß von geistigen Elementen in einem Organe ist, und wie dort das Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann! Beweise zu dem Gesagten sind die Verordnungen der Schlafwachen (Somnambulen, Medien), welche mit schärferen Sinnen begabt Dinge verordnen, sowohl für sich als für andere, die nach euren Begriffen oft dem gesunden Menschenverstande wiedersprechen und doch zur Heilung beitragen. Ihr begnügt euch höchstens mit der Schluß-Formel: "Der Arzt 'kuriert' und die Natur 'heilt'". Ja, der Arzt will helfen, und die ewigen geistigen Gesetze, welche jedem Individuum oder Wesen sein gewisses Quantum von Meinen Eigenschaften in Materie verkörpert angewiesen haben, diese Gesetze heilen, d.h. stellen am Ende ein Gleichgewicht in der Assimilation wieder her, wenn nicht der Mensch von den entgegengesetzten sieben Leiden-schaften soviel verkörpert in seinem Organismus hat, daß kein Ausgleich mehr möglich, sondern das Schlechte die Oberhand gewonnen hat, was dem Verfalle oder der gänzlichen Auflösung gleich zu betrachten ist. - So, Meine Kinder, sehet ihr, wie weit über den sichtbaren Elementen noch ein Zyklus unsichtbarer, unwägbarer Elemente besteht, deren verschiedene Verteilung das Entstehen, Bestehen und Verwandeln bewirkt, wenn nicht die negativen oder schlechten, ebenso feinen Substanzen - Produkte der bösen Eigenschaften -, den Prozeß der drei Stadien: Entstehung, Entwicklung und Auflösung beschleunigen, ebenso sehet ihr, wie viel Geistiges noch unter materieller Hülle verborgen liegt, wo von einem wirklichen Wissen noch lange keine Rede ist; denn der Arzt weiß nicht, was er tut, der Apotheker weiß nicht, was er zusammenmengt, und der Kranke weiß nicht, welch geistigen Prozeß das ihm Gegebene in seiner Organisation hervorbringt. Deswegen ermahne Ich euch: "Seid nicht so stolz auf euer Wissen!" Es ist nicht weit her und reicht nicht weit hin, seid bescheiden und setzet immer voraus, daß der Größte unter euch noch sehr klein vor Meinen Augen ist, wenn er nicht demütig seine Unwis-senheit eingestehen will. Es gibt noch gar vieles in Meiner Schöpfung, wo alle eure Gelehrten mit dem Verstande nichts herausfinden werden, während mit dem Herzen, mit der vertrauenden Liebe zu mir sich die geistige Sehe öffnet, und auch wenn nicht klar sehen - doch ahnen läßt, was noch hinter dem Sichtbaren verborgen ist, und wie das alles nach und nach auf ganz einfache Prinzipien, auf ganz einfache Gesetze Meiner Liebe und Meiner Weisheit sich zurückführen läßt, die stets wirkend, doch (offen oder wenigstens verdeckt) die Hauptursachen alles Bestandes, aller Entwicklung und aller Vervollkommnung ist. Die Harmonie Meiner Gottes-Eigenschaften, die Einheit Meiner Dreifachheit, findet ihr in allem wieder. In den Umläufen der Planeten und Welten, in ihren Entfernungen, in den Einteilungen des menschlichen Alters, in dem materiellen und geistigen Verbande des menschlichen Wesens, in den Farben ergötzen sie euer Auge, in den Tönen erfreuen sie euer Gemüt, und erheben euch weit über die Materie hinaus; ein leises, sanftes, geistiges Rauschen ungeahnter Wonnen durchzieht die Seele, die sich diesen Eindrücken hingibt, sie weiß nicht, wie ihr ist, was ihr geschieht, sie findet keine Worte für diese Sprache, und doch versteht sie diese symbolische Deutung. Sehet dieses und mehreres liegt nur in dem Grundgesetze der harmonischen Einigkeit Meiner Eigenschaften. Wo diese vorwalten, da herrscht geistige Harmonie, geistige Gesundheit, und wo diese Geister im materiellen Körper das rechte Maß behalten, ist ebenfalls Gesundheit, der Mund spricht sie aus, das Auge zeigt es, und die ganze menschliche Gestalt als Ebenbild der Meinungen zeigt euch in harmonischen Linien das ganze Ebenmaß und die große Einigkeit von Körper, Geist und Seele, wie selbe die Dreieinigkeit Gottes im Menschen vorstellen soll. Der Körper soll das äußere Ebenbild einer in ihm wohnenden Seele sein, welche durch den (in ihr wohnenden) Geistfunken göttlichen Ursprungs beide veredelt und zur geistigen Würde erhoben hat, wo dann alle diese sanften und feinen Elemente des geistigen Sieben-Gestirns durchschimmernd erkennen lassen, daß keine Decke, keine Überkleidung so dicht ist, welche nicht den Adel durchblicken läßt, wenn er im Innern seinen Sitz hat. Geist ist alles (im Grunde, s. dazu besonders in Nr. 37 u. 47 Näheres), geistig baute sich die Schöpfung auf, geistig muß die Materie wieder werden, und geistig sind die geschaffenen Kreaturen, geistig können sie zwar auch erkranken, und unreif der Verwandlung entgegengehen; aber auch nur geistig geheilt werden, und zwar mit solchen Mitteln, die am meisten geistig sind und geistig wirken können. Suchet daher, ihr Heilkünstler, den geistigen Verband eines jeden Hilfesuchenden zu ergründen, suchet unter euren Mitteln die sanft-zarten, nicht die entgegengesetzten, Leidenschaften aufregenden Mittel, wie Gifte oder fremdartige Elemente des menschlichen Organismus, sondern versuchet zu erforschen, welche Bestandteile der ganzen Apotheke eueren Kranken anpassen, damit ihr nicht eine Krankheit heilt, aber durch die eingegebenen Heilmittel den Stoff zu anderen im menschlichen Körper zurücklasset. Nicht augenblickliche Heilung zeigt die bewährte Tüchtigkeit eines Arztes - nein! sondern Herstellung eines gestörten Organismus in normalen Zustand, so daß er nicht so leicht wieder zer- und gestört werden kann; dieses sei eure Aufgabe, wozu ihr durch freiwillige Widmung berufen seid! So geht ihr mit Meinen Gesetzen Hand in Hand, euer Urteilsvermögen wird dadurch geschärft werden, besonders wenn ihr euch herbeilasset zu glauben, daß ihr wenig oder gar nichts wisset, und daß, um den Schleier der Isis zu heben, noch gar vieles entdeckt und gelernt werden muß, damit nicht der menschliche Körper samt seiner einfachen und doch sehr komplizierten Organisation ein ewiges Rätsel bleibt, weil ihr nur immer am toten Körper mehr zu lernen glaubt, und dabei die Lebenden ernst und aufmerksam zu beobachten außer acht lasset. Ich müßte ja kein Gott sein und Meine Schöpfung keine göttliche, wenn Ich von euch winzigen Kreaturen in der kurzen Spanne eures Lebensalters schon ganz durchschaut würde.
Daß es eine andere, geistige Welt gibt, das könnet ihr bei jedem Pulsschlage des menschlichen Herzens entdecken, oder bei Untersuchung der Lebenswärme, oder bei jedem Geburtsfalle; überall leuchtet euch da ein mysteriöser Funke in ein großes Labyrinth hinein, wo - wollet ihr sehen - so manches euch zu anderen Gedanken bringen könnte. Schauet euer Gehirn an, seine Windungen, seine Bestandteile usw., und sagt Mir doch aufrichtig: wo sitzt denn der Gedanke, wo die Lebenskraft zu denken, zu schließen, wo ist der Sitz jener hohen Ideen, die ewig die einzig wahren bleiben werden, die Ideen eines Schöpfers, die Wunder der Sternenwelt, die unerschöpflichen Prachtwerke des Mikro- und Makro-Kosmos? Erhebet euren Geist hinweg vom Materiellen; denn dort findet ihr nicht Geistiges mehr, wo das Leben längst entflohen ist, wo der Pulsator, welcher durch alle Räume des (Mikrok.) Leibes-Universums Lebens verbreitet, eben stille gestanden, um neue Vorberei-tungen zu neuem Leben zu beginnen. Erhebet euren Geist! Es ist umsonst, die Welt besteht, aber sie besteht nicht so, wie ihr sie glaubet, sie besteht nach anderen Gesetzen, nach Gesetzen der Liebe und Harmonie; nicht Zufall mengt die chemischen Elemente zusammen, daß sie eure Kali's und Oxyde bilden, es ist ein ganz anderer Zug, welcher alle Elemente zu verbinden sucht zu einem harmonischen geistigen Ganzen, wozu in jedes Atom, in jede Kreatur schon bei ihrem Entstehen der Grund gelegt ist; diesen Grund zu befestigen, wenn er gestört ist, sei eure Aufgabe, diese Harmonie wieder herzustellen, wo andere geistige Elemente Dishar-monie hervorgebracht haben, dieses sei euer Lebensberuf, damit das wahre, gesunde, geistige Leben wieder erblühe, welches z.B. den Menschen zum Menschen macht und ihn befähigt, seiner geistigen Mission obzuliegen, welcher ihr als Menschen nachkommen müsset, wollet ihr euer Ziel als Geister, und eueren Zweck als Ärzte erreichen, damit nicht 'der Arzt kuriere' und 'die Natur heile', sondern der Arzt 'Heiland' werde, wie Ich es bei Meinem Erdenwandel war, wo Ich zwar kranke Leiber gesund machte, aber auch desto mehr Geistiges ausstreute, Geistiges erweckte, und zum ewigen geistigen Fortschritte den ersten Impuls gegeben habe. - Hier habt ihr ein Wort zur Darnachbeachtung, leget es nicht bei Seite, es ist viel darin für den, der die ganze Bedeutung eines Wortes zu bemessen weiß, welches Ich zur Verständigung und ewigen Richtschnur gegeben habe, damit auch die größten Gelehrten doch stets eingedenk sein sollen dessen, was einst Mein Apostel Paulus sagte, als er ausrief: "All unser Wissen ist Stückwerk!" Amen.
Empfangen vom Herrn durch Jakob Lorber, Graz, am 7. Februar 1841.
Das ihr da Wissen möchtet, ist einerseits ein gar kleinlich Ding, wie es ist von der entgegengesetzten Art auch gerade von keiner großen Bedeutung*); denn nehmet einen Baum, der da hätte in sich einen üblen, verderblichen und sogestalt seiner Natur gar nicht zusagenden Saft aus dem Boden der Erde an sich gesogen, so werdet ihr bald an dem Baume sehen, daß seine Blätter ganz verkrüppelt und welk zum Vorscheine kommen, und noch überdies seine Zweige, Neste und Stamm mit allerlei Miß- und anderen After- und Schmarotzer-Pflanzen umgeben werden. Wenn Jemand irgend eine auch nur oberflächliche Kenntnis von der Baumzucht besitzt, so wird er den sicheren Schluß machen, daß da was immer für eine Aufpfropfung anderer Gewächse, die an und für sich noch kränker und schwächer sind als diejenigen, dahin sie gepfropft werden sollen, den zupfropfenden Baum sicher nicht gesund machen werden, sondern es wird eines das andere am Ende gänzlich zu Grunde richten. --- *) d. h. in geistiger Beziehung, D. Hrg.
Oder wird derjenige, dem irgendein Gift beigebracht wurde, wohl geheilt werden durch dasselbe Gift, das ihm ohnehin schon den Dreiviertel seines Lebens genommen hatte? Da wird diese Nachgabe desselben Giftes wohl hinreichend werden, dem Vergifteten noch das letzte Viertel des Lebens zu nehmen (oder doch es zu verderben). Oder könnet ihr in geistiger Hinsicht euch je eine größere Narrheit denken, als so Jemand zu einem Sünder sage» möchte: „Höre Freund! „sündige du nur zu, und du wirst durch die hinzukommenden Sünden sicher „die alten vertilgen; und so du ein Unzüchtler bist, so thue so oft du kannst „deiner Leidenschaft Genüge, und du wirst dich überzeugen, daß du gerade„auf diese Art am ehesten und leichtesten den Sieg über dich und dein Fleisch „davontragen wirst." Und sehet, dieser hat dem Freund einen artigen Rath gegeben; er ist auf diese Art von Einimpfung der Sünde in sein Fleisch von der Sünde losgeworden, weil die Leidenschaft und die lebendige Fähigkeit des Fleisches dadurch wirklich getötet worden sind! Aber nun fraget euch selbst, ob dieser Mensch nach getreuer Befolgung dieses Rates den Sieg des Lebens oder den Sieg des Todes über sich erfochten hat? Ist es denn nicht offenbar, daß man mit dem Werkzeuge des Todes niemals gegen den Tod, sondern sicher allezeit nur gegen das Leben kämpfet. Und der sich nun mit diesen Waffen den Sieg über sein Fleisch erkämpfet hat, der hat wahrlich das Leben getötet und hat auf diese Art dem Tode den Sieg über sich eingeräumt. Denn ihr müsset euch erinnern, dass ein altes Sprichwort noch hie und da unter dem Volke vorkommt, das da sagt zu einer alten Hure oder zu einem alten Bocke: „Siehe die oder den hat die Sünde verlassen!" Nun aber frage Ich. in welchem Verhältniß steht der zum Leben, den die Sünde für sich schon zu schlecht findet? Oder braucht der Tod die Toten gefangen zu nehmen, die lange schon seine Beute geworben sind? Ich aber sage: der Tod geht allezeit auf das offene Feld des Lebens und sucht sich da reichliche Beute für seine Kammern des ewigen Verderbens. So aber Jemand das Leben will erhalten, der muß ja lebendig mit den Waffen des Lebens gegen die Sünde, welche eine vernichtende Waffe des Todes ist, kämpfen. Und so er mit dem Leben in sich ein Meister der Sünde geworden ist, und hat dieselbe übermunden in der Fülle des Lebens, der ist dann doch nur ein Held, der sich mit dem Leben das Leben erkämpfet hat; und wer da gibt das Leben für das Leben, der tut ja wohl, und ist Einer, der da ist voll Weisheit und voll Liebe und voll Lebens; aber wer das Leben gibt für den Tod, wie ist der ein großer Narr! Und wie wenig Licht des Lebens muß dem zu Eigen sein, der das Licht flieht und die Finsternis sucht. O sehet, gerade so, wenn ihr es genau erwägen wollet, verhält es sich auch mit der oben erwähnten Pockenverhinderung durch das Einimpfen; denn die Pocken sind ein angeerbtes Übel der urgeschlechtlichen Unzucht, die von Zeitperiode zu Zeitperiode dann bei den jüngsten Nachkommen ausgereift werden, und haben mit dem ebenso genannten tierischen Übel, das besonders dem Rinde, den Schafen und Ziegen eigen ist, und durch den Stich eines gewissen Insektes bewerkstelligt wird, nicht die leiseste Ähnlichkeit! — Wie sollte demnach der Eiterstoff aus den Pocken der Kühe ein Verwahrungsmittel sein gegen die so genannten Blattern, die sich bei den Menschen einfinden?! — Ich sage euch, diese Behandlung hat noch niemals die Früchte getragen, von denen die (dumme) Menschheit geträumt hat, und hat der vermeinte günstige Erfolg keinen anderen Grund, als entweder den durch diese Handlung begünstigten und fixierten Aberglauben , was jedoch seltener und seltener wurde, da überhaupt (nun nahezu) jeder Glaube bei den Menschen verschwunden ist, und an seine Stelle das so genannte reine Wissen (?!) gekommen ist *); --- *) welch mächtigen Einfluß- Gemüts Affekte selbst auf den Organismus haben, ist ja bekannt, was z.B. Furcht oder Schreck vermag, mir »innern z.B. nur an die Entstehung von Muttermalen (siehe darüber in der Erde, Nr. 5 uns. Schriften, wo die Seelenlehre oder Psychologie eingehender behandelt ist); — die beruhigende Wirkung des Impfens bei einer Pockenepidemie wäre sicher ebenso erreichbar durch irgend einen anderen autorisierten Wahnglauben, der vielleicht noch lächerlicher aber weniger schädlich wäre, als der Impfwahn — aber gewiß am allerwirksamsten ist die volle Kenntnis der Wahrheit, und im Falle einer Gefahr die Stärkung des lebendigen wahren Glaubens und Vertrauens (wie der Herausgeber aus eigener Erfahrung bezeugen darf), doch kann dasselbe durch richtig gewählte natürliche Mittel unterstützt werden; Winke in dieser Beziehung finden sich in einem späteren Abschnitt dieser Schrift. (14 J .später) Indessen ist die Hypnose von der Wissenschaft aufgenommen, und gibt die besten Verweise in unserem Falle! Die Wissenschaft wird die geistigen Einflüsse noch weiter zugeben müssen D Hrg.
oder es ist eine solche Behandlung vorgenommen worden an solchen Kindern, die ohnedies auch so durch ihr ganzes Leben aus doppelten Rücksichten hätten mögen verschont werden, d. h. es ist eben die Generation mit dem Keime dieses Übels behaftet noch nicht zum Standpunkt der Reife gekommen, oder irgend welche Kinder waren von Grund aus nicht mit dem Keime dieses Übels behaftet. Sehet, wenn irgend solchen Kindern eine solche Narrheit eingeimpft wurde, so konnte sie freilich leichtlich Zeuge sein von der Untrüglichkeit dieser Behandlung, im Gegenteil aber die Geimpften zur Zeit der Ausreifung eines solchen Übels davon ebenso gut befallen werden als diejenigen, an denen eine solche Behandlung nicht verübt wurde. Daß man aber dann solche wirkliche Pocken von ärztlicher Seite nicht für Pocken, sondern für einen anderen pfiffig ersonnenen Ausschlag erklärt hat, geschah — wie ihr leicht erraten könnet — nämlich zur Rettung der ärztlichen Ehre. Nun fraget euch selbst, wenn ihr dieses voraussetzet, was Ich euch hier gefugt habe, und dabei nur einen kleinen Blick auf euere Erfahrungen werfet, wozu diese Mißhandlung der Kinder wohl taugen möge?**) --- **) zur Demütigung des Menschendünkels, und besonders der Ärzte, wenn später die Wahrheit siegt, dann wird auch diese die gute Selbst-Erkenntnis fördern, das der Mensch nichts weiß! D. Hrg.
Daß sie nichts nützt, davon könnet ihr vollkommen versichert sein, daß sie aber in vieler Hinsicht dem Menschengeschlechte schädlich ist, ein mattes, abgespanntes Leben bewirkt, Unlust, Untätigkeit, Abgespanntheit der tätigsten Organe des Lebens, und besonders bei dem weiblichen Geschlechte der Geilheit gleich einer spanischen Fliege förderlich ist, dessen könnet ihr versichert sein; denn so ihr das nicht glauben möget, da nehmet die Geschichte zur Hand und vergleichet euere geimpften Nachkommen und auch euch selbst mit jenen vorzeitlichen Generationen, so wird euch doch gewiß und sicher der himmelhohe Unterschied bezüglich der Gesundheit und natürlichen Lebensdauer in die Augen springen. Ich sage euch, so ihr einen Stein ausbohret und gebet in das gebohrte Loch einen Tropfen ätzenden Giftes nur, untersuchet dann den Stein in 20 Jahren, und ihr werdet euch bald überzeugen, welche verderblichen Folgen dieser Tropfen Ätzgiftes in dem Steine hervorgebracht hat, der doch gemacht ist in seiner Natürlichkeit Jahrtausenden zu trotzen. Wenn nun aber dem zarten Organismus des Menschen der Verwesung ätzend Sauergift eingeimpft wird, da wird's euch wohl nicht schwer werden, auf dieses Problem die passende Antwort zu finden. — Ihr werdet nun freilich fragen, und zwar mit Recht und gutem Grunde, daß Ich euch dagegen zeigen möchte ein anderes Mittel zur Verhinderung oder schadlosen Abtreibung dieses Übels; da Ich doch als einziger und alleiniger Erschaffer aller Natur auch alle Natur einzig und allein am allerbesten kennen muß, — und Ich frage euch, daß Ich auch dieses euch tun will; sage euch aber im Voraus, daß Meine natur-mäßigen Mittel mit den geistigen stets gleichen Schritt halten, und so gibt es da keine Universalmedizin, weder für den Geist noch für den Leib. So ihr euch nur ein wenig umsehet auf dem Wege, der da vorgezeichnet ist von Mir zur Erlangung des ewigen Lebens, als stets nur einer und derselbe einfache Weg der Selbstverleugnung und Meiner getreuen Nachfolge, so werdet ihr da sicher nur einen und nicht mehrere Wege entdeckt haben, und das zwar wahrlich aus dem sichern Grunde, weil Ich ganz allein, somit nur Einer, und also ein Weg bin, und bin die alleinige Tür in den Schafstall; und daß es also ist, könnet ihr nicht anders umhin als zu glauben, daß es so ist. Welcher von euch möchte da wohl behaupten, daß es außer Mir noch andere Wege gebe, um zu Mir Selbst als Urquell alles Lebens zu gelangen? Ist denn aber nicht das Leben des Geistes vorzüglicher, denn das Leben des Leibes? oder ist das Leben des Leibes nicht durchaus bedingt durch das Leben des Geistes? (und durch dessen Hülle, nämlich die Seele. D.Hrg.) So ihr aber wisset, daß es für den Geist, wenn er auch — wie immer — krank geworden ist, nur ein Mittel zu seiner Wiederherstellung gibt. aus welchem Grunde solle es denn für das zeitliche Werkzeug des Geistes, dessen Regsamkeit durch denselben bedingt ist, bei allfälliger Untauglich- oder Krankwerdung andere und mehrere Herstellungsmittel geben, als für das Prinzip des Lebens selbst? Sehet hin, da Ich unter den Menschen wandelte auf der Erde, welchen Arzt habe Ich zu Rate gezogen, und welcher Apotheke habe Ich Mich bedient, um irgendeinen Kranken sowohl geistig als leiblich zu heilen? Und welches Arztes und welcher Apotheke haben sich alle Mir vertrauenden Jünger bedient, da sie dasselbe taten, das Ich getan habe? Nun frage Ich euch, bin Ich denn schwächer geworden, oder habe Ich Mich verändert, oder ist Mein Wort nicht mehr dasselbe Wort voll Macht und Kraft und Heiligung für Geist und Leib?! O Ich frage euch, es ist dem wahrhaft nicht also! Ich bin noch immer Derselbe! nur mit dem Unterschiede, daß Ich damals nur jene Menschen heilte, die mit einem lebendigen Glauben sich Mir genähert haben, und Mich darum noch obendrauf lange bitten und beschwören mußten, bis Ich sie erhörte; jetzt aber darf Ich es gar nicht mehr auf eine vertrauensvolle Liebe ankommen lassen, und noch weniger auf eine feste Beharrlichkeit des Glaubens, sondern muß helfen, da Ich nicht gebeten werde, und muß denen heilsam beispringen, die den Glauben gar nicht kennen, damit nicht Alles samt und sonders verderbe und verloren gehe. Sehet, wer demnach jetzt nur mit einem kleinen Vertrauen und geringer Bitte zu Mir kommt, den werde Ich gewiß nicht verlassen und ihm helfen in jeder seiner Nöten, da Ich oft genug Meinen Spöttern und Verächtern sogar noch Hilfe angedeihen lassen muß. Sehet, dieses Mittel, das Ich euch soeben angezeigt habe, ist das allerprobateste, und für den, der eines festen Glaubens ist und voll Vertrauen und Liebe zu Mir, wahrlich, wenn Ich ihm nicht helfen werde, so möge er sich mit allen Giften der Welt einimpft«, assimilieren und einnehmen alle Medizinen aller Apotheken der Welt, und fressen gleich einem Ochsen die heilsamsten Kräuter, so wird dieses Alles ihm gerade soviel nützen, als einem Todtenschädel ein Balsamtropfen. Ich sage euch, ihr könnet den Toten sieden und braten in lauter Lebens-Essenzen, und werdet nicht eine Fieber an dessen Leibe beleben, den ihr einer solchen heilsamen Kochanstalt anvertraut habt; aber höret: Mein Wort aber vermag wohl den Toten die Gräber zu öffnen, und in den Moder ihrer Verwesung neues und ewiges Leben zu hauchen. Daher, so ihr dieses Universal Medikament kennet, daß es zu allen Zeiten die wunderbarsten Heilungen und sogar Totenbelebungen bewerkstelligt hat, was verleitet euch denn, dasselbe jetzt um so wirksamere Mittel hintanzusetzen, und euch dafür mit allerlei Dreck des Teufels zu beschmieren, damit er euch helfe?! O Ich sage euch, vergleichet nur euere Lebensdauer mit der Lebensdauer der Alten, und so werdet ihr gleich finden, zu welchem großen Gewinne es die Verfeinerung euerer törichten Heilkunde gebracht hat. Oder gehet hin in jene Gegenden der Erde, da die Menschheit von der ärztlichen Hilfe noch gar nichts kennet, so werdet ihr finden, daß in einer solchen Gegend die Men-schen von einer Krankheit fast gar nichts, am allerwenigsten aber von einer allgemeinen wissen, und besonders wenn ihre Lebensweise sittlich rein und einfach ist, Desgleichen tuet auch ihr: lebet möglichst einfach! Stopfet eueren Magen nicht unnötigerweise mit allerlei Unrat aus allen bekannten Reichen der Natur, sondern genießet das dem Leibe wohltut: Eine einfache Kost (hpts.) aus dem (dazu) bestimmten Reiche der Pflanzen (besonders, Früchte) und (auch) von denen nur diejenigen, die von Alters her schon für das nährende Brod dem Menschen bestimmt waren. Und das versteht sich von selbst: Alles mit gerechtem Ziele und Maße! so könnet ihr versichert sein, daß euer Leib durch's ganze Leben von keiner Krankheit geplagt sein wird, und ihr dadurch ohne alle Impfung und andere ärztliche Tollheit ein für euch unbegreiflich hohes Alter erreichen werdet; und wenn Ich dann einen solchen Menschen abberufen werde von dieser Welt in Mein Reich, so wird es geschehen so leicht als wie Jemand gar süß einschläft, nachdem er den ganzen Tag über treu, redlich und fleißig gearbeitet hat. So ihr aber alles dieses unterlasset, und dafür euere Zuflucht nehmet zu Impfungen und allerlei Medikamenten, so kommt am Ende als Folge nichts Anderes heraus, als daß ihr für's Erste — bloß in natürlicher Hinsicht betrachtet — schon in den Jahren euerer Jugend Greise werdet, und büßet oft einen Sinn um den andern ein, und werdet blind, taub, bresthaft, verlieret euere Zähne, euere Verdauung, wie auch alle heitere Frische des Lebens, so daß ihr im vierzigsten Jahre eures Lebens mühseliger und krüppelhafter seid, als die Alten im hundertsten Lebensjahre waren; und an allem diesem ist Niemand Schuld als euere eigene Blindheit. Sehet, es geht damit gerade so zu, als so die menschliche Albernheit bei einer nächtlichen Reise in allerlei sehenden und ahnenden Unsinn verfällt, da sie dann am Tage selbst darüber waidlich lachen muß und nicht begreifen kann, einen Baumstrunk für etwas ganz Anderes angesehen zu haben, als eben für einen Baumstock, anderer nächtlicher Torheiten nicht zu gedenken! So ihr aber Mein Mittel im Ernste gebrauchen wollet, so wird auch bei euch der Tag kommen, da ihr einsehen werdet, was für einen Schatz die Welt an ihren unzähligen Torheiten besitzt. Wenn Ich aber sage, daß Ich überall und in Allem und Jedem helfen kann und helfen will, da Ich in allen Meinen Verheißungen getreu bin, so glaubet es, daß Ich Jedem auch bereitwillig in Allem und Jedem sicher helfen werde, so er nur glaubt, daß es also ist, und daß außer Mir an keine Hilfe zu denken ist, sowohl in leiblicher, als vorzugsweise in geistiger Hinsicht. Sehet, die Alten, wann sie schwach geworden sind durch eine eingerissene Sünde, so fasteten sie und taten Buße. d.h. durch's Fasten gelangten sie wieder zur freien Tätigkeit des leiblichen Organismus, und durch die mit demselben verbundene Buße im Glauben richteten sie ihren Geist wieder auf, und wurden dann wieder Menschen kräftigen Leibes und lebendigen Geistes. Ihr werdet fragen: wie so denn? wie ging das zu? Da frage Ich euch: es wird die Antwort nicht schwer werden: Der Magen ist ein natürlicher Handlanger zur Erzeugung nährender Säfte im Leibe. Wenn aber irgend fremdartige Teile sich im Organismus befinden (Material für Krankheitsstoff. D. Hsg.), so werden diese beständig in irgend einem organischen Engpasse festgehalten, so dann der Magen mit allerlei unnützer Speise angestopft wird und derselbe dadurch die Säfte mehrt und drängt, so daß die fremdartigen Teile, statt von ihrem Engpässe zurücktreten zu können und wieder dahin zu gelangen, von da sie weiter aus dem Leib befördert weiden könnten, durch die unablässige Zudringlichkeit der Säfte an dem Ort, da sie sich befinden, auf dem Wege der Assimilation, nur potenziert und dadurch stets hartnäckiger werden; sehet, wenn da statt aller Einimpfung und Medikamenten die gerechte Diät oder Fasten ergriffen wird, und mit diesem verbunden ein fester Glaube und volles Vertrauen auf Mein Wort, daß auch dadurch der Geist als das Prinzip des Lebens gestärkt wird, da fraget euch leiblich und geistig, ob es mit einem solchen Menschen nicht besser werden solle? Ich sage euch, wenn sein Glaube und Vertrauen darnach ist, so möge aus der Verwesung selbst noch ein neues Leben erstehen. Wo aber solche Leibes- und Geistes-Buße mangelt, höret, da ist jeder Kurierte durch Impfung oder Medikamente nur ein waidlich Betrogener, denn da haben die Medizinen das Übel nicht aus dem Leibe geschafft, sondern haben es nur ein geschläfert oder verschleiert, — und glaubet es Mir, es wird sicher die Zeit kommen, da dasselbe Übel vielfach potenziert den Schleier durchbrechen, und dem Leibe und nicht selten auch dem Geiste den sicheren Tod bringen wird. Sehet, so verhalten sich buchstäblich und wahr die Dinge, wie Ich es euch gesagt habe. — Ihr aber führet euere Kinder und euch selbst zu Mir im Glauben und Vertrauen, und wahrlich sage Ich euch, ihr werdet euch überzeugen, daß Mein Impfstoff der beste ist! Amen. Das sage Ich, der große Universal-Arzt! Amen, Amen, Amen.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer am 8. Juni 1878
Hier habt ihr eine Menge Titel von Heilmethoden, die mit verschiedenen Mitteln den Krankheiten entgegenwirken sollen, welche ihr blinde Menschen euch selbst durch Unachtsamkeit, Unverstand und Genußsucht aufbürdet. Alle diese Heilmittel, welche da oben angegeben wurden, haben neben ihrer von den Menschen gefertigten Klassifikation noch eine höhere, tiefere, die ihr nicht kennet, und die euch aufzudecken der Zweck dieses Wortes sein soll, damit doch die Menschheit einmal ersehe, mit welchen Mitteln sie hantiert, und warum so oft das Gegenteil als Resultat hervortritt von dem, was bezweckt werde sollte (oder wollte). Ich führte euch oben die aus fremden Sprachen genommenen Ausdrücke für gewisse Heilmethoden an, weil eben mit diesen Namen nicht allein die Heilart eines jeden Systems von dem anderen strenge abgegrenzt ist, sondern weil auch ihr unter und mit diesen Namen euch besser zurecht findet, während - würde Ich die besser bezeichnenden (deutschen) Namen für diese Heilarten nehmen - die nötige Erklärung hinzugenommen werden müßte, was Ich denn eigentlich damit meine. Da Ich aber am besten weiß, wie Ich mit euch verfahren muß, so habe Ich diese Titel gewählt, und ihr werdet von denselben aus in Meine Ansichten weit leichter eingehen, als von Meiner Beurteilung auf eure Begriffe zurückzugreifen. Eure Gelehrten und Mediziner haben Recht getan, wenn sie ihren Systemen und auch ihren entdeckten Dingen, Gesetzen etc. zumeist Namen aus fremden Sprachen gegeben haben, besonders aus Sprachen verschwundener Völker, weil so - während der Forschungsgeist der Menschen stets Neues entdeckt - doch die Namen, mit denen er die entdeckten Dinge belegt, aus einer Sprache herrühren, die keine Veränderung mehr erleidet, und so das Studium dieser Wissenschaften für alle Menschen, welcher Nation sie auch angehören, bei weitem erleichtert wird. Dieses lateinische oder griechische Benennen schadet dem Ganzen nicht, und nützt dem Studierenden, daß er nicht zu viel Zeit nötig hat, um in seiner Muttersprache Benennungen zu übertragen, welche in älteren Sprachen oft kürzer und einfacher als in seiner eigenen gegeben sind. Wie es nun die Gelehrten und Doktoren machen, so will auch Ich mit diesen Heilmethoden verfahren und will ihnen ebenfalls Namen aus alten Sprachen beilegen, welche eben neben der Bezeichnung auch das Wesen zugleich erklären sollen, warum, wie und wann ein Heilverfahren mit Erfolge gekrönt sein könnte und wann nicht. Denn so wie eure Doktoren von dem perfekten Organismus eines menschlichen Körpers ausgehend auf dessen Fehler und Störungen schließen, sodann die nötigen Mittel anwenden, um die Ordnung wieder herzustellen, ebenso will auch Ich von den Grundprinzipien Meiner Schöpfung als großem Lebens-Organismus anfangend euch klar beweisen, warum der gestraft wird, welcher Meinen Gesetzen entgegen handelt, und nur die Rückkehr zu Meiner Ordnung das gestörte Gleichgewicht zwischen ihm Meiner Natur wieder herstellen kann. - Sehet, Meine Kinder, als Ich die materielle Welt ins Leben rief und zur ewigen Fortdauer, zum Wechsel und Erneuerung des Daseienden die großen Grundgesetze feststellte, nach welchen alles Geschaffene, Wesende sich gestalten, sich vervollkommnen und sich am Ende vergeistigen solle, als Ich dieses bestimmte, wie z.B. das 'Licht', so mußte natürlich beim Lichte auch der Schatten, beim Guten auch sein Gegensatz das Schlechte, bei der Ordnung auch der Drang zur Unordnung, bei Gesetzen die Versuchung zum Dawiderhandeln entstehen. Denn nur so konnte die Materie, deren innerster Grund doch nur Geist ist , einer weiteren Ausbildung fähig sein, und wie - in der untersten Materie gefangen - kosmische Gesetze den freien Willen der höheren Klassen ersetzen müssen, so mußte ein Sündigen gegen das Gesetz, ein Kämpfen und Ringen zwischen Licht und Schatten, zwischen Gutem und Bösen, zwischen Rechtem und Schlechtem da sein, damit die auf diese Art erprobten Wesen als freie sich selbst gestalten, sich selbst ausbilden, sich selbst vervollkommnen können, und so durch die Materie das Geistige läuternd endlich wieder zu ihrem Ursprunge zurückkehrend die ganze Laufbahn als Prüfungs- als Läuterungsweg erkennend das Ziel erreichen, wegen welchem die materielle Welt geschaffen wurde. Nun seht, alles Sündigen gegen Meine Urgesetze ist eben auch nichts anderes als ein Krankwerden, d.h. ein Stören der gerechten Ordnung. Dieses Stören kann herbei-geführt werden durch eigenes oder fremdes Verschulden, durch notwendig bedingte oder auch freiwillige Veränderungen des organischen Baues eines jeden Dinges; - denn 'krank' heißt in diesem Sinne beim Steine ebenfalls, wenn er seiner primitiven Unordnung entgegen andere Verhältnisse eingehen muß, die zwar seine Veränderungen anbahnen, aber durch die inneren geistigen und äußeren materiellen Einflüsse bedingt, seine Auflösung, seine andere Bestimmung, seine Verwandlungen bestimmen und bezwecken müssen; denn so wie er geschaffen, konnte er nicht bleiben, da wie in jeder Kreatur beim ersten Atemzuge Tod und Leben miteinander kämpft, auch in ihm bei der ersten Minute seines Bestehens schon die Veränderungsgesetze auf ihn einwirken. Deswegen könnte man die Krankheiten oder Störungen des natürlichen Prozesses bei allem Geschaffenen in nötige, bedingte oder freie und unfreiwillige einteilen; wie ja auch beim Menschen und bei jeder lebenden Kreatur der Tod oder Übergang von einen Stadium ins andere der Abschluß ist des seit der Geburt angebahnten Störungs-Prozesses des Bestehenden, welcher ebenfalls im Anblick des Bestehens oder der Gesundheit, das ewige Verändern oder Krankheit bis zur Auflösung genannt werden kann. Nun, nachdem wir den eigentlichen Begriff von Gesundheit und Krankheit näher bezeichnet haben, so bleibt uns nur noch übrig, inwiefern denn diese von Geburt aus angefangene Krankheit oder immerwährende Störung des Lebens-Organismus gerecht, und inwiefern selbe nicht am Platze ist. - Alles was besteht, hat, wie Ich es vorher sagte, den Drang des Bestehens, der Veränderns, des Auflösens und des sich Vergeistigens. Einem jeden Dinge ist aber in seiner eigenen Organisation soviel Lebenskraft gegeben worden, daß die Zerstörungseinflüsse der Außenwelt nicht so schnell ihren Zweck erreichen können, sondern daß der Verwandlungsprozeß- und Auflösungsprozeß nur nach und nach, nach gewissen Alter- und Entwicklungsgesetzen sich vollführen soll. Daher wird die Störungs- oder Krankheitsperiode eines jeden Dinges immer durch neu hinzukommende Lebenskraft so lange ausgeglichen, bis das Ding in der großen Kettenreihe alles Geschaffenen seinen Zweck erfüllt hat, zu was es geschaffen wurde. Das Beschleunigen dieses Prozesses durch künstliche Fehler gegen das ange-stammte Naturgesetz bedingt daher die uns sichtbare, näher tretende eigentliche Krank-heit, oder die sichtbare Strafe gegen das Mißachten allgemeiner Naturgesetze. Der Mensch nun, welcher als letztes Glied der Schöpfungen auf eurem Erdball mit freiem Willen begabt tun kann, was er will, dieser freie Mensch, durch seine geistige Gewalt und seine materiellen Leidenschaften gedrängt, wirkt in dieser Hinsicht am meisten ein, sowohl durch Verheerungen der Oberfläche der Erde oder durch Öffnen ihres inneren Schatzes, daß selbst die Erde (welche als Ganzes ebenfalls ein lebender Organismus ist, s. Nr.5 und 47.) in ihren Elementen krank wird, daß sie ihre Bestandteile - seien es ponderable oder imponderable - verändern muß, und so auch wieder auf ihre Bewohner rückwirkend auch diese krank macht, sie zum Auflösungs- und Veränderungsprozeß mächtiger antreibt und dadurch sichtbar hervortretende Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen hervorbringt. - Um nun diese Störungen, Krankheiten genannt, wieder auszugleichen, bemühten sich die Menschen schon in frühester Zeit, heilende Mittel dagegen zu finden, welche ihnen wiedergeben sollten, was sie oft so leichtsinnig verloren haben, das ist die Gesundheit. Je mehr Menschen in den ältesten Zeiten dem großen Schöpfungsplane gemäß lebten, desto weniger wurden sie krank, desto weniger störten sie den von der Natur angewiesenen Verlauf, der ihnen angewiesen war, um ihre Mission als irdische Menschen zu vollführen und die geistige leichter antreten zu können. Sie lebten im Einverständnisse mit der Natur, und ihr eigener Organismus unterlag keiner anderen Störung, als der gesetzmäßigen, welche durch Unbrauchbarkeit der Organe endlich den Tod herbeiführen mußte, da alle anderen Einflüsse durch tägliche Ersetzung von Lebenskraft wieder ausgeglichen wurden. Mit dem Entfernen von diesem Wege traten verschiedene Merkmale ein, welche das gesunde Leben der Menschen bedrohten. Je weiter die Menschen von den Urgesetzen abwichen, desto weniger halfen ihnen die einfachsten, natürlichen Mittel zur Herstellung ihrer verlorenen Gesundheit, desto kräftiger wirkende Mittel zur Herstellung ihrer verlorenen Gesundheit mußten sie suchen, weil die einfachen nicht mehr ausreichten. So sanken die Menschen herab, verkürzten sich ihr Leben und vermehrten sich ihre Leiden, und so entstand nach und nach das, was in früherer Zeit ein jeder wußte, als Wissenschaft Einzelner, welche sich der Heilkunde widmeten. Die erste und leichteste Methode zu heilen war natürlich für diese Heilkünstler: Aus dem, was die Menschen krank machte, ebenfalls auch die Heilmittel zu suchen, und da die Menschen meist durch unmäßigen Genuß materieller Speisen und Getränke oft erkrankten, so suchte man aus dem Reiche, aus welchem die Speisen genommen, auch die Heilmittel. So entstand die 'Allopathie', oder wie Ich selbe nennen möchte: 'die Heilkunst mit der Materie'. Materielles machte die Menschen krank, Materielles sollte sie wieder gesund machen, materiell waren sie selbst geworden, und so korrespondiert (für diesen Zustand) diese Heilmethode mit dem Organismus des menschlichen Körpers am besten, wobei der Mensch im allgemeinen wieder materiell hergestellt wurde (d.h. damals war auch die richtige Erkenntnis des Wesens der einzelnen Kräuter usw. noch untrüglicher), um materiell sich von Neuem wieder ruinieren zu können. So ist auch heuzutage noch diese Heilmethode die weit verbreiteste, welche ihren Ärzten und Patienten für den Moment am leichtesten hilft. Je mehr die Menschheit ins Materielle heruntersinkt, je komplizierter ihre Lebens-weise wird, desto weniger greifen aber die früheren Mittel an, einen Organismus wieder aufzurichten, der so durch Unordnung zerrüttet ist; man griff daher zu Giften; denn die sanften, balsamischen Kräuter, die leichten Mittel reichen nicht mehr aus, den genuß-süchtigen Menschen unter die Arme zu greifen, und so müssen Gifte ersetzen, was mildernde, unschuldige Mittel nicht mehr vermögen. Wenn nun den allopathischen Ärzten viele sterben, wenn sie, so eine Krankheit heilend, zehn andere in den Leib des Leidenden hineinjagen, - Krankheiten, welche mit der Zeit erst wieder hervortreten müssen, - so ist es natürlich, daß die Lebensdauer des Menschheitsgeschlechts stets abnimmt, stets kürzer wird, und die Nachkommen der geschwächten Eltern stets kränker werden. Mitten in diesem materiellen Verfalle, welcher - wenn er so fortginge - zum gänzlichen Aussterben der menschlichen Rasse führen würde, oder zur kürzesten Lebens-dauer wie Eintagsfliegen, erbarmte Ich Mich der Menschheit und erleuchtete einzelne Männer (Hahnemann geb. 1755, gest. 1843, Meßmer geb. 1734, gest. 1815, Priesnitz, Schroth, Rausse, Graham geb. 1794, gest, 1891, Rikli usw., d. Verlag), welche eine andere Heilmethode aufstellen sollten, die nicht auf den körperlichen Organismus des Menschen, sondern auf seine seelischen wirkend und so durch eine höhere Potenz - die Seelenkraft (Lebenskraft, Od, Atma, Prana, d. Hrsg.) - den materiellen Körper und das Gleichgewicht in seinem Organismus wieder herstellen sollte. Diese Heilmethode nannte man 'Homöopathie', oder wie Ich sie nennen möchte: 'Seelen-Heil-Kunde', denn die Seele wirkt in und durch selbe gerade mit den nämlichen Mitteln im kleinsten Maße zur Heilung, welche im großen die Krankheiten hervorbringen würden - und warum? Eben deswegen, weil in Meiner Natur nichts Schädliches ist, sondern nur in der Art und Weise, wie es gegeben und in Quantität und Qualität der Grund liegt, wo das Nämliche entweder Nutzen- oder Schadenbringend ist. Seht, das Wasser ist gewiß nicht schädlich, im gerechten Maße gebraucht, und doch im Überflusse angewendet bringt es euch den Tod; und so vieles. Bei den Arzneien, welche in der Homöopathie gegeben werden, wirkt nicht die Materie, sondern das Geistige der Materie nur; dieses Geistige aber hat sehr vieles Verwandte mit den Stoffen, aus welchen die Seele des Menschen und der Tiere zusammen-gesetzt ist, und wo bei Krankheiten das eine oder andere mangelt, da wird sodann homöopathisch das Fehlende der Seele wieder ergänzt, und so die Ordnung wieder hergestellt. Wenn die Allopathen nur ein wenig aufmerksam sein möchten, so könnten sie leicht entdecken aus den homöopathischen Mitteln, was bei ihrer Behandlungsweise gerade das Schädliche für den Organismus des Menschen ist; allein leider sind diese 'Doktoren' so eifersüchtig und unzugänglich gegen jede Einrede, daß selbst meine eigene Zurecht-weisung sie auf keinen besseren Standpunkt bringen kann. Durch die Homöopathie erhält die Seele ihre Kraft wieder, sie ergänzt sich und arbeitet so seelisch, was der Allopath materiell zu bezwecken sucht. Die (mehr oder minder guten) Wirkungen und die (kürzere oder längere) Zeit, in welcher das eine oder das andere (zu heilen) möglich ist, sowie (andererseits) die Nachwehen des einen oder andern Krankheitsfalles sind die einzigen Merkmale, nach welchen eine Methode der anderen vorzuziehen ist, wobei eben jeder Mensch seiner eigenen Überzeugung (oder Neigung) folgt, und dadurch kund gibt, ob er selbst mehr Materie oder mehr Geist ist! Nächst der Homöopathie steht die Heliopathie oder Sonnen-Heilkunde ('Sonnenkur' genannt) als eine Art, die gestörten Verhältnisse des menschlichen Organismus wieder herzustellen, vermittelst des Sonnenlichtes, sei es in Materie gebunden, sei es durch Einwirkung desselben direkt auf den Leidenden ('Sonnenbäder' von A. Rikli in Triest und Veldes neu eingeführt d.H.). Diese Art und Weise zu heilen, habe Ich euch genauer (durch Jakob Lorber in 'Heilkraft des Sonnenlichtes, d. Hg.) beschreiben lassen, und ihr kennt zum Teil den Grund als auch die Wirkungen davon. Was Ich hier sagen will darüber, sei für jene, welche von dieser Heilmethode noch nichts wissen und doch vielleicht bloß durch sie ganz geheilt werden könnten. - Die Sonne ist der Träger, ihr Licht der Erhalter alles Lebens, ohne die Sonnenwärme, ohne ihr Licht bestünde weder eure Erde noch alle andern die erstere umkreisenden Planeten! Wenn also die Sonne als Erhalterin des ganzen Systems dasteht, so muß sie auch alles besitzen, was zum Erhalten desselben gehört, und eben deswegen, da Erhalten gleichbedeutend mit gesetzesmäßiger Ordnung im Ganzen ist, so muß die Sonne auch die Ausgleicherin der Mißstände sein, da sie sowohl, wie alle ihr unterge-ordneten Weltkörper, Meine Ordnung als höchstes Gesetz erkennen, und nur in selbem fortschreiten können. Die Sonne hat also die Kraft und Fähigkeit, alle Störungen auszugleichen, und wo ein Mangel ist, das Fehlende zu ersetzen, und eben deswegen ist die Sonnenkur eine der einfachsten, aber auch wirksamsten, weil sie, wie die Homöopathie, mit einfachen, geistigen Schöpfungs-Elementen der Seele wieder gibt, was sie durch Verwirrungen eingebüßt hatte. Die Tausende der Mittel der Allopathie sind in der Homöopathie schon auf bei weitem weniger reduziert (Die Schüßlerschen und Weizelschen Mittel sind teils Unterarten der Homöopathie, teils Übergänge zur Heliopathie d.H.), die Sonnenkur vereinfacht sie noch auf bei weitem wenigere, was den Beweis gibt, daß selbst mein großer Weltenbau nur auf ganz wenigen Haupt-Grundgesetzen beruht, und daß, je mehr der Mensch wieder geistig wird und wieder dem Reiche sich nähert, von wo er ausgegangen, er desto weniger Mittel braucht, um seinen Organismus (wenn er gestört ist) wieder so herzustellen, damit eine gesunde Seele in einem gesunden Körper zum Lob und Danke gegen ihren Schöpfer stets mehr vor- und aufwärts steigen kann. *) --- *Näheres in dem besonderen Abschnitt über die Sonnenkur.)
Nächst der Heliopathie oder Sonnenheilkunde, wodurch der große Geisterprozeß im Weltlichen seine Heilkraft bewährt, kommt nun die nächste, nämlich die Hydropathie oder 'Wasserkur'; eine Heilmethode, welche wie in der Sonnenkur mit Licht, in der Wasserkur mit verdichtetem Licht oder verdichteter Atmosphäre auf den kranken Körper (heilend) einwirken will, und zwar hauptsächlich durch die Oberfläche des Körpers auf die innere Organisation (also nicht wie die drei voraufgegangenen Methoden hauptsächlich von Innen nach Außen, sondern mehr von Außen nach Innen. d.H.). Was die Sonnenkur als Heilmethode mit Welten-Äther oder Sonnenlicht, das leistet die Wasserkur mit den Elementen der Erd-Seele, welche in dem Wasser als Mutter alles Geschaffenen auf euerer Erde noch immer die Schöpfungs- und Gebärungskraft besitzt wie einst, wo aus seinem Schoße das ganze Festland hervorgegangen ist, welches noch heute durch diese Mutter genährt, erhalten und seiner Bestimmung zugeführt wird. Menschen, ihr seid Kinder der Erde, und eben deswegen hat auch die Erde, was auf ihr ist und was sie umgibt, materiellen Einfluß auf euer Dasein; und wie ihr auf sie, so kann auch sie auf euch einwirken; daher die Macht des Wassers auf eure Organe, da schon selbst euer eigener Organismus mehr als zu Dreivierteilen ihm angehört. - So wirkt durch die Haut das geistig Schaffende dieses Elementes auf die innere Organisation, und wie Wasser auf und in der Erde ihr Gedeihen, ihre Pracht und Schönheit hervorbringt, so belebt auch euch innerlich und äußerlich der Einfluß des Wassers und macht euch tüchtig, euerer Seele ein gesundes Kleid zu erhalten. (Zwischen Wasser und Wasser ist eben ein großer Unterschied, hier ist wohl lebendiges, fließendes oder Quellwasser gemeint; man sehe auch in Nr. 29II, den Abschnitt - "der Wasserfall". d.H.) Bei der Sonnenkur schon sehet ihr eure Heilmittel auf wenige zusammenschmelzen, hier bei der Wasserkur steht ein einziges da, welches in manchen Fällen speziell heilbringend, im allgemeinen nie zu übersehen (aber auch nicht zu überschätzen) ist. †) Hier mag ein noch ungedrucktes kurzes Wort des Herrn über diesen Gegenstand beigesetzt werden, welches als dritte Frage in einen Zyklus von 10 Fragen aufgeführt ist, vom 29. November 1841: Ist nicht von aller Heilmethode die Wasserkur - die beste für erkrankte leibliche Natur? Antwort: "Ja wohl, und besonders für leidende Naturen der Fische, aber für Menschen gibt es noch eine einfachere und wirksamere; du wirst wohl verstehen, welche Ich meine!" (Das vertrauensvolle Gebet?, d.H.) Wir werden jetzt auf noch feinere, höher stehende Heilmethoden übergehen, dabei das Ende euch zeigen möge, daß wo alles vereint (und alle Bedingungen erfüllt sind) es nie Schaden, sondern nur Gutes bewirken kann. Wir kommen nämlich jetzt auf die nächste Art der Heilung, das ist die magnetische Manipulation, als animalischer Magnetismus bekannt (auch Magnetopathie und Mesmerismus genannt, d. Hrsg.). Seht, Meine Kinder, ein jedes Ding hat einen gewissen Bereich, in welchem es seine Kraft auch auf andere äußern kann, und dieser Bereich ist seine umgebende Atmosphäre, oder sein ihm eigener Dunstkreis. (= Aura, s. den Artikel über das Atmen der Pflanzen u. Steine usw. in Nr. 47 d.H.). Mittels dieses Dunstkreises schließt jedes Ding sich selbst ab, ist aber auch wieder eben durch denselben mit allen anderen Dingen verbunden. Diese Eigen-Atmosphäre (Aura, d. Hrsg.) ist eben diejenige, welche auf andere lebende Wesen oder auch auf nicht lebende Dinge ihren Einfluß ausübt, was bei den anorganischen willenlos, bei den organischen aber (mehr oder weniger) mit Willen und (demgemäß) bewußt angeführt, verstärkt und vermindert werden kann. Diese Lebens-Atmosphäre (= Aura) hat auch ein jeder Mensch, mittelst der er mit seinen Nebenmenschen und der ihn umgebenden Welt stets in Verbindung steht. Diese Atmosphäre als Heilmittel zu gebrauchen, ist schon von altem Datum, und viele gebrauchen und mißbrauchen sie, ohne doch eigentlich zu wissen, was sie getan haben, ohne zu wissen, was sie damit leisten könnten. Unter dem Namen 'animalischer' und 'tierischer Magnetismus' bekannt, ist dieses Verfahren nichts anderes als: durch Willenskraft diese Lebens-Atmosphäre in andere einströmen zu lassen, nach Belieben viel oder wenig, und so Heil ja selbst Unheil (man sehe z.B. in Nr. 44 den Abschnitt über Karneval etc. d.H.) bringend. Hier bei diesem Heilverfahren haben schon die feinsten imponderablen Stoffe der Weltschöpfung begonnen, euch den Einfluß bemerkbar zu machen, unter welchem alles lebt und webt und dem sich nichts entziehen kann. Schon ist es geistige Einwirkung der feinsten materiellen Stoffe, welche dem einen mangelt durch den anderen zugeführt werden, und dennoch ist es nicht der letzte Kursus, wo und wie Heilung gegeben und Wiederherstellung der Gesundheit bewerkstelligt werden kann. Denn an diesen animalischen Magnetismus reiht sich, ja verbindet sich ganz eng mit ihm der animaische Magnetismus oder die Macht der Seele, auf die Seele anderer einzuwirken, dieselbe in Stimmungen und (Trance-, Hypnose- d. Hrsg.) Zustände zu versetzen, wo sie z.B. dann selbst der Arzt und Heiland ihrer eigenen Krankheit werden kann (durch Versetzen in den somnambulen Zustand, hierüber Genaueres in Nr. 12 'Traum des Zorel'. d.H.). Bei dieser Heilmethode ist schon bedingt nicht tierisches, materielles Einwirken, sondern das Höchste und Geistigste, was die Seele hat: ihr Gottesfunke (göttl. Geistfunke, d. Hrsg.) muß hier auftreten (im Manipulierenden), und der Seele (des Leidenden) die Macht verleihen, das Band zu lockern, welches dieselbe an ihren Körper bindet, ihr das geistige Auge öffnen, damit sie selbst die Schäden ersehe, welche ihren Organismus beeinträchtigen, und sie so Selbstheiland werde, während sie bisher nur andere kurieren mußten. Hier bei dieser Heilmethode sind die Schranken geschwunden, die den (Selbst-)Arzt an sein Ich, an seine Erdscholle und ihre Produkte knüpften; Zeit und Raum haben sich da vereinigt in dem Begriffe der Ewigkeit, keine Finsternis herrscht, nur Licht, Licht überall, außer dem materiellen Körper, ihre Verbindung mit dem Geisterreiche, ihre Stellung zu Mir, dem einzigen großen Schöpfer und liebenden Vater! (Man lese den 'Traum des Zorel' im 4. Band Johannes, welches als Norm des Somnambulismus mit seinen 3 Stadien zu bezeichnen ist, auch die Seherin von Prevorst nennen wir hier. d.H.) (Die Magnetiseure vermeiden jetzt diesen Zustand. d.H.) Könnten oder wollten alle Menschen auf diese Art heilen, sie würden dann erst ihre Blindheit beweinen müssen; aber es ist nicht möglich, daß diese Menschen diesen Stand-punkt erreichen, wenigstens nicht im allgemeinen, weil dazu selbst ein hoher geistiger Standpunkt gehört; man muß zuerst selbst als edelstes Wesen dastehen, bevor man auf den Gebrauch von Kräften Anspruch machen will, welche eben wieder das Höchste und Edelste in andern erwecken sollen. So wie es dem Heilenden nicht leicht möglich ist, dahin zu gelangen, ebensowenig ist es möglich, dort Edles zu erwecken, wo keines vorhanden ist. Es gehört also ebendeswegen ein hoher Grad von Geistes- oder Seelenschönheit dazu, daß solche Heilungen (durch Somnambulismus, d. Hrsg.) hervorgerufen und bewerk-stelligt werden können, daher die Seltenheit derselben; daher der viele Mißbrauch, daher die vielen Enttäuschungen, welche an solche Kundgebungen oft geknüpft sind! Heilen ist leicht, aber - erst muß der Standpunkt ereicht sein, wo alle Natur-Elemente euch zu Gebote stehen, aber eben dieses Wiedergeborenwerden ist nicht leicht; da wo es aber blüht, da tritt dann auch der letzte und höchste Magnetismus ein, der göttliche, wo auch Ich mit dem Magnetiseur Meine Hand ausstrecke, und mit einem Worte, mit einem Gedanken heilen kann und werde, wenn es überhaupt vorerst nur aus reinen Absichten von Seite des Magnetisierenden verlangt wird, und es auch in Meinen göttlichen Plänen liegt, wirklich zu heilen. In Meinem Namen zu heilen ist das Höchste, Einfachste und Wirksamste, aber es nicht jedem gegeben, denn dazu gehört viel, ja sehr viel, eine selbstreine Seele (d.h. Eigenlieblose, von allem Selbstischen gereinigte Seele, die ihren eigenen Willen in dem des Herrn aufgehen läßt, und von barmherziger Liebe zu dem leidenden Nebenmenschen und Sehnen zu helfen erfüllt ist.), ganzes Vertrauen und hohe Begeisterung, die die mensch-liche Seele aus dem Schlamme des Irdischen heraushebt, um sich Mir zu nähern; nur dann ist solches möglich, ausgenommen die Fälle, wo Ich Selbst einem oder dem andern den Auftrag in sein Herz lege, in Meinem Namen seine Hände auszustrecken. (Man vergleiche auch Predigt 29 und 44, d.H.). Wenn Ich einst sagte: 'Wenn ihr ernstlich wollt, so heben sich die Berge hinweg und stürzen sich ins Meer', so war mit diesen Worten gesagt, daß wenn ihr Menschen euch mit Meinem Willen so vereinigen könnet, daß der euere nie gegen Meine Pläne, gegen Meine göttlichen Absichten anstößt, dann könnet auch ihr vollführen, dessen Ich Selbst fähig bin, und es gehorchen auch euch alle Elemente der Natur, wodurch natürlich auch eine Heilung ein Leichtes wird. Aber bis dorthin zu kommen ist eine weiter Weg, ist viel Vertrauen, ist weite geistige Fernsicht nötig. Nicht im Irdischen Befangene können mit den Elementen schalten und walten, nicht Halbgläubigen und Halbfrommen ist es gegönnt, mit Mir im Bunde Dinge zu verrichten, die auch Ich nur einst Selbst - und nur ausnahmsweise Meine Jünger - auszuführen fähig waren. Zu dieser letzten, alleinig großen Heilmethode gehört weit mehr, als ihr alle glaubt, gehört diese große Zuversicht, wie Henoch einst sie zu Mir hatte, und welche nicht so leicht zu erringen ist. (Siehe in Nr. 1 a u. b.) Strebet danach, aber verlangt sie nicht, bis Ich solche jedem selbst gebe. Denn ihr wisset nicht, was ihr verlangt, da ihr die Verantwortlichkeit nicht fassen könnet, welche auf euch dann gelegt ist, damit ihr oft trotz des besten Willens keinen Mißbrauch davon macht. Überhaupt wünscht euch keine außerordentlichen Verhältnisse, sie sind nicht immer das, was ihr wähnt; je mehr Macht einem verliehen ist, je mehr er die geistigen Verhältnisse von den materiellen zu unterscheiden weiß, desto schwerer sein Stand in der Welt, desto größer die Versuchungen, desto größer die Verleugnung, in den Verhältnissen zu wirken, in welche er durch Mich gestellt worden ist. - (Das gilt z.T. auch von echten Vater-Medien d.H.) Sehet, Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, animalischer, animaischer und göttlicher Magnetismus - alle sind Stufen zur höchsten Erkenntnis; so steigt eure Wissenschaft, so wie die Menschen im Ganzen und der Mensch im Einzelnen, von Materie zum Seelischen, vom Seelischen zu Geistigem, bis am Ende zum Höchsten zu Mir empor. So geht es in Meiner Schöpfung, so in den Bestrebungen des geistig-seelischen Menschen, vorerst muß er sich aus der groben Materie des Weltlebens herausarbeiten (s. das Wort vom 10.November 1872: 'Die Arbeit' in Nr. 43 unserer Schriften), dann zum Seelenleben aufsteigen, wo das Geistige in ihm seinen Wert geltend machen will, sobald die Seele dann vergeistigt mehr Geist als Seele geworden ist, sodann sind auch die Eigenschaften derselben erweitert, vergrößert und können dann Dinge bewirken, die der gewöhnliche Mensch als Wunder anstaunen wird, eben weil er nicht mit den geistigen Gesetzen der Weltenschöpfung vertraut ist und nie begreifen wird, wie am Ende, wie bei Mir Selbst, nur Mein Wille Welten mit dem Worte 'Es werde!' erschaffen konnte, während die nämliche Kraft nur in gebundenem Zustand in jedes Menschenherz gelegt ist; aber um sich dieser Kraft bewußt zu werden, gehört vorerst eine große Buße, jene große Reinigung dazu, auf daß Ich, der Allerreinste, Mich mit ihm vereinigend, Meine Macht durch ihn wirken lassen kann! So wie diese Heilmethoden stufenweise aufwärts steigend in Mir ihren Endpunkt finden, so steiget auch ihr von Grad zu Grad, von Stufe zu Stufe, wo dann sich auch euer geistiger Gesichtskreis erweitern wird, und ihr wie in einem Luftballon emporsteigend die unter euch liegende Welt im größeren Maßstabe erfassend euere frühere beschränkte Ansicht belächeln werdet. Deswegen wieder ein neues Wort an euch, um euch eine Stufe höher zu führen, wo, das Weltliche mehr noch zu eueren Füßen liegend, ihr wie auf hohen Bergen Himmelslicht einatmend und Meine Nähe ahnend euch tüchtig machen könnet, stets bessere Arbeiter in Meinem Weingarten zu werden! Lasset jedes Pathos (Pathos = Leiden, Leidenschaftlichkeit, formell, kömodienhaften Schein, d.H.) zurück und werdet vorerst selbst gereinigt, geheilt, wollet ihr einst andere heilen! – Dies ist Mein Vaterwort hierüber an euch, die Ich alle so liebe, und derentwegen Ich so viele Zeit verwende, um euch mit vielen Worten begreiflich zu machen, wie einfach die Gesetze der Natur sind, und wie einfach Ich Selbst bin, indem alle Meine Schöpfungen nur das euch zeigen und predigen, was Mein Ich ausmacht, das heißt 'Liebe' und nur 'Liebe!' Amen.
Empfangen durch Jakob Lorber am 12. Juli 1841
Antwort auf die 6 Fragen:
1. Welche Menschen besitzen die Gabe, zu magnetisieren? Welche sind magnetisierbar? Und wie ist die Gabe zu erlangen? 2. Sind die Angaben, Äußerungen magnetisierter Personen über eigene oder fremde körperliche Gebrechen, Krankheiten und über deren Heilmittel jedesmal richtig und glaubwürdig? 3. Treten magnetisierte, somnambule Personen in scheinbaren oder in wirklichen Verkehr mit solchen von der Welt abgetretenen, in die Seligkeit eingegangenen Menschen? 4. Warum vermögen sich magnetisierte Personen im wachen Zustand der Ereignisse und Reden, die sie im magnetischen Zustande erlebten oder selbst taten, nicht zu erinnern? 5. War den alten jüdischen und christlichen Völkern der Magnetismus bekannt? 6. Ist es recht, daß manche Regierungen das Magnetisieren verbieten? Wäre nicht vielmehr eine größere Verbreitung desselben für die Menschheit, und unter welchen Bedingungen, wünschenswert?
Hierauf antwortete der Herr, unser allerliebevollster Vater, Nachfolgendes:
Wenn ihr die Mitteilungen sowohl aus dem Gebiete der »Zwölf Stunden« wie auch diejenigen im Anschluß zum »Mond« sowie die viel früheren über die beiden Pole der Erde genau in vergleichende Erwägung ziehet, so dürftet ihr beinahe selbst finden, daß einige dieser Fragepunkte überflüssig sind - so zum Beispiel: Warum sich Magnetisierte in ihrem wachen Zustande alles dessen nicht erinnern können, was sie in ihrem isolierten, seelenwachen Zustand getan und gesprochen haben. Ebenso (überflüssig) ist auch die Frage, ob magnetisierte Personen in wirklichen oder Scheinverkehr mit den Abgeschiedenen treten. Denn was soll hier das »scheinbar« oder »wirklich« besagen? Oder vermöget ihr in eurem körperlichen Zustand entweder in eine wirkliche oder scheinbare Verbindung einzutreten? Wenn aber ihr dieses nicht vermöget, wie soll es die Seele vermögen, die da ist ein wohlbereitetes Aufnahmegefäß, vermöge dessen sie nur imstande ist, das aufzunehmen, was ihr wirklich entgegenkommt, nicht aber auch das, was ihr nicht entgegenkommt. Solange sie im Körper ist, mag sie wohl scheinbare Bilder, welche in dem Gedächtnis haften, beinahe für wirkliche aufnehmen. Allein selbst bei dieser Aufnahme, so ihr die Sache tiefer beleuchten wollt, hat es mit dieser Scheinbarkeit einen bedeutenden Ungrund. Denn fraget euch selbst: Woher rührt denn das Bild im Gedächtnis? Und die Antwort, die ihr euch selbst geben müsset, kann keine andere sein, als daß ihr saget: Es rührt von einer Wirklichkeit her. Ja selbst wenn die Seele gewisserart phantastische Bilder in sich erschaut, die in der Wirklichkeit nirgends vorhanden sind, da werdet (zwar) ihr sagen: Es müssen doch nur lauter nichtssagende Scheinbarkeiten sein. Ich aber sage euch, daß diese Behauptung einen doppelten Ungrund hat. Denn fürs erste kennet ihr die Formationen und all die zahllos vielen Gebilde in eurer Körperwelt noch durchaus nicht (wie zum Beispiel jene euch zunächstliegende, für euch aber gewiß überwunderbare Bildung auch nur eines einzigen Haares auf eurem Haupte) -, um wieviel weniger erst jene unendlichen Mannigfaltigkeiten in der kleinen, ursprünglichen Tierwelt. Wenn nun die Seele eines feiner organisierten Menschen gewisserart leidend - ohne zu wissen wie und woher - zur Anschauung solcher in der Wirklichkeit vorhandenen Formen gelangt, saget, rühren diese nun von einer phantastischen Scheinbarkeit oder von einer unphantastischen Wirklichkeit her? Und fürs zweite, so die Seele aus den vorhandenen Wirklichkeits-Abdrücken in sich neue Bilder zusammenstellt, rühren diese von einer Scheinbarkeit oder Wirklichkeit her? So ihr dieses nur ein wenig durchdenket, so wird es euch ja augenblicklich klarwerden müssen, daß aus nichts durchaus nichts gemacht werden kann. Oder könnet ihr wohl behaupten, daß ein Spiegel auch imstande sei, irgendein formelles Gebilde (das gar nicht existiert) auf Augen zu werfen? Die Unmöglichkeit werdet ihr sicher ohne weitere Erklärung einsehen. So aber die Seele als Aufnahmegefäß gleich ist einem nach allen Seiten überaus fein polierten Spiegel, woher und wodurch soll sie dann in Konflikt mit allerartigen Wesen treten, wenn diese ihr nicht irgend in aller Wirklichkeit objektiv begegnen werden? Solches wäre unmöglicher, als daß jemand von seinen eigenen Gedanken aussagen möchte, er habe manchmal wirkliche, manchmal bloß scheinbare Gedanken. Ich aber sage euch: Wer da vermöchte scheinbare und wirkliche Gedanken voneinander wohlbegreiflich abzusondern, den müßte Ich ins uralte Testament, und zwar in die Gesellschaft des Adam verweisen, und zwar in jene Zeitperiode, da Adam, durch die Lüge der Schlange verleitet, weiser und verständiger werden wollte als Ich Selbst. Aus diesem möget ihr wohl hinreichend entnehmen, daß die dritte Frage ein wenig aus hohler Luft gegriffen ist. Und so ist auch die fünfte Frage ein wenig verdächtig, wenn ihr bedenket, daß der sogenannte (Heil)Magnetismus oder vielmehr das sogenannte magnetische Fluidum nichts anderes ist als Mein alles gestaltender, ordnender und erhaltender Liebe-Wille. Wenn ihn die Alten auch nicht unter diesem neuerschaffenen, »wissenschaftlich« törichten Namen kannten, so kannten sie ihn aber der Natur und der Wahrheit nach unvergleichlich besser als die gesamte gegenwärtige Generation der Erde. Was waren denn jene euch mehr oder weniger bekannten Wundertaten des Geistes von seiten der alten, frommen Patriarchen und Seher? Was waren die von Mir den Aposteln, Meinen ersten Nachfolgern, befohlenen Handauflegungen zur Heilung der Kranken in aller Liebe und lebendigen Glaubensfestigkeit? - Sehet, diese waren nichts anderes als im vollsten Sinne das, was ihr heutzutage - unverständig genug - »Magne-tismus« nennet! Wenn ihr die Sache so recht vom Grunde aus verstehen wollet, so denket euch Mich Selbst als den Grundmagnetiseur. Wenn ihr nun fraget, welche Menschen das Vermögen haben zu magnetisieren, so wird sich etwa doch die Antwort von selbst geben, daß nur diejenigen Menschen, welche entweder durch die Liebe oder wenigstens durch den Glauben mit dem Grundmagnetiseur in Verbindung stehen, auch nach dem Grade der Liebe oder des Glaubens nur allein fähig sind, die Hände auf ihre Brüder zu legen und sie dadurch zu heilen von jeglicher Krankheit. Freilich gibt es auch Menschen, die - ohne Verbindung mit Mir durch die Liebe oder den alleinigen Glauben - eines festen Willens sind, sei es zum Guten oder zum Bösen (Hexerei), welche Menschen auch mit Recht Eigenwillige oder in arger Hinsicht auch Eigensinnige genannt werden können. Dieser Eigenwille ist das gewöhnliche Produkt von irgendwelchen Begründungen. Und je wonach oder worin sich ein Mensch also begründet hat, danach richtet sich auch unabänderlich sein Wille und sein Sinn. Ist eine solche Begründung mehr gestellt auf irgend etwas aus Meinem Worte unrichtig Aufgefaßtes, so kann ein solcher Mensch zwar auch die andern Menschen magnetisch behandeln und sie unterziehen der Kraft seines Willens und dem auf demselben gefesteten Glauben; allein ein solches sogenannte Magnetisieren bewirkt nur die euch bekannten Erscheinungen in diesem Fache, wodurch die beabsichtigte Heilung entweder nur sehr langsam und selbst da nicht durch das eigentliche Auflegen der Hände, sondern mittels der Beihilfe von selbstver-ordneten Medikamenten vor sich geht, welche aber wieder eben nur durch den Glauben eine halbe Wirkung hervorbringen. Aus diesem aber könnet ihr ersehen, daß Menschen von einem gewissen festen Willen von Mir gewisserart unabhängig solche Handlungen begehen und verrichten können - aber, »wie die Kraft, so der Effekt!« Nach diesem Maßstabe haben dann wohl freilich nur gewisse Menschen die Fähigkeit zu magnetisieren. Aber auf dem Wege der Wahrheit kann solches ein jeder, der mit Mir in Verbindung steht. Ebenso sind auch für solche »Halbmagnetiseure« nur gewisse Menschen magnetisierbar, und zwar nur solche, welche von mehr schwacher Bildung sind und auch einen sehr schwachen Willen besitzen, ja manchmal sogar gänzlich willenlos sind und lediglich von dem Willen des Magnetiseurs abhängen. Wenn da ein solcher Magnetiseur oder besser »Eigenwillensstreicher« sich in seiner Willensstreicherei von der betreffenden Person entfernt oder nach eurem Kunstausdruck »sich außer Rapport stellt oder sich wenigstens stellen möchte, so ist dann eine solche bestrichene (Person) elend (daran, und zwar) wenn sie stark bestrichen worden wäre, daß dadurch ihre Seele vermöge der Überfüllung notgedrungen aus dem Körper treten müßte und dann bei solcher Rapportauflösung nicht mehr in den Leib zurückkehren würde, und würde sie sich zurückbegeben, so träfe sie ein für allemal einen zehnmal geschwächteren Leib, als sie ihn früher hatte. Wenn aber der Magnetiseur ihr nur wenige Striche gegeben hätte und sich darauf absonderte, so ist eine solche Behandlung so gut wie gar keine und gleich einer Liebeserklärung an ein Mädchen, das der Erklärende gleich nach der Zusage wieder sitzen läßt. Menschen aber, welche an und für sich auch einen ziemlich festen Willen besitzen, werden von einem solchen Magnetiseur entweder ganz fruchtlos behandelt, oder er bringt solche Patienten kaum zum Gähnen, und zwar aus diesem Grunde, weil ein jeder Wille in einer gewissen eigenen Überzeugung, ob richtig oder falsch, sich begründet und dadurch seine Organe in Tätigkeit setzt, ein jeder Wille aber, wenn er nicht mit dem Meinigen in Verbindung steht, ein eigener und eigentümlicher ist. Wenn nun der Magnetiseur bei seiner Behandlung auf einen solchen, seinem Willen entgegenstrebenden Willen stößt, so ist dann das beabsichtigte Faktum ein fehlgeschlagenes und kann sogar auf den unklugen Magnetiseur eine sehr nachteilige Rückwirkung haben, besonders bei solchen Personen, die entweder von sehr sinnlicher Natur sind (welche von einer inneren stummen Besessenheit herrührt), oder aber besonders dann, wenn die zu magnetisierende Person gar von offenbar bösen Geistern besessen ist. Wenn aber der Magnetiseur durch Mich seine Hände auflegt und Meinen allmäch-tigen Willen »durch sich fließen läßt«;, so braucht er, mag was immer für ein Mensch ihm zur Heilung vorgelegt werden, ihm nicht auch nur einen Strich zu geben, sondern nur lediglich seine gereinigten Hände dem Kranken in Meinem Namen aufzulegen, und es wird schon auf dem Wege des alleinigen Glaubens besser mit dem Kranken. Wer aber solches tut aus der lebendigen Liebe, bei welcher der allerlebendigste Glaube schon ohnehin von selbst sich versteht, wahrlich, sage Ich euch, da mag Luzifer selbst jemand geistig und leiblich plagen, so wird er ihn aber doch schon sogar durch den Blick und durchs Wort - vor der Händeauflegung - verlassen müssen. Ein solcher eigentlicher Magnetiseur kann nicht nur allein jeden Kranken heilen, sondern wenn es zur Verherrlichung Meines Namens nötig ist, auch Tote erwecken. Wenn ihr nun dies alles recht betrachtet, so ist dadurch auch die letzte Frage schon wie völlig gelöst. Freilich was den Eigenwillens-Magnetismus anlangt, da sage Ich: Es ist in jeder (guten) Hinsicht doch immer etwas besser als gar nichts; aber in arger Hinsicht besser nichts als etwas. Denn eine arge Magnetisierung ist um nichts besser als ein zeitweiliges Besessenmachen von einem argen Geiste, wogegen die bessere Art (des Magnetismus), wenn sie nur ein wenig mit Mir in Verbindung tritt, doch wenigstens nach und nach der gar blinden Menschheit zeigt fürs erste, daß außer den Kräutern noch bessere Heilkräfte wirken, und fürs zweite, daß in dem Menschen eine unsterbliche Seele und ein unsterblicher Geist wohnen. Und in dieser Hinsicht ist es höchst unbillig, aus was immer für einem läppischen Grunde solches in einem Staate zu verbieten. So aber jemand eine solche Eigenschaft aus Mir besitzt, der lasse sich nicht abschrecken von der weltlichen Gewalt, sondern glaube fest, daß er im Besitze Meines mächtigen Willens noch Größeres zu leisten imstande ist, als allein Kranke gesund zu machen und bei außerordentlichen Fällen auch Jüngstgestorbene ins Leben zurückzurufen. Wie aber irgendein Künstler sich von einem Orte entfernt, da er keinen Kunstsinn antrifft, desgleichen tue um so mehr ein Gnadenbegabter. Denn eine solche Gnade ist doch sicher über alle Kunst erhaben. - Am besten aber ist für diese Zeit, daß jeder das Gute übe im Verborgenen, um Ärgernis zu vermeiden. Daher wirket das Gute im Verborgenen und fürchtet nicht die Blindheit der Menschen, die euch schwerer verfolgen, als ihr ihnen entgehen könnet. Denn Ich will den Schall eurer Tritte, so ihr euch gegen Morgen wendet, also leiten, daß er den Blinden ans Ohr gelange, als käme er vom Abende; und da möget ihr vor wirksamen Nachstellungen der Blinden wohl sicher sein. Überdenket alles dies und fasset es gläubig tief in euer liebendes Herz; dann werdet ihr erst völlig begreifen, und zwar in der Tat, was ihr jetzt im Worte vernommen habt. Amen. - Dieses sagt euch der große Grundmagnetiseur. - Amen.
Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 10. Oktober 1870
Mein lieber Sohn, du fragst Mich, was diese Erscheinungen zu bedeuten haben, welche du öfters bei geschlossenen Augen siehst und möchtest nebenbei auch wissen, ob solche Erscheinungen etwas Wirkliches an sich haben, und ob selbe nicht noch mehr ausgebildet, deinem Verstande mehr begreiflich werden könnten. Auf diese deine Frage antworte Ich dir, daß diese Erscheinungen nur das Produkt von erregter Tätigkeit deiner eigenen Sehnerven sind, welche bei deiner magnetischen Manipulation stets mehr angeregt und in einen sehr reizbaren Zustand versetzt werden. Du möchtest nun fragen: 'Wo kommt dieses aber her?' Auf diese Frage will Ich dir auch antworten, weil du ein eifriger Sucher bist, aber noch nicht den rechten Weg gefunden hast. Sieh, auf eurer Erde habt ihr verschiedene Arten, Kranken zu helfen oder sie gar zu heilen. Dieses geschieht entweder, daß man auf den kranken leidenden Teil direkt einzuwirken sucht, wie in der bei euch sogenannten Allopathie, oder durch die Seele, wie in der Homöopathie, oder man versucht durch Sonnenmittel als geistigere Produkte als die früher genannten das Fehlende zu ersetzen, oder man greift zu den ersten Hauptelementen, die Meine ganze Schöpfung zusammenhalten und selbst zum Fortbestehen zwingen, zum Magnetismus und der Elektrizität, soweit selbe in der materiellen Welt gebunden überall zu finden sind, und selbst eure Körper Leiter für diese gewaltigen Kräfte Meines Willens sind. Du hast die Macht dieser Weltfaktoren empfunden und wendest den anima(l)ischen (Lebens)Magnetismus deines eigenen Körpers und Seelenkomplexes an, um anderen das Fehlende zu ersetzen und ihre Lebensmaschine wieder in Gang zu bringen. Was du tust und wie du es tust, hat dir schon manche schöne Resultate, aber auch manche bittere Täuschungen gebracht.
Nachdem du nun schon den mehr geistigen Weg betreten hast, deinen Mitmenschen zu helfen, so will Ich dir eine noch größeren Magnetismus zeigen, als dein eigener Wille ist, und dieser Magnetismus ist Mein eigener Wille. Wenn du diesen mit dem deinen zu verbinden verstehst, so wirst du noch größere Resultate damit erreichen als bisher, nur mußt du diese Mittel, so wie Ich sie dir gebe, d.h. umsonst auch wieder deinen Mitmenschen angedeihen lassen. Wenn Du bei jeder Handauflegung Mich vorher anrufst, Mir alles überläßt, so wird nicht dein materielles Lebensfluidum, sondern Mein Segen die Kranken heilen, und ihnen eben dadurch beweisen, daß nur Ich (und kein Arzt, welchen Namen er auch nach seinem Heilverfahren haben möge), geeignet bin, zu helfen. Versuche es einmal, und du wirst erstaunen, was unerschütterliches Vertrauen in Meinen Willen vermag. Bis jetzt strengtest du deine eigene Naturkraft an, günstige Resultate zu erlangen; du versetztest dich in eine höhere Stimmung, soweit es deine Nerven erlaubten; nach vollendeter Manipulation blieb in dir eine Schwachheit zurück und ein Zustand von Reizbarkeit derjenigen Nerven, welche beim Magnetisieren am meisten beteiligt sind, wie das Auge, woher die späteren Gebilde, die sich auf der Netzhaut zeigten und dir gleich Nebelbildern vorschwebten, langsam aufleuchteten und langsam sich umstaltend wieder in andere Gebilde sich verwandelten, Gebilde deines inneren Seelenmenschen, dessen Sprache du noch nicht lesen kannst. Sobald du aber Meinen Magnetismus anwendest, das heißt Gebet und Vertrauen zu Mir, so werdet ihr beide, der Magnetisierende und der Magnetisierte, gleiche Stärkung empfangen. Die Überreizungen deiner Augennerven werden aufhören, aber dein klarer Blick in Mein geistiges Reich wird zunehmen, du wirst dir nach und nach einer Kraft bewußt werden, die schon Meinen Aposteln zu teil ward, und nur ein Wort, ein Blick wird genügen, das zu erreichen, was du jetzt oft erst nach langen Zeiträumen und nicht immer ganz erreicht hast. Werde Mein Kind! Streue den Segen auf andere aus, der so oft erfolglos auf dein eigenes Haupt herabströmt, und du wirst erfahren, daß über deinen Wolkengebilden einer aufgeregten Phantasie ein noch höheres Leben blüht, welches neben der Hilfe für andere, Segen und Frieden dem Helfer selbst bringt. Diese geistige Höhe suche zu erreichen, streife das Materielle ab, das noch an dir klebt, lebe mit Mir und nicht mit der Welt, und deine magnetische Kraft, gepaart mit der Meinen, d.h. mit Meinem Willen, wird sich vermehren, zum Besten der Leidenden und deiner selbst. Willst du aber anderen helfen, so gedenke, daß, um andere auf höheren geistigen Standpunkt zu führen, man erst selbst einen solchen einnehmen muß. Dies zu deiner Darnachachtung, folge Meinem Rat welcher noch niemand betrogen, sondern stets nur zu dem Ziele geführt hat, welches alle Menschen zu erreichen bestimmt sind, d.h. einst Meine Kinder zu werden! Amen.
NB. Man vernimmt zwar jetzt viel mehr als früher von heilmagnetischen Kuren, da nun die Heilpraxis z. Teil frei ist in Deutschland, aber, wie bei jeder Methode, so auch da, werden nur die günstigen Ergebnisse veröffentlichst, die anderen verschwiegen, - und letzterer Art sind’s Viele, weil wenig Mangetiseure den obigen Gnaden-Winken des heiligen Lebensmeisters entsprechen; möge auch in dieser Richtung bald es besser werden! Das walte Er! - D. Hsg.
(An denselben † Bruder N-t, Magnetiseur in Dresden) Empfangen durch G. Mayerhofer am 8. November 1871
Mein lieber Sohn! Vor kurzem ließ Ich durch Meinen Schreiber die Wege und Bedingungen kundgeben, unter welchen du dein vermeintliches Ziel erreichen könntest, und in wie ferne dein Verhalten mit Meiner Lehre, so wie Ich selbe verstanden und ausgeübt sehen möchte, sich vereinigen läßt. Es scheint aber, daß du Meine letzten Worte nicht im rechten Sinne aufgefaßt hast, und so will Ich dir deine bezweifelten Punkte aufklären. Dein erster Punkt ist: 'Wie sollst du dein bisheriges Verfahren mit Meinem Rat vereinigen, wo Ich dir anrate, du sollst Meine göttliche Gabe des Segens deiner magnetisierenden Hand dir nicht bezahlen lassen. Sieh, hier muß Ich dir diesen Meinen Rat näher erklären, damit du siehst, wie du dein Brot verdienen kannst, ohne Meiner Ansicht zuwider zu handeln. Wo Mein Segen wirken soll und nicht dein magnetisches Fluidum, da muß doch stets das nämliche Prinzip festgehalten werden, welches Ich in Meiner ganzen Schöpfung festhalte, sonst könnte Ich kein konsequenter Gott sein, sondern Ich müßte wie Meine Geschöpfe öfter mit zweierlei Maßen und Gewichten abmessen und abwägen; denn sieht, Ich lasse die Sonne über Gute und Böse scheinen ohne Unterschied! Dieses Gestirn als einziger Träger alles vegetativen Lebens spendet für alle gleich seine Wohltaten und fragt nicht, wer es verdient und wer nicht. So - willst du Mir gleichen - mußt auch du mit deiner Lebenskraft verfahren, wenn selbe Mein Segen begleiten soll. Was Ich dir von der Sonne sagte, will eigentlich sagen: Du sollst über Arme und Reiche deine Hände mit gleicher Ergebung in Meinen Willen ausstrecken, du sollst deine magnetische Wirkung nicht taxieren, sondern nur annehmen, was die Begüterten dir dafür reichen werden, und den Armen nicht das entziehen, was sie nur zur Not, zum Leben besitzen! Sieh Mein Sohn, so entsprichst du meinem Willen, du hilfst den Menschen uninteressiert (d.h. ohne Eigennutzen, d. Hrsg.), und die Menschen, denen du schneller und leichter die Gesundheit wiederherstellst, als es bisher gelungen, werden dich auch dafür belohnen, so daß du damit zufrieden sein kannst; denn dein erster Grad der Zufriedenheit soll sein: nach Meinem und mit Meinem Willen geheilt zu haben, und dies als Hauptsache ansehend, sollst du die Vergütungen in Geld der geheilten Mitbrüder und -schwestern als Nebensache annehmen; denn aufrichtig gesprochen, läßt sich denn die wiedererlangte Gesundheit taxieren oder abschätzen, wie ein anderes materielles Ding oder Kunstprodukt?! Wo ist da ein zuviel, und wo ein zu wenig? Fasse du so meinen Rat in Meinem letzten Worte auf, und du wirst nicht zu kurz kommen, ja vielleicht noch besser fahren, als es dir bis jetzt ergangen ist. Auf den zweiten Punkt nämlich: einen höheren geistigen Standpunkt zu erreichen, worüber du Mich fragst: 'wie selbiger zu erreichen sei?' da muß ich dir einfach sagen: "Derjenige erreicht einen stets höheren geistigen Standpunkt, der Meine Gebote erfüllt!" Nicht nur weil Ich sie ihm gegeben habe, sondern weil er innerlichst überzeugt sein muß, daß nur durch Haltung solcher Liebesgebote ein Annähern an Meine göttliche Person, und ein höher und höher Steigen im geistigen und moralischen Wert möglich sein kann. Meine Gebote sind nur zwei, die heißen: 'Liebe Mich über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!' Diese Gebote müssen aber - wohlgemerkt - im strengsten Sinne genommen werden, soll der Mensch seinen geistigen, moralischen Zustand verbessern und erhöhen können. Man muß sich nicht das Befolgen so bequem einrichten, damit alles Übrige im menschlichen Leben so gemütlich daneben auch getrieben werden kann. Sieh, Mein liebes Kind, der Mensch besteht aus Seele und Leib. Ein jeder dieser Bestandteile hat seine eigenen Bedürfnisse, seine Begehren. Der Körper ist von Mir so eingerichtet, daß er im Allgemeinen gerade das Gegenteil von dem will, was die Seele begehrt, und warum? Eben weil dadurch die Seele stets in Anregung bleibt (will sie ihre eigene Würde nicht einbüßen), gegen die Forderungen des Körpers anzukämpfen, selben sich dienstbar zu machen und nicht Sklave desselben zu werden. Soll also die Seele moralisch höhere Stufen erreichen, so muß sie die Forderungen des Körpers nur so beurteilen, daß keiner derselben größerer Wert beigemessen wird, als sie eben verdienen. Alle geistigen Gesetze seit Bestehen der Welt gingen stets darauf aus, die Seele vor der Knechtschaft des Körpers zu retten! So waren die mosaischen 'zehn Gebote', so Meine eigene Liebelehre während Meines Erdenwandels, so Meine jetzt wieder kungegebenen Worte durch Mir ergebenen Schreiber und Knechte, weil Ich die Menschen zu etwas Besserem erschuf, als die meisten heutzutage sind. Nun siehe, 'liebe Gott über alles' will also sagen: 'Trachtet mit allen Kräften danach, diesem hohen Wesen in Befolgung Seiner Liebesgebote zu entsprechen!" Schon im Erdenleben, wenn du einen Menschen liebgewonnen hast, seine ganze Achtung und Liebe verdienen willst, tust du nicht das Möglichste, um diesen Zweck zu erreichen, vermeidest du nicht alles, was ihm mißfallen könnte und warum, weil du in seiner Achtung stets steigen, seiner Liebe stets mehr wert sein möchtest? Wenden wir dieses Beispiel auf Mein erstes Liebesgesetz an, so geht ja klar hervor, daß ihr Menschen, welche Ich aus Liebe erschuf, einen Funken Meines göttlichen Ichs besitze, welchen Ich euch einimpfte, daß ihr ebenfalls alles tun sollet, um Meine Liebe zu gewinnen; wobei aber am Ende der eigentliche Gewinn euch selbst bleibt, indem ein Mensch, je mehr er sich Meinem Liebesgesetze nähert (s. das Wort über die Bedeutung der Zahl 666 in Nr. 39, Lebenswinke, und in Nr. 21 von der Wiederkunft Christi.), sich selbst vergeistigt, mehr seines geistigen Ursprungs sich bewußt wird, höhere Kräfte in sich entfalten sieht, zumal je mehr er der Welt und seiner eigenen schlechten Eigenschaften und Begierden Meister geworden ist. Mich also über alles lieben ist nicht so leicht, als man glaubt, denn es kämpft die Eigenliebe, es kämpft die Welt mit all ihren Annehmlichkeiten dagegen. - Und um diesen höheren geistigen Standpunkt zu erreichen, wo die Seele ihre Willenskraft dem Körper und aller gebundenen Materie Gesetze vorschreiben kann, muß man vorerst selbst darüber Sieger sein. Und während - bekämpft und überwunden - die Welt und der eigene Körper zu den Füßen des Menschen liegt, erhebt sich die Seele im geistigen Fluge in jene Höhen, von wo sie einst gekommen und wohin sie wieder gehen wird nach gänzlicher Ablegung ihres Körpers, und sieht dort im Glanze des Wahrheitslichtes die Dinge mit geistigem Auge, und gebietet mit starker Willenskraft da, wo sie früher nur ein öich möchte, jetzt aber ein ich will!' aussprechen kann! Dieses ist der geistige höhere Standpunkt, wohin Gottesliebe dich führen kann, wenn du sie so ausübst, wie Ich es dir jetzt in kurzen Umrissen gezeigt habe! Da aber der Mensch nicht allein auf dieser Erde lebt, sondern in Gemeinschaft mit andern Menschen, so muß er auch dieses Liebegebot an seinem Nächsten tätig ausüben und zeigen; denn wie auch Ich alle Meine geschaffenen Wesen mit gleicher Liebe erhalte und umfasse, so muß auch der Mensch, will er sich Mir nähern, auch in dieser Beziehung sein Möglichstes tun, an anderen zu beweisen, was in ihm selbst nur sein eigen Ich ausrufen sollte: 'Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!' Dieses heißt also: Opfere zum Wohle deines Mitbruders oder deiner Mitschwester nicht bloß was du so entbehren kannst, sondern, wenn es gilt, opfere deine eigenen Interessen, deine eigenen Vorteile, um andern einen Liebesdienst zu erweisen! Sei erhaben über alle menschlichen Schwächen, die du an andern siehst, vergesse, verzeihe und vergüte, was so manches verirrte Kind deines Schöpfers dir antut! - Siehe, so will Ich die Nächstenliebe verstanden haben, so erhöht sie den moralischen Wert des Menschen, gibt ihm ein Bewußtsein von Tat-, von Aufopferungskraft, welches alles überragt, was die Welt und ihre Glücksgüter ihm bieten. Diesen Standpunkt zu erreichen, erhaben über alles eitle Getriebe der Welt zu sein (ohne sich aus derselben zu verbannen), stets seinen Gott im Auge zu haben, alles was man tut, nur auf ihn zurückzuführen, die Unbilden anderer in den Sand zu schreiben und ausrufen zu können mit unbegrenzter Liebe in der von Wonne geschwellten Brust: 'Herr, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!' dieses ist der erhöhte Standpunkt, den du erstreben sollst, von wo aus dann die Stufen beginnen des Wiedergeborenwerdens; dann, dann hast du die Materie besiegt, sie dir untertänig gemacht, und kannst dann mit Wort, Blick und Hand Taten verrichten, wie einst Ich, während Meines Erdenwandels, und wie Ich auch diese Kraft Meinen Aposteln zurückgelassen habe. - Das, was du in Swedenborg's Aufzeichnungen gelesen hast, beginnt dann, wenn du eine solche hohe, geistige Stufe erreicht hast; die jetzigen Scheinbilder sind nur das, was Ich dir schon erklärt habe, denn wenn du dieses hier gelesen haben wirst, hoffe Ich, daß du erkennen mögest: zum Wiedergeboren hat es bei dir noch 'seine geweisten Wege'! Denn wisse, je mehr du in der Erkenntnis deiner selbst fortschreitest, je mehr du Meine Lehre, Meine Schöpfung, Meine materielle und Geisterwelt erkennen wirst, desto mehr werden sich die Schwierigkeiten des Vorwärtsgehens in die auftürmen. Folgst du Meinen Lehren, so trittst du ein in den Rang Meiner Kinder und 'ein Kind des Schöpfers der Unendlichkeit Gottes' genannt zu werden, erreicht man nicht so ganz bequem, wie man im gewöhnlichen Leben wähnt. Keine Siegerkrone wird ohne Kampf gewonnen, und willst du einst Sieger über die feste Materie werden, willst du Geistern Gesetze vorschreiben, sie aus fremden Leibern austreiben lernen, so muß dein eigener Geit selbst erst frei, unabhängig in der Schöpfung dastehen. Du mußt den alten, weltlichen Adam ausgezogen und den neuen geistigen angetan haben. Der alte Mensch als Weltprodukt muß gestorben, und der neue geistige wieder ausgeboren sein, oder du mußt 'ein Wiedergeborener' sein, so wie Ich einst sagte: "Wenn ihr nicht wiedergeboren werdet im Geist und in der Wahrheit, werdet ihr nicht in Mein Himmelreich eingehen." Verstehst du jetzt, was 'wiedergeboren' heißt? Gut, so folge Meinem Beispiel nach, wie Ich es als Jesus gab auf Erden; dort habt ihr alle ein Vorbild eines höchst moralischen Menschen, dort gab Ich euch den Beweis, was der Mensch geistig sein sollte, und wenn er es ist, was er mit seinem Willen vermag. (s. auch Nr.33, d.H.) Nicht umsonst stellte Ich euch dieses Bild der Demut, der Verleugnung, der Aufopferung auf. Ich tat es nicht für Mich, damit ihr einst Meine Leidensgeschichte und Meinen Lebenswandel auf Erden lesen und vielleicht bei so recht tragischen Stellen einige Tränen des Mitleids darüber vergießen sollet, nein! Ich stellte euch dieses Beispiel auf als bleibendes ewiges, damit ihr stets daran gemahnt werdet, zu was der Mensch geschaffen wurde, daß ihr ein Beispiel habt, wie weit die menschliche Seele ihre Kraftäußerung ausdehnen kann, wenn sie mit Meinem Geiste verbunden, den Elementen und der starren Materie gebieten, sowie durch Auflegung der Hände und Aufheben des Blickes zum Vater alles Geschaffenen langwierige Krankheiten auf einmal heilen will. Ich wollte euch durch Meinen Lebenswandel den Gegensatz hinstellen zwischen einem gewöhnlichen Erdenmenschen, und einem geistigen aus Gotteshand hervorge-gangenen Neu-Wiedergeborenen. Dort hast du das Vorbild, diesem strebe nach. Hast du es erreicht, so wirst auch du Taten ausüben können, wie einst dein Gott als Jesus, und wie es Seine Nachfolger, die Apostel, getan haben. Rein mußt du vorerst selbst dastehen, damit Mein Segen in deinem rein geistigen Willen die Macht erhält, nach der du dich jetzt schon lange sehnest. Amen (s. auch Nr. 12b 'Arkana'.)
Empfangen durch G. Mayerhofer am 08.Februar 1872
Schon früher gab Ich euch ein Wort über Magnetismus, was er ist und wie - will man heilend auf andere einwirken - derselbe benützt werden muß. Allein, da noch immer irrige Ideen unter euch herrschen und auch bei andern, die eben nicht diese Quelle Meiner direkten Mitteilung haben wie ihr, noch falschere Begriffe im Gange sind, so will Ich euch wieder ein neues erläuterndes Wort geben, damit doch endlich einmal Licht, ja ganz Licht in dieser Sache in euch werde, zudem Ich einigen aus euch sogar diese Gabe, d.h. Anwendung des Magnetismus mittels Meines Segens als Universalmittel verliehen habe, welche Gabe, wenn sie gleich von Meinen Magnetiseuren verstanden, doch von den Magnetisierten nicht ganz in ihrer Tragweite aufgefaßt wird, wo, wäre es der Fall, die Heilung geschwinder und leichter vor sich ginge. Nun, um allen diesen Zweifeln über Wirkung und Ursache dabei ein Ende zu machen, und für euch und die zukünftigen Leser dieser Meiner Worte den fraglichen Gegenstand zu erschöpfen, so weit ihr Menschen denselben begreifen könnt, so soll auch dieses Wort ein bleibendes Denkmal Meiner Liebe und Gnade werden, ein Denkmal dieser beiden Eigenschaften Meines göttlichen Ichs, welche fortwährend auf euch herniederströmen, ob ihr darum fleht oder nicht. So hört also: Wie Ich es bei allen Meinen Worten mache, so soll auch bei diesem verfahren werden; Ich beginne mit der Analysierung der Wurzel und fahre dann fort im Erklären bis zur praktischen Anwendung desselben. Ich will damit euch denken lernen, da ihr euch doch als denkende Wesen betitelt, so sollt ihr doch wenigstens diesen Namen nicht zum Scheine tragen, sondern ihn auch wirklich verdienen. Nun seht, Magnetismus ist euch als eine Kraft bekannt, welche dem Auge zwar nicht sichtbar, doch dem Gefühle fühlbar sein kann; Magnetismus ist also etwas, was da ist; denn ihr seht seine Wirkung. Nun, um dieser Kraft etwas näher auf die Spur zu kommen, so müssen wir dieses unsichtbare Etwas näher bezeichnen, und hierzu noch tiefer eindringen und bei dieser Forschung erst erfahren: was Magnetismus ist? wie er sich äußert? und zu was er zu gebrauchen ist? In einem früheren Worte sagte Ich euch: 'Magnetismus ist mein Wille!' Nun, was will das heißen? Das will heißen, daß, als Mein Wille die materielle Welt erschuf, so gab er jedem Dinge eine ihm angemessene Kraft, erstens zur Selbsterhaltung, und zweitens zum Widerstand gegen Einflüsse von anderen Elementen oder Stoffen, welche seine Zerstörung befördern können, wollen oder müssen. Um nun dieser Zerstörung zu widerstehen, so lange ein geschaffenes Ding sich selbst erst ausbilden muß, um einer höheren Stufe würdig zu sein, ist diese Kraft die erhaltende, sie ist seine Lebenskraft. Magnetismus ist also eigentlich im weiteren Sinne die Lebenskraft, welche alles im Ganzen und Einzelnen erhält. Dieses Erhalten geht durch alle Räume der großen Schöpfung durch, ist das Band, welches alles aneinander bindet, ist der Faktor, welcher alles zur Entwicklung, zur Weiterbildung, zur Zerstörung treibt, um auf dem Zerstörten Neues zu bilden. Den Magnetismus habt ihr in mineralischen, in animalischen und in animaischen abgeteilt. Den mineralischen (Magnetismus) kennt ihr durch den Einfluß der magnetischen Strömungen, durch eure Magnetnadel, welche (wie der Magnetismus alles Geschaffene zu einer Familie bindet) - auch durch deren Benützung bei der Schiffahrt die Völker näher aneinander geführt hat, so daß ihr Herren auch der unwirtlichen Fläche des großen Weltmeeres geworden seid. Den animalischen Magnetismus bemerkt ihr durch Einfluß lebender Wesen auf andere, und durch die Einwirkung der menschlichen Willenskraft auf andere Menschen, wo dann schon der animalische mit dem animaischen Magnetismus seine Wirkung äußert. Nun, über allen diesen Einwirkungen steht noch die Macht, mittels Gebet die vorher angeführten verschiedenen Arten von Magnetismus zu verstärken, zu benützen, und so der Menschheit dienlich zu sein. Wie Ich euch oben gesagt habe, liegt in jedem Dinge eine gewisse Quantität von Lebenskraft, welche zur Erhaltung des geschaffenen Gegenstandes und zu seiner Ausbildung für eine höhere Stufe dient. Nun diese Lebenskraft steht in beständiger Wechselwirkung mit den Gegenständen, mit welchen ein geschaffenes Ding in Berührung kommt, sei es durch Kontakt, sei es nur durch Vermischung ihrer Atmosphären oder Dunstkreise, welche einem jeden Dinge seine letzte aber geistige Umhüllung ist. Sobald also ein Gegenstand mit einem andern zusammenkommt, so entsteht der Prozeß des Austausches wechselseitiger Lebenskräfte, jeder Gegenstand gibt dem andern von dem in sich habenden auch oft Überflüssigen ab, und empfängt von andern das, was er sich assimilieren oder aneignen kann. Bei Krankheiten besonders ist diese Einwirkung am meisten fühlbar, denn - vorausgestellt - was ist Krankheit? so folgt die Antwort: Krankheit ist der Zustand, in welchem diese Lebenskraft in ihrem Entwicklungs-Prozesse gestört ist, wo selbe gleichsam auf einige Zeit aus dem harmonischen Verbande mit ihrer sie umgebenden Welt heraustritt und so dann das Unregelmäßige auch durch Symptome oder äußere Anzeichen sich kund gibt. Was tut nun eine Arznei oder ein Heilmittel? Es gibt dem kranken Organismus von seiner Lebenskraft etwas ab, erregt entweder die nachgelassene Tätigkeit einzelner Organe, um ihnen das zu verschaffen, was ihnen mangelt, oder es führt direkt in den Körper die Elemente ein, welche dem kranken Körper abgehen und nun durch Wechseltausch die Gesundheit wiederherstellen. Was nun bei der materiellen körperlichen Welt in jedem lebenden Organismus hervorgebracht wird, das geschieht auch auf einer höheren Stufe, auf der geistigen oder Seelen-Sphäre, wo lebende Körper wieder auf lebende einwirken. Die lebenden Körper haben - wie auch die materiellen gröberen - eine Lebenskraft zu ihrem eigenen Bestande, zu ihrer eigenen Entwicklung, und indem diese geistige Entwicklung im verkehrten Verhältnisse mit der körperlichen steht, so ist die Zerstörung des Materiellen der Fortschritt des geistigen Lebens. Bei Berührung von lebenden Wesen geschieht also - wie früher bei der anorganischen Natur gezeigt - der nämliche Prozeß des Austausches von Lebenspartikeln, den kein Wesen verhindern kann, und der deshalb ohne Wissen und Wollen unwillkürlich vor sich geht. Will nun ein Mensch z.B. besonders auf einen andern einwirken, so besitzt er in seiner Seele, als Herrin des Körpers oder der sie umkleidenden Hülle, die Macht, diese Lebenskraft mehr oder weniger aus sich ausströmen zu lassen; der Mensch wirkt also dadurch, eben weil er will, mehr auf fremde Organismen ein, und kann durch diese Einwirkung Leidenden behilflich sein, indem er ihre gestörten Gesundheitsverhältnisse auf diese Art regeln, oder wenigstens den Impuls dazu geben will. Nun, was aber die letzte Art des Magnetisierens betrifft, wenn Mein Segen als höchste Willens- oder Lebenskraft erfleht wird, so hat dieses wieder eine ganz andere Bewandtnis, und eben hier ist es, wo bei euch so irrige Ideen herrschen, wegen welcher Ich dieses alles voraus schicken mußte, damit ihr in dieser Schlußbetrachtung klar seht. Ich habe euch gesagt, wie die individuelle Lebenskraft des Einzelnen auf andere einwirken kann; beim Anflehen Meines Segens wird aber eigentlich nicht Meine Macht mit dieser Willenskraft verbunden oder letztere dadurch verstärkt; denn Ich sende ja, ohne daß ihr es wollt, Ströme der Gnade bei jedem Atemzuge von Meinen Himmeln darnieder. Um euch also zu helfen, bräuchte Ich keinen Magnetiseur, noch seine Willenskraft; denn die Meine genügte für euch alle; allein es ist ein anderes geistiges Resultat, welches Ich bei dieser Art von Magnetismus erstreben will, entweder das Vertrauen Meines Magnetiseurs zu Mir zu verstärken, und dann eben wegen dem günstigen Resultat seines magnetischen Wirkens für sich und für andere zu Meinem Zwecke zu handeln, oder, wenn der Leidende von dem Akte dieser Magnetisierung unterrichtet ist, um eben durch solchen Gnadenakt auch seine Seele für Mich zu gewinnen; denn bei Auflegung einer Binde (oder eines Stückes von Leinwand oder Wolle oder dergl.), gesegnet durch Meine Macht, durchströmt den Leidenden immer ein höheres, geistigeres Vehikel, als das des gewöhnlichen animaischen Magnetismus, und mit je mehr Ergebung in Meinen Willen diese Handlung geschieht, mit je höherer Begeisterung diese Kraft gegeben und empfangen wird, desto größer und mächtiger ist die Wirkung davon; denn es befähigt die beiden Seelen, des Heilenden und geheilt-werden-Wollenden, zu intensiverer Aufnahme Meines Segens und Meiner Gnade, die ohne diese gehobene Stimmung wohl auch auf sie herabgeströmt, aber spurlos an ihnen abgeglitten wäre, und keinen wesentlichen Unterschied hervorgebracht hätte. Wenn Ich aber jemandem eine solche Magnetisierung anrate, so muß der Kranke oder der Heilende nicht glauben, es sei bloß Mein Wort nötig, wie es einst beim Hauptmann von Kapernaum war, der sprach: 'Herr! sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund!' Das waren dort andere Zeiten und andere Umstände, welche hier nicht in Anbetracht gezogen werden können. Dort, als Herr der Schöpfung, beschleunigte Ich oft bei Meiner Willenskraft die wechselseitige Wirkung der Lebenskräfte, aber jetzt will Ich es lieber auf andere Weise bewerkstelligt sehen, jetzt rufe Ich euch zu: 'Helft ihr euch selbst, und dann helfe Ich euch auch!' Wenn ein Mensch einsieht und begreift, daß sein Krankheitszustand von der falschen Art und Weise zu leben abhängt, wo er gegen Meine Naturgesetze sündigt, so kann er nicht von Mir verlangen, daß Ich einmal festgestellte Gesetze wegen ihm abändere. Er muß von einem Gott eine andere Idee haben, als von einem Menschen; denn der Mensch kann fehlen, kann sich irren, und ebendeswegen von seinen den Anderen vorgeschriebenen Gesetzen abgehen, sie umgehen oder gar aufheben, das kann aber Ich als Gott, als höchstes Wesen nicht; bei Mir ist alles vollkommen, vom Beginn der Existenz der Dinge bis in Ewigkeit. Ich kann höchstens dahin wirken, daß vergrößerte Lebenstätigkeit zu schnelleren Resultaten führe, aber den von Mir festgestellten Grundprinzipien zuwiderhandeln kann Ich nicht. Fehlt also der Mensch aus Schwachheit gegen seine körperlichen Gelüste, so muß er dort sich selbst zuerst bekämpfen, und dort sein Möglichstes tun; sehe Ich diesen Willen, dann beschleunige Ich durch Einfluß der Lebenskraft eines Andern mit Meinem Willen auf ein dazu bereitetes empfängliches Gemüt die Ausscheidung feindlicher Stoffe; aber fortleben wollen (nämlich in der alten Verkehrtheit), nichts sich versagen, nichts von der gewöhnlichen Lebensweise aufopfern wolle, und (nur) durch Magnetismus und Meine Willenskraft gesund werden wollen - das ist eine Unmöglichkeit. Deswegen bedenkt ihr alle, die ihr zu Mir um Hilfe ruft, und das meist erst dann, wenn die Menschen euch nicht mehr helfen können, Meine Worte wohl: Zuerst müßt ihr euch selbst helfen, euren Körper von Stoffen reinigen, damit auch die Seele mehr auf denselben einwirken kann, und sie sich nicht passiv halten und ruhig zusehen muß, wie fremde Einflüsse das ihr anvertraute Kleid (den Leib) vor der Zeit zerstören, und sie dann wie eine Frühgeburt dort halbreif oder ganz unreif ankommt, wo man nur als eine auf dem Lebensbaume des irdischen Daseins ausgereifte Frucht fortschreiten kann. Bedenkt, daß Mein Segen nur dort Kraft besitzt, wo der Boden dafür zur Aufnahme bereitet ist. Fangt also ihr zuerst an, den Mist auszumerzen, den ihr in euren Körpern vielleicht schon seit Jahren angehäuft habt, und dann, wenn dies hinweggeschafft, wird Mein Segen seine rechte Wirkung haben. Will jemand den reinen Strahl des Sonnenlichtes genießen, so muß er seine Fenstergläser erst vom Schmutze reinigen, damit dieses Licht rein und unverfälscht, wie es aus Meiner Hand auf eure Erde gesendet wird, in sein Zimmer gelangen kann. Aus diesem reinen Lichte quillt dann die Wärme, die Liebe, das Wohlbehagen, das freudige Bewußtsein, recht gehandelt zu haben, das alles getan zu haben, was dem Menschen als Mensch obliegt, und dann kann getrost der Magnetiseur seine Hand ausstrecken, dem Kranken eine magnetisierte Binde umlegen, oder desgleichen Wasser geben, zwar mit seiner Lebenskraft geschwängert, aber auch den Segen seines hl. Vaters in sich tragend, und so wie das gereinigte Fensterglas - so ist dann das gereinigte Herz eines Leidenden nicht mehr hinderlich, diese Seelen-Geistes-Strahlen der göttlichen Lebenskraft bis an den Ort ihrer Bestimmung durchzulassen, und so die Gesundheit des Körpers vereint mit der der Seele herzustellen. So muß magnetisiert, so muß der Magnetismus gegeben, so empfangen werden. Himmelskost kann nur dort wirken, wo der Himmel schon besteht; ist das menschliche Herz ein Himmel geworden, so erwärmt, belebt und kräftigt der eingehende Strahl Meiner Gnade und Liebe Geist, Seele und Körper, und bereitet alle drei, ein tüchtiges Aufnahmeorgan für Meinen Segen, Meine Gnade und Meine Worte zu sein. Wo Ich mitmagnetisiere, dort muß geistig manipuliert werden, dort muß alles Weltliche hinweggeschafft und nur geistig geschaffen und geheilt von Innen nach Außen, von dem Geiste auf die Seele, und von dieser erst auf den Körper gewirkt werden. "Gott ist ein Geist, wer Ihn anbeten will, muß Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!' Das sagte Ich einst und es ist immer und ewig wahr; so lange ihr Meinen Einfluß nicht in geistiger Hinsicht nehmt, ist er nicht fruchtbringend, und dann erst, wenn ihr mehr Geist als Körper, mehr bei Mir als bei der Welt seid, nur dann wird (in jetziger Zeit) Meine gesegnete magnetische Kur Wunder wirken, die aber ihr selbst wirkt, nicht Ich; denn Meine Gnade war ja stets bei euch, und ohne Meine Liebe existiert ihr ja nicht mehr; Ich goß dieselbe auf euch aus; aber in euer Herz drang sie nicht ein, ihr wart ihrer nicht bewußt; ist aber euer Herz Meines Einflusses sich bewußt, dann ist auch die Wirkung Meiner Gnade eine andere, eine erhöhte, die in kurzer Zeit bewirkt, was sonst in längeren Zeiträumen erst geschehen wäre. Daher bedenkt dieses Wort wohl: "Wer geheilt werden will, muß zuerst Hand an sich und seine verkehrten Gewohnheiten legen; dann komme erst Ich mit Meinem Segen und mit Meiner Gnade dazu." Amen.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, Triest, am 05. Februar 1871
Wieder fragt eine geistig und körperlich kranke Seele durch dich bei Mir an und möchte sogar, daß Ich es ihr schriftlich gebe, daß die von dir angegebene Heilart die richtige und daß durch dieselbe auch das gewünschte Ergebnis herbeigeführt wird. Um diesem Kinde doch zuvor etwas seine geistigen Augen zu öffnen, über welchen es noch eine sehr dicke Binde trägt, muß Ich ihm sein Inneres vorhalten. Es wird ihm vielleicht manches in diesen Zeilen nicht angenehm sein. Aber wahr ist es deswegen doch, und um so mehr [glaubhaft], weil Ich es sage. Nun siehe, Mein liebes Kind, du hast eine kleine Unpäßlichkeit, die dich sehr bekümmert und wegen welcher du schon die ganze Welt um Rat gefragt hast. Jetzt ist dir auch etwas zu Ohren gekommen von einem geistigen Heilungsprozeß. Und nachdem du alle allopathischen und homöopathischen, ja selbst Meine Sonnenmittel versucht und nirgends ein befriedigendes Resultat gefunden hast, so willst du auch dieses letzte geistige Heilverfahren versuchen, mit der Idee: "Wenn's nicht hilft, so schadet's nicht!" - Du betrachtest es nur als eine von den vielen anderen, gewöhnlichen Verfahrensarten des Magnetismus und möchtest nebenbei gleichsam ein Zeugnis ausgestellt haben, daß dieses Mittel helfen muß. Um nun auf diesen deinen Grundgedanken entsprechend zu antworten, muß Ich dir vorerst sagen, daß Ich recht wohl weiß, warum du jetzt von diesem Übel befreit sein möchtest. Denn die Zeit drängt, es naht der Augenblick, da du mit vollen Segeln in die Freuden der Welt und des Ehestandes hineinsteuern willst. Und wegen dieser deiner so materiellen und weltlichen Wünsche soll Ich, der Schöpfer und Herr der Unendlichkeit, Mich dir hingeben und sogar dir noch schriftlich bezeugen, daß du mit diesem Mittel von deinem Übel befreit wirst, das dir schon lange lästig und jetzt noch unangenehmer ist. Sieh, du willst von Mir etwas vernehmlich hören und achtest doch auf die Stimme in deinem Innern nicht - die Stimme, die ihr Menschen 'Gewissen' nennt! Was sagt dir denn dieses Gewissen oft? Sagte es dir nicht mehrmals: "Treibe die Religion nicht so äußerlich! Gedenke, daß Gott ein Geist ist und auch nur geistig verehrt und geliebt [sein will] und Seine Lehren auch geistig verstanden werden müssen!" Sagt dir dein Gewissen nicht oft: "Mehr Duldsamkeit gegen deine Mitmenschen - und mehr Liebe gegen deinen Gott, deinen Vater!" - Nachdem du nun mit dem fleißigen Kirchengehen glaubst, deine Pflicht als Mensch gegen Mich getan zu haben, so verlangst du eine geistige Kur - während du doch diese hier an dich gerichteten Worte nicht glaubst, als kämen sie von Mir! Wie kannst du also bei einer solchen Ungläubigkeit ein geistiges Ergebnis von einer Behandlung verlangen, die nur geistig verstanden werden und auch nur geistig wirken kann?! Die geistige Erhebung deiner Seele zu Mir im inbrünstigen Gebete (aber so, daß alle Fibern deines Wesens mit in dieses Gefühl hineingezogen werden!), dieses Sich-ganz-aufgeben in Meinen Willen bei gänzlichem Vergessen alles Weltlichen, dieses Aufleuchten aller deiner inneren Geisteskräfte, gepaart mit dem festen Glauben an eine sichere Hilfe von Meiner Seite, kann ein von Meinem Schreiber magnetisiertes Tuch zwar wirksam machen (weil dann nicht die magnetischmenschlichen Stoffe, welche das Tuch enthält, wirksam sind, sondern Mein Segen, der den festen Willen Meines Schreibers begleitet und seinem magnetisierten Tuche diese Heilkraft verschafft, die nicht nur dein Übel, sondern jedes heilen kann). Solange du aber nicht fähig bist, dieses Gebet, wie Ich es dir beschrieben habe, in dir zu erwecken - rate Ich dir: Laß ab von den magnetischen Kuren! Denn sie führen zu nichts, du gibst dich nur eitlen Hoffnungen hin, denen die Enttäuschung auf dem Fuße folgt. Lerne zuvor deine geistige Stellung Mir gegenüber erkennen, und dann wirst du erst deine weltliche zu schätzen wissen und wohl einsehen, wo die größere Wichtigkeit und der größere Wert liegt. Solange du auf deinem bis jetzt befolgten Weg nicht umkehrst und den (Weg) einschlägst, den Ich dir rate, werden noch manche Stürme und Gewitter über deinem Haupte hinziehen und du wirst mit Leiden und Furcht geplagt sein! - Amen.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, Triest, am 04. Februar 1871
Deine Schwester in ihrer Herzensangst geht dich an, du sollst sie durch ein paar magnetische Striche dahin bringen, daß sie mehr Zuversicht auf ihre eigenen Kräfte bekäme. Nun, und du bittest Mich darum mit der Frage, was in diesem Falle geschehen solle? Ich will also, um jedem seine Zweifel und seine Hoffnungen auf eine gerechte Art zu lösen, den Vermittler, den Heiland und den Magnetiseur selbst machen. Denn ohne Meine Hand, ohne Meine Hilfe ist dein Handausstrecken ja doch nur ein leibliches Beeinflussen und kein seelisch-geistiges, welches - durch Mich erst höher potenziert - die gewünschte Wirkung bei deiner Schwester hervorbringen kann. - Also zur Sache! - Ich frage deine Schwester bloß: Hat sie denn nie gefühlt, daß das Gebet zu Mir Trost, Stärke, Seligkeit und Wonnegefühl gibt, wenn es so ganz aus dem Grunde des Herzens an Mich gerichtet ist? - Und wer bereitet denn dieses Gefühl? - Siehe, das bin Ich, durch Mein stärkendes Einfließen in die wunde Seele. Wo ist eine magnetische Kraft, die in ihrer Wirkung mit diesem Seligkeitsgefühle zu vergleichen wäre? Deine Schwester soll es versuchen und soll zu Mir, zu ihrem Vater, ihr Herz in tiefster Demut erheben, soll Mir ihre Leiden und Sorgen vortragen, soll vor Meinem Throne zusammensinken in den Staub der Nichtigkeit. Und wenn sie dann daliegt ohnmächtig zerknirscht und nur alles Mir überlassend, wenn sie sich bis auf den kleinsten Punkt gedemütigt hat, dann werde Ich sie erheben. Denn in ihrer tiefsten Demut ist sie Mir gerade am nächsten. Dann werde Ich in sie den Trost, die Liebe und Geistesstärke einfließen lassen, um [sie zu lehren,] ihre vermeintlichen Mißhelligkeiten nicht so schwarz anzusehen und dieselben auch leichter ertragen zu können. Meine Liebe ist der große Magnetismus, der alles anzieht und nichts von sich stößt. Wer sich in dessen Bereich begibt, kann nur gewinnen, aber nicht verlieren. Daher raffe sie sich auf, zu Mir, ihrem Vater, den Blick zu erheben! Ich als Vater stoße kein Kind zurück, das flehend sich Mir naht - und um so weniger, wenn sein Herz ein Altar der Liebe geworden ist, wo das ewige Feuer dieser Meiner göttlichen Eigenschaft brennt, den ganzen Menschen durchleuchtet und sogar auch den Körper mit Seligkeit erwärmt. Also diesen Magnetismus suche deine Schwester, und er wird ihr mehr Früchte tragen, als wenn du deine Hand ausstreckest, wobei gemäß deiner persönlich-geistigen Erhebung die Wirkung wohl vorhanden wäre, aber nicht vergleichbar mit derjenigen, [welche sich ergibt], wenn Ich Mein Vaterherz als Lohn einer kindlichen Ergebung in Meinen Willen darbiete. - Amen.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, Triest, am 04. September 1870
Sobald eine Sache ernst besprochen werden soll, so muß man diese von Grund aus studieren, und zuerst sich fragen: "Wenn dieser besprochene Gegenstand einen Lernenden und Forschenden interessiert, zu was ist den eigentlich diese Sache nützlich, und wenn ich selbe im Leben praktisch ausübe, zu was nützt sie eigentlich mir selbst? Wenn ich nun diese Frage auf den Vegetarismus anwende, so frage Ich deinen Bruder ebenfalls, weswegen hat er sich für selben begeistert, und warum hat er ihn angenommen? Die Antwort wird sein: "Weil durch einfache Kost viele oder fast alle Krankheiten vermieden, ein hohes Alter ereicht, und sich selbst in Bezug auf Nahrung etc. auf die geringsten Bedürfnisse beschränkt, und endlich durch diese Lebensweise einer Menge von Versuchungen und Reizungen ausgewichen wird, weil der physische Zustand des Körpers der Seele nicht so ungestüm Gesetze vorschreibt, als bei einem Menschen, der mit sogenannten guten und reizenden Speisen seinen Körper ernährt hat." Was den ersten Punkt betrifft, so ist er annehmbar, auch in Meiner Lehre des Heiles für die Seele, denn eine gesunde Seele kann nur in einem gesunden Körper für ihr künftiges Leben ordnungsmäßig arbeiten; was das Zweite anbelangt, ein hohes Alter zu erreichen, und dabei, was sich von selbst versteht, seine intellektuellen Eigenschaften nicht zu verlieren, ist ebenfalls gut für Mich; denn je länger ein Mensch lebt, desto mehr kann er hier auf Erden seine Seele für's künftige Leben vorbereiten, was, würde er früher abberufen, er dort im Jenseits mit doppeltem Kraftaufwand tun müßte; der dritte Punkt, nämlich so wenig als möglich Bedürfnisse zu haben in Bezug auf Nahrung etc., ist ebenfalls für Mich und Meine Lehre anwendbar, da durch Einschränkungen in den Lebensbedürfnissen jeder Mensche eben dadurch den weltlichen Genüssen entsagt, und leichter den Blick nach den geistigen Bedürfnissen richten kann; was aber den letzten Punkt betrifft, daß derjenige, der so einfach lebt, wie es der Vegetarismus vorschreibt, nicht so vielen Versuchungen und Reizungen ausgesetzt ist, als ein anderer Mensch, hat in Bezug auf das, was Ich will, kein so großes Verdienst, so wenig wie die Redlichkeit eines eingesperrten Diebes; denn wo keine Versuchung, ist kein Kampf; und wenn der tugendhaft bleibt, der keine Anregung zum Fallen enthält, ist auch seine Seele nicht durch Widerstand gegen das Drängen der Leidenschaften gestärkt, sondern dieser Mensch bringt sein Kapital in die andere Welt mit, als wie der, welcher statt Zinsen zu erwerben von seinem ihm anvertrauten Gute, selbes lieber vergrub, (s. dazu über Askese Gr.Ev.Joh. S.209,f S.210, S.421 2.Aufl. Bd.7 Kap.156) Mir ist lieber das Kind, das gekämpft, gelitten und geduldet, aber am Ende doch gesiegt hat, als wie ein anderes, welches alle Gelegenheiten scheute, um in Versuchung zu geraten, wobei seine Kraft erprobt worden wäre, ob es auch Versuchungen widerstehen könnte oder nicht. - "Wer sich an diese Art seinem Körper zu ernähren gewöhnt hat, und so vielen modernen Übeln ausgewichen ist, tut gut daran, wenn er seinem Körper nicht schadet, dabei zu bleiben, nur muß er überall in Aussicht haben sein geistiges Heil, was er durch diese Art zu leben, leichter erreicht, wie viele andere; es wird ihm zwar nicht als Verdienst angerechnet werden, was ihm selbst keine Mühe gekostete, aber Ich werde in anderer Hinsicht mehr von ihm fordern, da er vielen Kalamitäten ausgewichen, die andere mit Mühe bekämpfen mußten." Das Beispiel, welches dein Bruder angibt, wegen Meinem Lebenswandel auf Erden, da gelte ihm nur das Wort: 'Dem Reinen ist alles rein!" Ich lebte mit Meinen Jüngern ebenso, wie dort das ganze Volk, damit nicht einer oder der andere kommen konnte und sagen: 'Ja, das ist leicht, fromm und tugendhaft leben, denn mit einer solchen Lebensweise (nämlich 'der vegetarischen') bekommt Niemand Gelüste und Versuchungen." Ich und Meine Apostel lebten wie alles Volk, und bekämpften alle Leidenschaften und Versuchungen trotzdem siegreich, die zur Prüfung und Stärkung unseres Geistes als Menschen uns auf unserem Lebenswege begegneten. Du selbst sagst und vergleichst den Vegetarismus mit dem Feuer, das vor Moses (Elias?) vorüberzog, gut, der Vegetarismus ist das Feuer, d.h. das Element, das erwärmt, verzehrt und läutert, der Vegetarismus erwärmt den menschlichen Körper mit reinerem Blut, verzehrt die 'sündigen Säfte', und läutert so das euch von Mir gegebene Werkzeug, den Körper. - Hiermit wird also dein Bruder wohl mit dieser Erklärung zufrieden sein, und sich das herausfinden können, was ihm eigentlich noch nicht in ganz hellem Lichte erschien; denn da kann er sich wohl vorstellen, daß es Mir sonst ganz gleichgültig ist, mit was er sich seinen Magen vollfüllt, wenn es nur natürlicher Zwecke halber geschieht, wenn es aber auf geistiger Unterlage beruht, bringt es auch geistige Früchte, und diese sind bei Mir nur allein in Anbetracht zu ziehen, das Übrige ist alles Null! Daß Ich dieses, nämlich das Auftreten des Vegetarismus jetzt, und vieles andere (so auch den Spiritismus, s. Nr.41) auf dieser Welt zulasse, und ja sogar begünstige und befördere, hat seinen Grund in höheren Absichten, weil dadurch viele von Übermäßigkeit und ihren natürlichen Folgen gerettet werden, und dann dem sanften Säuseln Meines Liebewindes eher zugänglich sind. –
Durch denselben 12. September 1870
Dein Bruder, welchem Ich vor kurzem seine Zweifel über Vegetarismus (und Spiritismus) aufgeklärt habe, hat sich bei der näheren Beleuchtung der ersten Frage an einigen Worten gestoßen, die ihn zu neuen Zweifeln aufregten, was Ich eigentlich durch diese, dort so gestellten Sätze wollte, damit er sich gezwungen fühlt, auch des Letzten sich zu entäußern, was ihm noch von seinen früher eingesogenen Ideen anklebt, von denen er sich sonst nicht hätte losmachen können! Nachdem er also gefragt, so will Ich ihm auch antworten. Das Erste, was ihm auffliel, war, daß Ich den Hauptgrund der Vegetarier - wie er glaubt - gänzlich mit Stillschweigen übergangen habe, nämlich der da heißt: 'Es sei unmoralisch, anderen Tieren ihr Leben zu rauben, um sein eigenes zu fristen, wenn es eben nicht gerade die Not erheischt!" Was diesen ersten Punkt betrifft, so muß Ich, wie Ich es schon oft getan, mit einer andern Frage antworten, und diese heißt: GM.NT48.041,04] "Was nennt ihr eigentlich 'moralisch' und was versteht ihr unter dem Worte 'moralisch'ö. Hier treten sich zwei Urteile über ein und denselben Gegenstand gegenüber, wo ein jeder von seinem Standpunkt aus Recht hat; es handelt sich nur darum, welche von beiden Ansichten der anderen untergeordnet werden muß, oder ob nicht die eine aus der andern hervorgegangen ist! Ihr Menschen, die ihr auf dieser Erde durch sittliche Gesetze und Meine Lehren, wenigstens der größte Teil von euch, mit Meinen Gesetzen der geistigen Würde bekannt geworden seid, ihr habt euch durch diese Gesetze auch ein Ideal der höchsten geistigen Potenz gebildet, welches, wie Ich Selbst predigte, und auch Meine ganze Schöpfung es lehrt (vorausgesetzt, wenn ihr selbe geistig betrachten wollet), zeigt, daß Liebe Mein Haupgrundgedanke ist, und alles, wenn auch noch so augenscheinlich entgegengesetzt, doch nur aus Liebe geschieht. Ihr habt auch den Grundsatz aufgestellt, daß die höchste Moral für die menschliche Natur diejenige sei, wo nur Liebe, der Hauptgrund sei! Deswegen setztet ihr, die ihr dem Vegetarismus anhänget, den ersten Satz als Grundprinzip auf: Es ist der geistigen Natur eines frei denkenden Menschen unziemend, anderen Tieren, denen der Schöpfer das Leben, das Gefühl für Freude und Schmerz, und vielleicht auch noch andere Bestimmung gegeben hat, für euch als letztem Gliede der Schöpfung auf diesem Erdballe, bloß um als Nahrung zu dienen, das Leben zu nehmen. "Eure folgerechte (und vollgerechte?) Urteilsweise hat ihren guten und geistigen Grund, und es ist eben dieser Grund der einzige eures Vegetarianismus, der euch bis jetzt, ohne Kenntnis Meines durch Meine Knechte gegebenen Evangeliums, als höherstehende, Mir sich annähernde Wesen, vor anderen ausgezeichnet hat (wohl eine höchste Anerkennung! d.H.); denn bloß dem körperlichen Wohle zu Liebe hat der Vegetarianismus zwar auch seine Vorteile, die Ich im vorhergehenden Diktate entwickelte, aber als geistige Annäherungsmittel zu Mir diese Richtung auffassend, gelangt der Vegetarier, oder der Anhänger dieser blutlosen Lebensweise erst zu dieser Stufe, wo alles hingehört, was man in Meinem Namen und Meiner Lehre zu Liebe tut!" Also das Wort 'moralisch' oder 'sittliche Gesetz' glaubet ihr, verbietet euch, Tiere zu töten, um selbe als Nahrung zu benützten! Jetzt will Ich euch fragen, wenn ihr Mich von eurem Standpunkte aus betrachtet, was verdiene den Ich für einen Titel, Der Ich den Mord und das Aufzehren des einen Tieres durch das andere bei den meisten als erstes Lebensprinzip aufgestellt habe, und Ich doch der Vater voll Liebe, Geduld und Demut sein will! Betrachtet Meine euch bekannte Schöpfung, wie geht es da zu? Den ganzen Tag denkt ein Tier nicht anderes als Mord, manche sogar haben noch die Eigenschaft, daß sie die ihr zu ihrer Nahrung bestimmten Tiere nicht gleich aufzehren, sondern sie vorher noch quälen, oder sie eines langsamen Todes sterben lassen; schaut die Katze, die Spinne, die Raubvögel und so viele andere Tiere an! Und hinter diesem allen sollte nur Liebe stecken? Ja, von eurem Gesichtspunkte aus betrachte, ist da ganz wenig Liebe, und von Mitleidsgefühl gar keine Rede! Sehet eine Riesenschlange an, wie sie das unschuldige Tier, welches sie zu ihrer Nahrung bestimmt hat, mit ihren festen Leibesringen umklammert, ihm alle seine Knochen zerquetscht und dann langsam das ganze Tier mit Geifer überzieht und in ihren Rachen hinunterwürgt; - wahrlich, wer solch einem Akte der notwendigen Fütterung dieses Tieres zusehen müßte, der könnte sich einen allbarmherzigen und allliebenden Gott nicht vorstellen, denn bei diesem Akte, wo das Mitgefühl euer Herz bewegt, und ihr mit Abscheu und Trauer euer Herz wegwendet, müßte Ich als Gott und liebender Vater weit hinter den zarten Impulsen eures Herzens zurückbleiben. In manchen von euch würde der Ruf des Herzens ertönen: "Warum, o Vater solch grausames Spiel in Deiner Natur, wo alles Liebe atmet, und doch neben den sanftesten und schönsten Gefühlen, die tief das menschliche Herz beim Anblick all Deiner Wunder beschleichen und es zur Milde und Liebe stimmen, warum dazwischen solche Mißtöne, solch grausame Zerstörung, und solche Gräuelszenen? Ja, Meine Kinder, ihr habt Recht! Hättet ihr, besonders als Vegetarianer, diese Erde gemacht, ihr hättet wohl alles anders eingerichtet als Ich, d.h. ihr hättet alles nach euerem menschlichen Wissen, und nicht nach geistig höher stehenden Gesetzen geordnet, welche ihr vorderhand nicht kennet, und auch nicht begreifen könnet, denn dazu gehört, nebst Meiner Zulassung zur höheren Einsicht, auch noch eine große, hohe Geistesstufe, auf der als Menschen, ihr noch lange nicht seid. Und doch, sehet, soweit Ich es euch begreiflich machen kann, sage Ich euch, und doch steckt hinter diesem Gemetzel in der ganzen Natur der Engel des Friedens, der auch dem gequälten Tiere zur rechten Zeit eine Gefühllosigkeit gibt; wo ihr vor seinen Zuckungen zurückbebet, da fühlt selbes nichts mehr, und die elementare Scheidung geht vor sich, wo gewisse Substanzen seines Ichs durch Gewaltmittel ausgeschieden werden müssen, die dem anderen Tiere, welches sich das niedere als Nahrung aneignen will, schädlich, und seinem Ringen nach einer höheren Stufe hinderlich wären. Was wollet ihr besseres als Beispiel, als wenn Ich euch euer menschliches Treiben vor Augen führe, ist es dort etwa anders als in der Tierwelt? Lebt da nicht einer vom Leben anderer, ja oft vieler? Zerrüttet nicht, wie eben jetzt, ein ehrgeiziger ruhmsüchtiger Herrscher tausende von Lebensverhältnissen, bringt Trauer und Schmerz überäll hin; und doch seht: Ich, als Vater, der Vater der Liebe, lasse dieses Morden und Schlachten zu, lasse auf Trümmerhaufen von eingeäscherten Städten und Dörfern den ruhmgekrönten Sieger stolz einherziehen, wie ein Gott sich wähnend, und hinter dieser, jedes Menschenherz empörenden Zerstörung und Verwüstung so vieler Materie blüht die Blume des geistigen Friedens, leuchtet die Sonne des geistigen Lichtes! Tag wird es einst werden, wo es zuvor trübe über den Gemütern lag, und statt als Plagen verschiedene Unglücke, werden die überstandenen Trübsale Läuterungsmittel für das geistige Wohl der Menschen und Völler sein! So geht es auch im Tierreiche, schwinget euch hinauf, Meine Kinder, über euer weltliches Denken, erhebet euch bis zu Mir, und ihr werdet sehen, daß eure moralischen Grundsätze, die sehr schön und ehrenswert für Menschen vom menschlichen Standpunkte aus sind, und die Ich Selbst in euch ehre, da sie beweisen, wie sehr ihr das Materielle abstreifen wollet, in Meinen Liebesgesetzen fußen. Fahret fort, euer Würde treu zu bleiben; wenn es euch auch Abscheu macht, Tiere zu töten, um sie zu verzehren, so hindert das nicht, daß ihr deswegen doch begreifen könnet, daß nach geistiger Ansicht Töten nicht geboten, sondern nur erlaubt ist! Ich Selbst habe während Meines Erdenwandels die Menschen gelehrt, wie sie das eine oder andere Tier zur menschlichen Speise zubereiten können (wie dem Wirt Ebal am See Genezareth, Bd.2. Joh.Ev.). Ich Selbst habe getötete Tiere gegessen; allein, bei allem dem zeigt es den Menschen nur, in dieser Hinsicht, wenn andere Nahrungsmittel fehlen, daß die nämlichen Elemente, welche die menschliche Seele zum Aufbau ihres Körpers braucht, auch in den Tieren, und nicht nur allein in den Früchte und Körner bringenden Gewächsen und Grasarten (Cearlien) enthalten sind. Ein anderer Grund aber, der noch tiefer liegt, als ihr es vielleicht ahnet, warum das Fleischessen nicht gerade notwendig, aber sogar vermieden werden kann, liegt teils in den klimatischen Verhältnissen, in den heißen Ländern geht bei der Verdauung ein ganz anderer Prozeß vor sich, als in kalten und feuchten Ländern. Neben diesem Grunde liegt noch ein anderer und weit tieferer in der Enthaltung von Fleischspeisen, und namentlich des Blutes der Tiere, den schon Moses erkannte, und seinem Volke das Verzehren des Blutes der Tiere unter jeder Form verbot; dieser Grund ist, weil nämlich eine jede Todesart ein gewaltsamer Eingriff in das von Mir organisiert Leben eines Tieres ist, so geschieht bei diesem Akte eine Zersetzung einer Menge Spezifika, die beim ruhigen Leben des Tieres gebunden im Körper und Blute desselben schadlos schliefen. Durch den gewaltsamen Tod wird das Blut wie auch das Fleisch des Tieres verändert; es gehen Prozesse vor, die dann teilweise durch den Läuterungsprozeß des Feuers beim Kochen und Braten aufgehoben, aber nie ganz vertilgt werden, wodurch der menschliche Körper, wenn nicht gleich, doch in der Folge gewisse auftauchende Krankheiten solcher Nahrung zu danken hat, besonders bei Tieren, welche, wie die wilden, durch Jagen und Ängsten in einer außerordentlichen Aufregung ihr Leben aushauchen mußten. Ein noch tieferer Grund in Bezug auf das Fleischessen liegt darin, daß die Tiere in ihrer Art ebenfalls verschiedenartig in der Gemütsart sind, wie die Menschen; denn es gibt friedliche und boshafte, streitsüchtige und gutmütige Tiere; daß das Fleisch des einen von dem des andern ebenfalls himmelweit unterschieden sein muß, versteht sich von selbst. Wer also des Fleischessens sich enthalten kann, oder dasselbe nur so mäßig als möglich gebraucht, entzieht sich auf diese Art einer Menge von Spezifika oder geistiger Elemente, die ein anderer gedankenlos in seinen Magen schiebt; aber was sein Geistiges betrifft, gewinnt er nur so viel, daß der einen gesunden Körper seiner Seele darbietet, während der andere leichter von Krankheiten und Übelständen geplagt ist, deren Grund er sich nicht zu entziffern weiß. - Euer 'moralischer' Grundsatz, wie ihr selben nennt, beschränkt sich daher auf folgende Erklärung: "Daß, wenn ihr durchdrungen seid von dem schönen Geiste des Mitleids und wollet einem Tiere nicht das Leben nehmen, bloß um sein Fleisch in euer eigenes zu verkehren, so tut ihr gut daran; denn von allem was der Mensch als geistiges Wesen überzeugt ist, soll er nicht das Gegenteil tun, weil solches nur schädlich auf ihn einwirken kann; daß aber das Fleischessen nun so ganz verboten und aus den Nahrungsmitteln des Menschen verbannt werde, ist deswegen nicht nötig, wenn Ich solches gewollt, so hätte Ich nur eure körperliche Konstitution so einrichten können, daß ihr, wie z.B. der Ochs, der Esel, das Pferd, nicht anderes vertragen könntet, als nur Gras und Kräuter, oder Vegetabilien oder Früchte allein; da Ich aber den Menschen zum Herrn der Welt machte, so gab Ich ihm auch einen Körper, welcher ihn dazu geeignet machte, in allen Klimaten und von allen Produkten leben zu können. Daß, wie es sich von selbst versteht, das 'Zuviel' schädlich ist, so hat der Mensch auch, neben der Fakultät, alles zu genießen, seinen Verstand erhalten, um das rechte Maß und Ziel in dieser Hinsicht zu bewahren; Ich gab ihm die Mittel und die Befähigung (zum Omnivorismus), aber ich wollte nebenbei auch den Grund legen, seine Gelüste und Begierden zu bekämpfen und nicht den Magen als seinen Gott zu erklären! Dieses einzige 'Bekämpfen', welches geistig Mir das Erste ist, liegt als Grundprinzip in eurem Vegetarismus, es stärkt eure Seele durch Kampf, erhält euren Leib bei mäßiger Kost gesund, damit er so als tüchtiges Werkzeug der Seele diene! Das, was euch Gelehrte und Naturforscher einwerfen, daß eure Lebensart auf eure Nachkommen, wenn nicht schon auf euch selbst einen schädlichen Einfluß habe etc., lasset diese Einwürfe der sogenannten Gelehrten nur ruhig liegen, was die Gelehrten nicht wissen, das weiß Ich besser, und seid versichert, wenn ein Mensch, Mir zu liebe, und nicht wegen seinem Körper, ein mäßiges Leben führt, bei dem er gesund und kräftig geblieben ist, so möge er ruhig sein. Wer etwas getan oder gelebt hat, um Mir näher zu kommen, den werde Ich nicht strafen, weder bei seinem Leibesleben, noch in seinen Kindern oder Kindes-Kindern! Als Ich im vorherigen Diktate sagte, daß, er sich an den Vegetarismus gewöhnt hat, solle bei selbem bleiben, so lange es seiner Gesundheit nicht schadet, so meinte Ich damit, daß ein jeder wohlweislich aufmerksam sein solle, sobald sich seine Natur der einen oder andern 'frugalen' Speise widersetzt, er dann nicht hartnäckig bei dem früher eingeschlagenen Wege verbleibe, sondern daß er an der strengen Festhaltung nachlasse, wo Strenge nur Schaden bringen würde; denn ihr müßt ja nur bedenken, daß im vorgeschrittenen Alter die Krankheiten, ja selbst der Tod, nicht blos von den eingenommenen Nahrungsmittel, sondern auch von der eingetretenen Unbrauchbarkeit der Organe hergeleitet werden kann. Wenn also die Verdauungsorgane dergestalt abgenützt und schwach geworden sind, daß sie reizendere Mittel brauchen, so muß man von den früheren Gewohnheiten dasjenige weglassen, was am meisten schaden könnte, und es durch andere Mittel, wie vielleicht gerade durch Fleischessen, oder, statt Wasser Wein trinken, ersetzen, um seinen Nerven wieder Spannung und dem Körper seine Elastizität wieder zu geben, daß er der Seele als rechtes Werkzeug diene, bis zum letzten Atemzuge! Ich warne daher alle vor Pedanterie! Nichts auf dieser Erde ist stets gut, und nichts stets schlecht!" Sehet, wie Ich die Welt regiere, aus dem Schlechten ziehe Ich das Gute, und aus dem Guten lasse Ich das Schlechte hervorgehen, daß so wieder, euch zur Schule, als Gutes euch um eine Stufe höher bringt. Deswegen müsset auch ihr nicht fanatisch an eingesogenen Maximen eines oder des anderen Verteidigers eures Vegetarismus festhalten, ihr müsset euch den Umständen, den Klimaten und sozialen Verhältnissen unterordnen! Haltet euch stets an den Mittelweg (in medio beati)! Auch des Guten zu viel getan ist am Ende schlecht. Gebrauchet euren Verstand zur Leitung und Erhaltung eures Körpers, und euer Herz zur Besserung eurer Seele und zur womöglichen Vereinigung eures Geistes mit ihr! Was ihr 'in Meinem Namen' und wegen Mir tuet, wird euch nie schaden, sondern nur Segen bringen, dessen möget ihr auch versichert sein! So glaube Ich euch nun den Standpunkt gezeigt zu haben, auf den ihr euch stellend, Mich, Meine Schöpfung und euren Vegetarismus beurteilen sollet. Überdenket das Mitgeteilte wohl, und handelt stets nach Meinen geistigen und nicht nach euren Ansichten, und Mein Segen wird euch nie ausbleiben. Amen! Amen! Amen!
Durch denselben 21. Januar 1871
So höre: Vorerst hast du die Frage: 'Werden wohl die Menschen einst alle den Vegetarismus annehmen, und alle so leben, wie die Urväter gelebt haben?' Auf diese Frage sage Ich dir: 'Wenn der Vegetarismus auch einmal im Geistigen geübt und eingesehen wird, dann wird der andere, dem du schon lange huldigst, wohl nachkommen."- Ich will dir aber den Vegetarismus im Geistigen vorerst erklären und dich fragen, wo du und ob du viele Anhänger davon weißt! Siehe, der geistige Vegetarismus beschränkt sich, wie der materielle, nur auf die Nahrung, die dem Geist-Menschen oder seiner Seele am angemessensten und heilsamsten ist. Sieh alle Religionssekten an, wie viel unnützes Zeug verzehren sie noch geistig, das, um zu Mir den Weg zu finden, alles nicht nötig, und ebendeswegen dem geistigen Organismus der Seele nur schaden kann, wie es dem Köper schadet, wenn er sich Dinge zur Nahrung gewählt hat, die seiner Organisation zuwider sind. Im natürlichen oder materiellen Vegetarismus vermeidet ihr alle Fleischspeisen, als von Tieren genommen, die wegen euch das Leben verlieren mußten, um euren Gaumen auf die kurze Zeit, wo selbe im Munde sich befinden, zu ergötzen und zu kitzeln. Ihr vermeidet alle sauren und gesalzenen Alimente, als nicht für die menschliche Natur passend, weil sie meistens Speisen sind, wo die Verwesung künstlich aufgehalten wurde, die dem Gaumen zwar schmecken und reizen, aber doch kein Leben mehr in sich haben, und auch keins geben können, ihr verschmähet sogar das vom gebeutelten Korn gebackene Brot, weil ihr annehmet, daß von selbem die besseren Elemente entfernt wurden, und verzehret lieber das Brot aus reinem Korn verfertigt, ohne den Reiz der Gärung und den Sauerteig, letzteres ebenfalls wieder ein Todes-Gebräu; ihr trinket keinen Wein, bleibet beim Wasser, weil der Wein das Blut aufregt, und nicht die guten, sondern die schlechten Gelüste befördert (haupts. der neue, unvergorene, ebenso werden gemieden Kaffee, Tabak, Spirituosen. d.H.). Dieses alles tut ihr und noch mehr, um einen gesunden Leib zu erhalten, und auch, weil ihr glaubet, diese Art zu leben, nämlich nicht auf Schaden anderer Kreaturen, sei dem geistig menschlichen Organismus, und euch als Menschen, mehr angemessen und würdig! - Nun wollen wir auf diese Art den geistigen Vegetarismus ebenso durchgehen und sehen, was die meisten Menschen eigentlich in dieser Hinsicht tun, und was sie tun sollten! Siehe: Der geistige Vegetarismus wäre eigentlich nichts anderes als: 'Meine zwei großen Liebesgebote sich tief ins Herz einzuprägen, danach zu leben, und so für seine Seele die größtmögliche Gesundheit zu erlangen!" Was tun aber die Menschen? In den meisten Religionszeremonien stecken ebensoviele 'Fleischpeisen', 'Gesalzenes' und 'saure' geistige Elemente darin, daß diejenigen, welche dem Kultus allein huldigen, und mit Ausübung dessen allein glauben es mit Mir abgemacht zu haben, ebensoviel Schlechtes in ihr geistiges Blut hineinbringen, wie diejenigen materiellen Menschen, die nur Feinschmecker geworden sind, und gewöhnliche Speisen ihnen nicht mehr munden, durch pikante Reizmittel ihr materielles Blut verschlechtern. Dahin gehören hauptsächlich die Zeremonien der christlich-katholischen Religion, wo die Priester nicht genug wissen, Glänzendes und Prunkendes aufzutreiben, um den Kirchenläufern ja so recht viel 'Sand in die Augen zu streuen'. Die Protestanten haben zwar viel, ja beinahe alles dieses Überflüssige entfernt, und doch sind sie noch immer beim 'Sauren', 'Gesalzenen' und 'Verwesten' geblieben (siehe Predigt 8 in Nr.30). Sie haben die Musik für ihre Psalmen beibehalten, welch' letztere ebenfalls so nichtsdenkend und gleichgültig heruntergesungen werden, wie die Gebete der katholischen Kirche heruntergeplappert von der Masse. Sie halten sich an die Bibel, aber an was darin? An die äußere Rinde, da nagen sie, forschen sie, und wollen anderen erklären, was sie selbst nicht wissen; denn in der Rinde ist wenig Leben, sie ist nur das äußere Kleid, das stets sich erneuert und stets verwest, und vom Kern des eigentlichen Lebens am meistens entfernt ist. Auch sie sind noch keine (geistigen) 'Vegetarier', sie möchten es wohl sein, aber noch hat kein Licht ein hohes Kirchenoberhaupt erleuchtet, und ihnen den Weg zum Kern gezeigt. So lebt der größte Teil der Menschen noch immer der Form, dem Äußeren zulieb geistig fort. So lange also nicht der Drang in ihnen erwacht oder wenigstens in vielen, alles Zeremonielle wegzulassen, und nur Religion zu treiben, wie Ich es in den Evangelien Selbst niedergelegt habe, als ich sagte: 'Wer Mich lieben und anbeten will, muß Mich im Geist und in der Wahrheit lieben und anbeten, denn Ich bin ein Geist!" So lange dieser Drang des geistigen Vegetarismus nicht erwacht, so lange die Menschen nicht daran denken, 'was denn eigentlich die wahre Seelenkost sei,' und dann, haben sie selbe gefunden, ihr gemäß auch leben wollen, so lange wird der materielle Vegetarismus nicht Anklang finden, wenigstens nicht in dem Sinne, wie Ich ihn meine; denn die jetzigen Vegetarier, ja die meisten haben auch nicht ihrer Seele, sondern ihrem Körper alles Augenmerk zugekehrt! Geistig muß vorerst Mein (Wort)Brot rein, wie Ich es gebe, angenommen werden, ohne Zugabe, ohne Sauerteig, gewürzt mit dem Wasser Meiner Barmliebe; dann wird der materielle Vegetarismus leicht folgen, denn die Menschen werden bald erkennen, daß die jetzt so hochgeschätzte Küche nur die zweite Apotheke ist, wo nicht Lebenssubstanzen gebraut, sondern nur, wie in den Apotheken, Gifte mit einer leicht annehmbaren Überkleidung dem kranken Menschen dargereicht werden, um ihm eine Stunde früher den Weg in die andere Welt zu erleichtern. Hier, Mein Sohn, hast du die Erklärung in Betreff deiner Zweifel im Vegetarismus (die vollständige Kundgaben von Oben über Vegetarismus sind im Seperatabdruck als Nr.41c erschienen.)
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer am 08. Juli 1872 "Also bedenke, je mehr du anderen hilfst, desto mehr wird dir selbst geholfen sein!"
Was die Schwester anbelangt, worüber du eine Aufklärung bei Meinem Schreiber verlangst, so sage Ich dir, wenn dieses Kind Mich und Mein Wesen näher kennen lernen würde, dann würden die Mattei'schen Mittel (und sogar auch 1 Glas Wasser) helfen, wenn sie selbes im vollen Vertauen zu Mir, und nicht im Vertrauen zu den Mitteln bloß nehmen würde. Schreibe ihr, sie solle sich inbrünstig an Mich wenden, sie solle in einer stillen Stunde sich so ganz in ihr Herz versenken, und dann aufmerksam selbes belauschen, und sie wird Meine Stimme vernehmen, die ihr Trost und den wahren Glauben einflößen wird. Daß es jetzt mit diesen Mitteln - den Mattei'schen und sonstigen Arzneimitteln - nicht immer die gewünschten Resultate hat, die dein Mann damit zu erzielen wünscht, rührt daher, weil er nicht weiß, warum Ich den einen oder den andern habe krank werden lassen, nämlich um ihn vielleicht geistig zu heilen, und daher nicht inkonsequent gegen Mich Selbst sein kann, dort wieder gut zu machen, was Ich geflissentlich äußerlich verschlechtern lassen wollte! Dein Mann soll nur helfen wollen, mit ganzem Herzen und ganzem Vertrauen in Mich und Meine Führungen, dann wird er schon manchmal das 'Warum' besser erkennen, daß Ich die Umstände so und nicht anders einleite. Folget nur Meinen väterlichen Mahnungen und dem Drange eures Herzens, und ihr werdet den Vater und Seine Liebe bei allem was ihr unternehmen wollet, mit im Spiele finden! Wie Meine Hand als die allmächtige überall eingreift und auch eingreifen muß, so lenkt sie auch die Schicksale der Welten, Geister und Menschen, und führt sie alle an das gemeinschaftliche Ziel, an das Ziel einer dereinstigen Vereinigung mit der ewigen Liebe, das Band, welches alles umschlingt, und auch eure Herzen an den himmlischen Vater gekettet hat, Der euch auch hier den Segen gibt! Amen!
Über Kranksein, Heilen und geistige Kur Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer am 8. Juli 1872
Nachdem du, Mein lieber Sohn, mittelst Meines Schreibers (G. Mayerhofer) Mich angegangen bist, dir direkt mitzuteilen, ob deine Art zu leben und die Behandlungsweise deines Übels das Rechte war, so kann Ich dir bloß antworten, daß, wenn Ich nicht damit einverstanden gewesen wäre, du jetzt nicht so weit hergestellt wärest, um deinen Geschäften wieder vorstehen zu können; jedoch, damit du dieses 'einverstanden' nicht mißdeutest, so will Ich dir es näher beleuchten wie Ich es meine; denn sieh, Ich bin eigentlich mit allem einverstanden, was die Menschen tun, weil sie eben freie Geschöpfe sind, und tun können, was sie wollen, nur der geistige Endzweck ist Meine Sache, wo Ich auch öfters aus den größten Irrtümern der Menschen für sie gerade den besten Erfolg erziele! Um auf deinen Fall zurückzukommen, so war Ich einverstanden mit deiner Krankheit, weil sie dich zum Nachdenken über die Welt und ihren Wert und über Meine geistige Welt, deren Führung und Leitung und über Mein göttliches Wort und Meine leitende Hand, anzuregen und dir mehr Aufschluß zu geben geeignet war. Ich war einverstanden mit deiner Krankheit, und wenn gleich der Arzt (allopathische) Mittel angewandt, die nicht gerade die nächsten und einfachsten waren, so ließ Ich es doch zu, daß er durch selbe ein günstiges Resultat erzielte, damit er dich, so wie er es gelernt und erfahren, dem weltlichen Treiben und deiner Familie wieder zurückgebe! Die geistige Rekonvaleszenz und ihre Nachwirkung ist Meine Sache gewesen, dir den geistigen Weg offen zu halten, damit nicht im Welttreiben du Mich vergessen möchtest. Das was in dem letzten Briefe Mein Schreiber dir schrieb (über die diätischen Gesetze, über naturgemäße (mäßige nicht extreme) vegetarische Lebens- (und auch (Heil-)Weise etc.), und was auch im heutigen der Anfang ist, dieses sind wohl die allgemeinen Grundgesetze Meiner Natur, welche du wissen solltest, damit du auch mit der Zeit zu selben zurückkehren kannst, was aber für den Augenblick dir nicht geraten ist, da sie Resultate hervorbringen würden, die vielleicht dir als eine Reaktion vorkämen (also Vorsicht d.H.). Das magst du stets als Haupt-Grundsatz annehmen, daß je einfacher eine Lebensweise ist, desto naturgemäßer, und daß, wenn ein Mensch alles tut, um sein Blut von fremden Elementen zu reinigen (s. das Wort: 'über Diätetik und rechtes Heilen', an F. in Dresden und über Vegetarismus etc. 3. S. weiter hinten), selbes ihm nie schaden, sondern nur nützen kann! In dieser Hinsicht richte dein Leben ein, damit keine Rückfälle eintreten, und kannst du dir bei Gelegenheit kleine Gewohnheiten, welche gegen Meine allgemeinen Natur-gesetze verstoßen (hier ist auf das Rauchen hingedeutet), abgewöhnen, so hast du davon doppelten Gewinn, ersten deinen Leib um ein Bedürfnis ärmer, und deine Seele um eine Errungenschaft reicher gemacht zu haben, wobei das Letztere dann dir geistigen Gewinn einträgt, als Ersatz gegen leibliche Genußverluste. - So viel, Mein Kind, über deine Zweifel, fahre fort dich Mir zu nähern, und je mehr dieses geschieht, desto mehr wird dein natürlicher Instinkt als geistiger Mensch dich abhalten, Dinge mit deinem Körper zu vermengen, die nur sinnliche Erhebendes, aber geistig Schwächendes bieten. Du hast gesehen, in Meiner Hand warst du, du standest nahe am Jenseits, Ich wollte dich noch nicht dort haben, sondern übergab dich dem weltlichen Treiben wieder, weil Ich nur völlig reif gewordene Früchte und nicht halb- oder viertelzeitige brauche. Lebe gemäß Meiner Worte geistig, und gemäß deiner Vernunft körperlich; sehe nur zu, daß das Letztere nie die Oberhand über Ersteres bekommt, und du magst überzeugt sein, daß Ich dann mit Meinem Segen dir beweisen werde, daß Ich mit deiner geistigen Kur einverstanden bin, für dich und deine Familie und deinen Nächsten zum Besten! Amen!
Empfangen durch G. Mayerhofer, Triest, am 11. Januar 1871
Nachdem du (der Schreiber des Herrn) Mich anflehst um ein Mittel, diesem Bruder eine Erleichterung in seinem Leiden zu bringen, so schreibe nun und sage ihm: Ich weiß wohl, wo es ihm fehlt, und er weiß, warum es ihm fehlt, und so haben wir zwei uns keine Generalbeichte abzulegen. Da er aber schon seit längerer Zeit - mürbe gemacht durch seinen hilflosen Zustand - Mich um Hilfe bittet, so will Ich denn Gnade für Recht ergehen lassen, und ihm den Weg zeigen, wie er dieselbe von Mir erlagen kann, und was er für sich selbst vorerst tun soll, auf daß Mein Segen fruchten soll. So höre: Bei seinem Übel ist die Tatlosigkeit der Bewegungsnerven das Haupthindernis. Um nun dieses zu beseitigen, so müssen die Nerven durch besseres Blut ernährt werden, und dazu gehört eine für ihn vielleicht starke, aber notwendige Verleugnung seiner Hauptgewohnheiten; denn Ich kann sein Blut nicht verbessern, wenn er jeden Augenblick zu dessen Vergiftung besonders durch Tabak und Kaffee beiträgt. Als das Erste ist das Sprichwort: Hilf dir selbst und dann werde auch Ich dir helfen. Es müssen also obengenannte Gegenstände nebst allem Sauren, Gesalzenen und halbverwesten Speisen, wie Käse, Heringe, Schinken etc. vermieden werden. Sodann wirst du, unterstützt von Meinem Segen, ihm ein leinenes Tuch magnetisieren, welches in Form eines Kreuzes ihm auf den Rücken gebunden werden solle, und zwar so, daß genau nach dem Laufe des Rückenmarks der längere Teil sich ausdehnt und oben um den Hals gebunden, der querlaufende Teil um die Hüften am bloßen Leibe befestigt wird. Durch dieses magnetische Band in Form eines Kreuzes werden die untätigen Nerven zu neuer Tätigkeit belebt, und mit strenger Einhaltung der vorgeschriebenen Lebensweise wird er sodann in kurzer Zeit eine kleine Erleichterung fühlen, d.h. er wird teilweise ein oder das andere Glied bewegen können. (Arme, Hände, Beine, Füße gelähmt infolge einer verschwenderischen und ausschweifenden Lebensart 'alla triestina', also seit Monaten gelähmt, heute nach wenigen Tagen konnte er sich schon ganz bewegen. d.H.) Nachdem aber auch bei euren menschlichen Heilmitteln und Ärzten das Vertrauen der wichtigste Hebel zur Wirkung der gegebenen Arznei ist, so muß auch er in Mich, als ersten Arzt der Welt, sein ganzes Vertrauen setzen. Mit inbrünstigem Gebete muß er sein ganzes Schicksal in Meine Hände legen, und dann geduldig abwarten, was und wann Ich die gehoffte Linderung eintreten lassen werde. Auch jetzt betet er, es ist aber nicht das rechte Gebet, wie Ich es will und es Mir angenehm ist. Es muß nicht mechanisch sein, es muß Mir als Geist entsprechend ein geistiges Gebet sein; nur dann dringt es bis zu Mir, es muß mit dem Herzen und nicht mit den Lippen vollführt werden. - Um zu diesem Gebete aber den Weg zu finden, so soll er zuvor über sein ganzes Leben etwas nachdenken, soll da in der Vergangenheit sein eigenes Leben betrachten, wie er sich gegen Mich verhalten, wie er Meine Gnade geachtet oder mißachtet hat; wie er endlich nach so vielen Fehlern gegen Mich, gegen seine Seele, und endlich auch gegen seinen Körper, bis dorthin gekommen ist, wo er sich jetzt befindet. Wenn ihn dann so eine recht herzliche Reue überkommt, wenn er klar einsieht, wie sehr und wie oft er gegen Mich gefehlt, wenn er dann klar begreifen wird, daß es noch hätte schlechter kommen können als Strafe für seine Fehler; dann flehe er zu Mir, bekenne vor Mir offen seine Schuld, bekenne wie wenig er diese Langmut seines Vaters verdient hat, Der ihm jetzt noch im vorgerückten Alter wieder die Hand bietet, um den längst verlorenen Sohn zu retten. Wenn er so zerknirscht vor Mir dasteht, Meiner Gnade und Meiner Huld alles überlassend, dann werde Ich neues Leben erst in seine Seele, und durch diese in seinen Körper einfließen lassen; und mit seinem heiligen Versprechen, jetzt alle weltlichen Ideen fahren zu lassen, und nur sein geistiges Heil suchende, wird er dann bald fühlen, was es heißt, auf seinen himmlischen Vater vertrauen, Der ebenso, wie ein Vater auf eurer Erde, ein flehend Kind nie zurückweisen wird. Hier liegt der Weg offen erklärt vor ihm; will er ihn wandeln, wird er die guten Folgen davon bald ersehen, ist seine Eigen- und Weltliebe stärker, so wird er in letzterem Falle sich selbst zuzuschreiben haben die Folgen, die daraus erwachsen werden. Frei habe Ich den Menschen erschaffen und frei muß Ich ihn lassen. Er ist Herr seines Schicksals und kann wählen entweder den Weg nach oben oder den unten. Amen. - Hier will ich ihm noch ein Gebet an Mich geben, wie er Mich anflehen soll, und nicht in geistlosen, angelernten und abgedroschenen, nichtssagenden Gebetsformeln. So schreibe also: "Liebevollster Vater! Hier liege Ich schon jahrelang unbeweglich, mir und den Meinen zur Last; ein lebendiger Vorwurf meines eigenen, vergangenen Lebens. O Du allerliebster, gnädigster und huldvollster Vater und Herr, der Du mir so lange geduldig zugeschaut hast, wie ich leichtsinnig ohne Vorbedacht meine weltliche Existenz und meinen Körper so nach und nach ruinierte. Mit welchem Gewissen soll ich vor Dich hintreten, wenn ich bedenke, daß ich nicht nur allein mich, sondern auch meine Lebensgefährtin und die Kinder, dich ich in eitler Lust gezeugt, nun mit unglücklich gemacht und dem weltlichen Elend preisgegeben habe. Du, o Vater, hast aber trotz allen diesen Fehlern mich doch nicht vergessen; und jetzt, wo ich keine Rettung mehr hoffte, jetzt sendest Du mir Hilfe, mir Unwürdigem! - Was vermag ich Dir denn dafür zu bieten? Ein mit Vorwürfen zerrissenes Herz, und ein mit Sünden beladenes Gewissen, das sind die Gaben, die ich vor Deinem Throne hinlegen kann; und doch nach solchen Opfern würdigest Du mich, mir Deine hilfreiche Hand zu reichen. Ja, lasse sie mich fassen, diese so oft mir nahe gewesene und stets von mir verschmähte Hand; lasse sie mich fassen und festhalten, auf daß sie mich herausziehe aus diesem Elende, in welches mich meine eigene Schuld warf. Vater, als verlassenes, aber reuiges Kind rufe ich zu Dir, hilf und verzeihe mir! Mehr kann ich nicht erflehen; denn auch dieses verdiene ich nicht, aber Deine unbegrenzte Liebe und Gnade, die auch den Wurm im Staube nicht vergißt, erfüllt mich mit der heißen Hoffnung, daß Du auch mich, den verlorenen Sohn, in Deine Arme aufnehmen und meine bis jetzt ausgestandenen Leiden als eine kleine Abschlagssumme meiner Fehler ansehen wirst. Du wollest mich Blinden führen und aus all meinen Fehlern und Verirrungen erst eigentlich die beste Stufenleiter zu Deinem Herzen erbauen. Wer kann solche Huld und solche Liebe würdigen? Ein Sterblicher nicht, sondern nur stille weinend kann sein eigenes verirrtes Ich Deinem väterlichen Rufe folgen! Amen."
Die wahre Heilmethode oder Über Diä tetik und rechtes HeilenEmpfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 13. Juni 1872
(Zunächst an C.F. in D. - speziell fürs weibliche Geschlecht wegen der Bleichsucht)
Mein lieber Sohn, du hast dich mittelst schriftlicher Bitte an Mich gewendet, um Hilfe und Rat zu erfahren, wegen deiner kranken Pflegetochter. Um deinen Glauben zu bestärken, will Ich dir auch antworten, und so wisse denn, wenn man auf einer Seite schadhafte Stellen ausbessert, und auf der andern Seite Schaden verursacht, nicht Gutes herauskommen kann. Der Arzt, welcher deine Pflegetochter behandelte, und mittelst Eisenpräparaten ihre gestörten Unterleibsfunktionen regeln wollte und diese auch teilweise in Ordnung gebracht hat, erreichte so wohl öfters seinen Zweck; allein, indem er dieses Übel nur untergrub, und ihm die Stütze raubte, damit hat er dasselbe nicht vertilgt; und sobald die Natur oder der ganze Organismus von der Schwächung durch Arzneimittel sich erholt hatte, so zeigte sich das Übel wieder. Um nun diesem Übel gänzlich den Garaus zu machen, so muß Ich ein wenig mit dir in weitere Details eingehen, damit du auch meine Heilmethode (d.h. die wahre) richtige auffassen kannst. Sieh, Mein Kind, das weibliche Geschlecht hat drei Hauptphasen in seinem Leben durchzumachen, welche Veränderungen aber (zumal in den jetzigen Zuständen) nie so unbemerkbar vor sich gehen, und manchmal sogar von andern organischen Fehlern unterstützt, dem leiblichen Körper verhängnisvoll werden können. Von der Geburt an bis zur Entwicklung des jungfräulichen Alters ist das Mädchen, obwohl schon mit allen Apparaten für ihren zukünftigen Beruf ausgerüstet, doch eigentlich geschlechtslos, d.h. es schlafen alle Triebe für spätere Zwecke (im normalen Zustande physisch und moralisch), und auch die dazu bestimmten Organe verhalten sich leidend oder passiv, während der übrige Teil des Körpers sich entwickelt. Sobald also der Zustand des jungfräulichen Lebens herannaht, so tritt eine Veränderung aller Funktionen im weiblichen Körper ein, um das aufblühende Mädchen zu dem geeignet zu machen, zu was sie von Mir bestimmt war, da Ich das Weib als Fortpflanzungsorgan der Menschheit in die Welt setzte. Die gänzliche Umwandlung bringt die zweite Phase im weiblichen Körper- und Seelen-Komplexe. Wenn dann die Jungfrau als Weib ihre Mission erfüllt hat, so tritt im vorgerückten Alter die dritte Phase ein, nämlich das Weib als Mutter geht wieder, wenigstens in ihren inneren Funktionen in die erste Phase, der Geschlechtslosigkeit, oder wie hier besser gesagt, in die fernere Unempfänglichkeit zurück! So wie das Eintreten in den Jungfrauenstand, und auch das Austreten aus dem Mutter- oder gebärungsfähigen Zustande durch eine gänzliche Umwandlung in den bis dorthin tätig gewesenen Funktionen bedingt ist, so treten dabei häufig Störungen, krankhafte Erscheinungen und andere mißliche Symptome auf, je nachdem das Individuum naturmäßig gelebt hat oder nicht (wobei natürlich auch Konstitutionen und Veranlagungen mitwirken); denn diese Störungen beim vorgerückten Alter, meistens von eigenen Fehlern herrührend, sind bei dem ersten Eintreten in die empfängliche Zeit oft auch Schuld angeerbter, oder von Mutter auf Kind übertragene Fehler, sind aber ebendeswegen nur durch eine gänzliche Umwandlung der bisher geführten Lebensart gründlich zu heilen. Denn siehe, mein Sohn, alles was den menschlichen Körper erhält, ihn aufbaut, von ihm eingesogen und ausgeschieden wird, alles dieses ist Produkt der Lebenskraft des Blutes; wenn nun das Blut von verdorbenen Säften angefüllt, dieselben an gesunde Organe abführt, was kann anders entstehen, als daß das Organ selbst dann krank wird, und seine Funktionen nicht in dem Maße erfüllen kann, als es der ganze menschliche Organismus von ihm erheischt; in den Organen aber tritt der Mangel an gesunder, naturgemäßer Nahrung und Lebensweise sichtbar auf. Nun der gewöhnliche Arzt will das Organ zumeist dadurch heilen, indem er es zu größerer Tätigkeit reizt, er vergißt aber dabei ganz, daß im Grunde nicht das Organ, sondern das in selbes einströmende Blut es ist, welches diese Störung hervorbringt; und so gleicht er einem Manne, der in einem Kruge die Löcher verstopfen will, die ein dahin einfließendes zerstörendes Element verursacht, während er statt dessen den Inhalt mit andern Flüssigkeiten austauschen sollte, wo dann sein Flicken wohl eher nachteilig sein würde! Nun, die Pflegetochter leidet eben an den Störungen der herannahenden Um-wandlung zum nächsten, reiferen Zustande, und um selbe zu heilen, ihr dieses Eintreten zu erleichtern, und sie für den nächsten Zustand geeignet herzustellen, mußt du auch daran denken, ihr Blut von unreinen Elementen zu reinigen; denn was sich an ihr zeigt, sind ja so nur die Ausscheidungen, unreine Substanzen, die die Natur ausstoßen will! Das Blut aber zu reinigen, heißt nicht medizinische Reinigungsmittel zu gebrauchen, sondern das Kind (respektive den Patienten) auf naturmäßige Lebensordnung zurück-führen, von allen reizbaren, verdorbenen Speisen ferne halten! So wird dann das Blut nach und nach von den schlechten Stoffen gereinigt, führt den Organen bessere Betriebsmittel zu, und die Ausscheidungen gehen natürlicher und auf geregeltere Weise vor sich, das Organ wird selbst wieder gesund (zwar langsam aber solid), und mit ihm alle anderen mitverbundenen des ganzen Organismus. Nun jetzt kommt, wie du es anfangen sollst, daß diese Reinigung sich bewerkstelligen läßt. Auch hier will Ich dir deutlichen Aufschluß geben, um deine längst angewöhnten Vorurteile, teilweise zu bekämpfen; siehe, 'gut genährt' zu sein, vieles und oft zu essen, ist nicht immer der Gesundheit zuträglich! Der menschliche Körper braucht bei weitem weniger zu seiner Erhaltung als ihr im allgemeinen wähnet, daß in selben hineingeschoben werden muß. Die naturmäßige Lebensart, ohne (vorwiegend) Fleisch von getöteten Tieren, ohne reizende Gewürze, ohne Kaffee, Wein oder Bier würde die Menschen bei weitem gesünder erhalten, als wie nun bei üblicher Lebensart die meiste Zeit eures Lebens mit (Kochen), Essen und Trinken zuzubringen. Deswegen befolge du bei deinem Pflegekind eine naturmäßige Diät, lasse alles sogenannte Nahrhafte (d.h. Fleischspeisen), Reizbare hinweg, gebe ihr schwarzes Brot, und reife Früchte zu essen, und das Übel wird sich verringern, und mit der ganzen Folge von Unterleibsstörungen mit der Zeit ganz verschwinden. Führe sie oft ins Freie, frische Luft (durch Sonnenlicht geläutert) und mäßige Bewegung in derselben, beschleunigen und erleichtern die Ausscheidungen, stärken die Organe und beleben das Blut. Dieses sind Meine Medikamente, welche Ich für die Menschen schon seit undenklichen Zeiten geschaffen habe; und es ist nur dem verkehrtesten Begriffe von euch selbst zuzuschreiben, wenn ihr, statt Elementen und Ausflüssen der Liebe und Gnade (hier ist wohl auf die Sonnenheilmittel hingewiesen, d.H.) als Mittel aus geistigen Quellen, euch mit Arzneien aus der gröbsten Materie, mit Giften und Säuren, das Leben, statt es aufzubauen und zu erhalten, verkürzet und zu Grunde richtet, und dadurch euch dem frühen Tode überliefert! Folge Meinem Rat, und du wirst bald sehen, wer Recht hat, eure Doktoren oder Ich, der Allerwelts-Heiland! Amen!
Fernere Winke über Physiologie, Diätetik und rechtes HeilenAn denselben. Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 05. August 1875
Mein lieber Sohn, du rufst Mich an mit den Worten aus Meinem irdischen Lebenswandel: 'Bittet, so wird euch gegeben!' und so will Ich denn auch dir angedeihen lassen, um was auch ein jedes Kind seinen Vater bitten kann, d.h. um eine aufklärende, verläßliche Antwort. So höre also: Was deine Pflegetochter anbelangt, so wird sich ihr Übel schon mit der Zeit heben, für sie genügt eine womöglich einfache Lebensart, die der Entwicklung des weiblichen Organismus nicht hinderlich ist. Du würdest sehr gut tun, wenn du das 'Graham-Brot' (Prof. Gramham, New York, empfahl das Brot aus ungebeuteltem Mehl - also nicht ausgesiebt - und nur mit Wasser angemacht), ihr zum Essen verabreichen würdest; es ist nahrhaft und besitzt die meisten Elemente, welche zum Aufbau des menschlichen Körpers nötig sind; auch Früchte, so viel du ihr geben kannst, sei es natürliche (rohe) oder gesotten oder gedünstet, wären für ihren Zustand sehr angemessen, sie würde dadurch weniger Wasser trinken, welches ja so in euren Städten schon längst alles Heilsame verloren hat, und würde sich begnügen mit dem Wasser, welches Ich in den Früchten für Meine Kinder auf Meinen Wegen zubereite. So nach und nach deine Pflegetochter an eine naturgemäße einfache Lebensart gewöhnend, wird ihr Geschlechtswechsel ohne Störungen vor sich gehen, und sie sich dann einer beständigen Gesundheit erfreuen. - Was deine zweite Bitte wegen dem angenommenen Knaben anbelangt, so ist auch bei diesem - neben der Geduld und Liebe - auch die physische Lebensart einer der Hauptfaktoren, wodurch du ihn zu leichtern Fassung des zu Erlernenden bringen kannst; denn siehe, Ich will dir dieses praktisch erklären: sieh einmal ein Klavier aufmerksam an, so wirst du dort gewahren, daß selbes aus kleinen Hämmerchen besteht, welche auf metallene Saiten schlagen, und daß dann der Resonanzboden eigens geformt, die Art des Holzes, die Saiten, die Bekleidung der Hämmerchen, alles mit einander erst einen Ton hervorbringt, sobald auf die Tasten des Klaviers gedrückt, dieser Organismus in Bewegung gesetzt wird. Daß nun diese Töne aber auch dem Ohre angenehm werden, so muß in den Saiten, ihrer Länge und Spannung gemäß, eine gewisse Harmonie derselben erzielt werden, damit die hervorgerufenen Töne dem Ohre angenehm, und den Gesetzen einer höhern Ordnung gehorchend eine Wirkung hervorbringen müssen, die den gebildeten Menschen ansprechen kann. Nun sieh, was das dir jetzt beschriebene Klavier ist, das ist auch der menschliche Organismus, auch er besteht aus verschieden Leitern (Nerven) und andern Apparaten, wie die Sprachwerkzeuge, durch deren Zusammenwirken es der Seele möglich ist, das der Außenwelt mitzuteilen, was sie im Innern hegt; auch beim Menschen wie beim Klavier kann eine wohlgeübte Hand nur dann ihre Gefühle ausdrücken, wenn der ganze Bau harmonisch gestimmt ist, und der größte Klaviervirtuose wird da umsonst all seine Kräfte anspornen, wenn das Klavier verstimmt ist und mehrere Hämmerchen nicht schlagen, den Zuhörern begreiflich zu machen, was er fühlt oder denkt. Bei schwachsinnigen Menschen ist es also ebenfalls nicht die Seele oder der Geist, welcher unfähig ist zu fassen und zu lernen, nein, es sind die Organe, deren er sich bedienen will, die krank, mangelhaft und schwach sind, und den Forderungen nicht entsprechen. Wie man im gewöhnlichen Leben jemandem raten würde: "Willst du eine gute Musik hören, so verschaffe dem Spielenden ein gutes, wohl gestimmtes Instrument", so heißt es auch im menschlichen Körperbau: "Willst du eine tüchtige, leichtfassende Seele haben, so verschaffe ihr einen gesunden Körper." - Sieh, Mein Kind, im menschlichen Körper sind die Hämmerchen des Klaviers die Nerven; diese sind die Leiter, wie bei euch der Telegraphendraht; haben diese Leiter das nötige Lebensprinzip, und können sie leicht weiter befördern was ihnen mitgeteilt wird, so ist die Wechselwirkung von der Außen- zur Innenwelt, und von der Innen- zur Außenwelt sehr leicht zu bewerkstelligen und normal, sind diese Leiter träge, so geschieht dieser Prozeß langsamer oder manchmal gar nicht. Nun, die Nerven, von was werden sie genährt, in Tätigkeit erhalten? Wer gibt ihnen entweder leichte oder schwere Substanzen als Förderer ihrer Mission? Sieh, Mein Kind, das ist das Blut; das Blut nährt die Nerven, so wie es den ganzen Körper erhält. Das Blut nun, durch was wird selbes leicht oder träge? Durch die Elemente Licht, Luft und Nahrung. Um also die Nerventätigkeit zu erhöhen, um der Seele ihr Instrument tüchtig zu ihrem Gebrauche zu machen, muß bei den ersten Grundfaktoren angefangen werden, es muß eine geistig und körperlich naturgemäß geregelte Diät als Norm angenommen werden, um als Endresultat einen gesunden Körper der gesunden Seele zu geben. Diese Diät besteht erstens in vieler Bewegung in freier Luft, in der Wärme Meines Sonnenlichtes, denn die ersten Beleber eures Blutes sind reine Luft und die anregende Einwirkung von Sonnenwärme und Sonnenlicht; zweitens die Speisen und Getränke, je einfacher desto nahrhafter, und endlich drittens die Waschungen des ganzen Körpers täglich (oder doch von Zeit zu Zeit) mit frischem Wasser. Durch die Haut wird die Tätigkeit des ganzen Organismus vermehrt, durch die Bewegung der Stoffwechsel beschleunigt, und durch Mein Sonnenlicht und Wärme Neues im Überflusse zugeführt! So, auf diese Art werden alle Organe zur Tätigkeit angeregt, die Maschine stets im Gange erhalten, und der Seele auf diese Art ein tüchtiges Werkzeug bereitet, mit welchem sie ihre Mission erfüllen kann. - Daraus magst ersehen, daß nicht durch oftmaliges Einbläuen des Gesagten die Gehirnnerven gestärkt werden, sondern durch den geregelten Stoffwechsel werden die Elemente der Nerven selbst mehr fähig gemacht, ihre Funktion leichter zu erfüllen. Fange also du, Mein Sohn, mit der Grundlage an, regle den physischen Lebensgang deines dir anvertrauten Knaben, und du wirst eher ein günstiges Resultat erzielen, als wenn du täglich sein ohnehin schwaches Gehirn noch mehr schwächst; suche nicht am Dache, was im Grunde des Gebäudes zu finden ist, und du wirst die besten Resultate erlangen. Du verlangtest von Mir geistige Gaben für dein Pflegkind, allein die geistigen Gaben sind nur durch materielle Mittel erst sichtbar. Stimme vorerst das Klavier, und dann wird der Spieler dir schon auch erwünschte Melodien vortragen können; aber ohne gestimmtes Klavier, wollte Ich Selbst spielen, so brächte Ich samt Meiner Gottheit ebenfalls nur Dissonanzen und haarsträubende Töne hervor. So viel dir zur Darnachachtung. Suche deine Aufgabe als Erzieher dieses verwaisten Wesens mit Liebe zu lösen, bist du geduldig, so wird es auch an Meinem Segen nicht fehlen! Amen!
Am 29. April 1841 gab der Herr kund durch Seinen Knecht Jakob Lorber auf folgende Bitte: »O heiligster, allerliebevollster, barmherziger Vater! Siehe gnädigst an die große Not meiner todkranken Schwester Klara und zeige für sie ein Rettungsmittel an! Sei hochgelobt, o allerbester Vater, wenn Du dem bekümmerten Manne das Weib und zwei unmündigen Kindern die Mutter erhalten wirst! Sei aber auch hochgelobt, wenn Du die in Todesschmerzen Darniederliegende aufnimmst in Dein heiliges Reich des ewigen Friedens, Amen!« -- Was soll Ich denn da auf diese Frage für eine Antwort geben? Wenn Ich helfen möchte, da verderben eure Ärzte ja alles! Soll Ich denn die Ärzte umkommen lassen? Der da meint, Ich könne nur durch Ärzte und Medikamente helfen, der irrt sich gewaltig. Denn gerade da helfe Ich (meist) gar nicht, sondern lasse nur höchstens dann und wann zu, daß die verschriebenen Medizinen helfen, so ihnen hie und da in Meinem Namen getraut wird. Wo aber sogar auch dieser allerletzte Glaube noch mangelt, da bleibt Meine Hilfe ferne. Ich aber habe in dieser Angelegenheit ja schon ohnehin durch den Knecht (J. Lorber) mündlich angedeutet, daß, so ihr bittet und glaubet im Herzen ungezweifelt, so wird die Aussätzige schon wieder rein werden. So ihr aber nur glaubet, daß Ich wohl helfen kann, aber an Meinem Wollen zweifelt, so möget ihr auch denken, der Aussatz wird, da er sehr böse ist, ihren Leib eher und leichter zerstören, als daß die Leidende mit dem Leibesleben davonkommt. So ihr aber Glauben hättet, so groß nur wie ein Senfkörnlein ist, so möchtet ihr nicht nur der Leidenden helfen, sondern wohl auch tote Leiber zum Leben erwecken! Allein euer Glaube gleicht noch einem Rohre, das vom Winde hin und her geweht wird. Und euer Herz ist voll Kleinmut, Furcht und Zaghaftigkeit. Und daher seid ihr auch bei Sterbefällen eurer Verwandten über Hals und Kopf traurig, weil ihr nicht sicher seid dessen, was euer liebevollster Vater tut und geschehen läßt, und auch nicht bedenket, daß alles, was Ich anordne, tue und geschehen lasse, nicht anders denn überaus gut ist. Wenn Ich die Aussätzige von der Welt nehme, so wird es überaus gut sein. Lasse ich aber geschehen, daß sie bleibe, so wird des Guten nicht minder sein. So ihr aber denket, daß das eine nur gut sein wird, nämlich daß sie bleibe am Leibesleben - und ein großes Unglück in der Familie beim Gegenteil, da irret ihr euch sehr. Denn alles, was da geschieht nach Meinem Willen, ist überaus gut, ob so oder so. Wisset ihr denn nicht, daß alle Menschenhilfe zu nichts nütze ist!? Meine Sorge geht weit und hoch über und vor und nach aller Muttersorge! - Oder wird Der, welcher für Vater, Mutter und Kinder sorget, nicht auch gar wohl für die Kinder allein zu sorgen imstande sein? - O ihr Kleingläubigen, wie lange werde Ich euch noch müssen vorpredigen lassen, bis ihr klug und glaubensfest werdet!? O sehet, der lebendige Glaube voll hingebenden Vertrauens ist ein wahres Thermometer der Liebe und zeigt genau die Grade an, wie hoch über dem Gefrierpunkte die Liebe steht. - Hütet euch vor dem Reif in eurem (Liebes- und Glaubens-)Frühlinge, damit die Fruchttriebe nicht verloren werden! Machet mit dem Holze des Lebens einen Rauch, damit ihr nicht Schaden leiden möget an eurem Herzen. Dir, mein lieber N.N., aber sage Ich, es ist besser, daß du einige Zeit nicht hingehest, sondern bleibest dafür lieber zu Hause und bei Mir verweilend. Denn wahrlich, deine Gegenwart wird der Aussätzigen nicht viel nütze sein, wohl aber (wird es frommen), so du bei Mir und in Mir verbleibest, Mich liebst und Mich bittest, daß Ich es lasse geschehen, wie Ich es will. Willst du aber doch auch hingehen, da sie deine Schwester ist, so bete zuvor und salbe dich mit dem Öle aus den Wacholderbeeren in Meinem Namen, so wirst du dein Haus verschonen mit der Bosheit des Aussatzes. Und so du auch die Kleider beräucherst mit denselben Beeren und deren drei verschluckest in Meiner Andacht, so kannst du völlig ruhig sein. Aber, wie schon gesagt, nötig ist es vorderhand gar nicht, daß du hingehest. Denn Ich sage dir, daß der Aussatz im Ernst böse ist. Er ist ein Austritt aller bösen Geister, die oft schon von Geschlecht zu Geschlecht sich eingebürgert haben und wohlverstanden, daher auch sehr ansteckend; denn die freien (Geister) suchen alsogleich wieder eine neue Unterkunft. Haben sie sich bei irgend jemandem eingeschlichen und werden da wieder hinausgeschafft, so richten sie dann eine größere Verheerung an in ihrer neuen Wohnung, als in der früheren, aus großem Ärger - wie es soeben bei deiner Schwester nun der Fall ist, da sie von der andern angesteckt wurde. Wer aber betet, gesalbt und beräuchert ist in Meinem Namen, der darf sich sogar vor keiner Pest fürchten und sorgen. Darum aber ist die (Wacholder)Staude also schützend, weil sie eines großen Segens aus Mir schon natürlichermaßen teilhaftig ist. Also ist der lebendige Glaube an die Kraft Meines Namens wohl das unfehlbarste Heilmittel. Wahrlich, und wäre die Aussätzige in Amerika und du hier wie jetzt, erführest aber, daß sie wie jetzt leide, und wendetest dich an Mich - so möchte Ich sie retten vom Tode leiblich und geistig! Wenn ihr glaubet im Herzen, aber nicht (bloß) in der Einsicht des Verstandes, so wird's besser mit ihr durch eure Bitte und euren Glauben. Seid ihr aber schwach, so denket doch wenigstens, daß Ich nichts Unrechtes tun werde, und was Ich immerhin auch tun möchte, dürfte wohl sicher das Allerbeste sein! Denket an den Jünger, der zuvor noch seinen Vater beerdigen wollte, ehe er Mir folgte; und seid eingedenk Meiner Lehre an ihn, so werdet ihr allezeit große Ruhe in euch finden! Mir zu folgen in allem, ist das erste. Und alles Mir übergeben, das zweite. Darin sind die Gebote, die Propheten und hauptsächlich die zwei Gebote der Liebe völlig enthalten und mit ihnen alles Leben. Tuet und handelt danach, so werdet ihr leben und wird alles überaus wohl gehen, hier und jenseits. Amen. - Das sage Ich, der allerbeste Arzt. - Amen. Amen. Amen!
Grund der Diätetik (Vom Essen) Aus der „Haushaltung Gottes", II. Teil K. 431 Empfangen durch Jakob Lorber.
01] Als alle die Vorbenannten nun vollends im Hause Lamechs anlangten, da fragte alsbald der Lamech den Henoch, ob es nicht an der Zeit wäre, ein Mahl zu sich zu nehmen. 02] Und der Henoch erwiderte dem Lamech: »Bruder, du wünschest es in deiner Natur nach deiner alten Gewohnheit; also laß es auch geschehen nach deinem Wunsche! Doch sei dabei unsertwegen nicht besorgt; denn wir empfinden das Bedürfnis eines Mahles noch nicht, indem wir noch übersättigt sind von der großen Liebe und Gnade des Herrn, die uns an diesem Tage so überschwenglich reichlich zuteil geworden ist! 03] Denn siehe, nicht allein vom irdischen Brote lebt der Mensch, sondern vielmehr vom Worte Gottes! 04] So du aber issest das natürliche Brot und wirst dadurch gesättigt und genährt, da frage dich und sage: ,Warum und wie hat mich denn das naturmäßige Brot oder überhaupt die naturmäßige Speise gesättigt und genährt?', 05] Und du wirst in dir die allzeit überaus vollgültige Antwort bekommen: ,Weil auch all die naturmäßige Leibeskost dem ewigen, allmächtigen Worte Gottes entstammt!' 06] Nun siehe, wenn dich aber schon das gefestete und hart gebannte Wort Gottes sättigt und nährt, um wieviel mehr wird solches das freie, ungebannte, lebendigste Wort, frisch aus dem Munde Gottes gehend, zu bewirken imstande sein! 07] Wir selbst entstammen ja dem Worte Gottes, also kann es ja auch für uns ewig nichts Ernährenderes und Sättigenderes geben als eben nur das lebendige Wort Gottes! 08] Also lebt der Mensch nicht allein vom Brote und aller anderen weltlichen Kost, sondern er lebt vielmehr von jeglichem Worte, das dem Munde Gottes entstammt! 09] Es soll aber damit gar nicht gesagt sein, als solle der Mensch darum die natürliche Kost nicht genießen, da sie doch Gott darum erschaffen und sogar sichtbar vor uns allen dieselbe mit uns gegessen hat; aber nur zum Hauptbedürfnisse soll sie uns nicht werden! 10] Siehe, Lamech, auch - solches gehört in die Ordnung der göttlichen Dinge! 11] Ich sage dir aber: Sei allzeit mäßig im Genusse der naturmäßigen Kost; denn in ihr liegt eine große Versuchung. 12] Du kannst es mir völlig glauben: Wenn wir das natürliche Brot essen und die Früchte des Erdbodens, so müssen wir dabei sehr behutsam sein, daß wir durch ihre grobe sinnliche Last nicht den unsterblichen Geist erdrücken! 13] Denn solches magst du schon an den gefräßigen Kindern gar klar erschauen, wie sie eben durch ihre starke Gefräßigkeit sich verdummen und also dann zu nichts geistig Tüchtigem fähig sind, dagegen die stets mehr nüchternen Kinder gar bald feine Denker werden. 14] Wie aber solches gar leicht ersichtlich bei den Kindern der Fall ist, also ist es auch um so mehr der Fall bei dem erwachsenen Menschen, indem dieser ausgebildeter Leidenschaften fähig ist, die dem Kinde noch fremd sind. 15] Ich sage dir, lieber Bruder Lamech, in der natürlichen Kost nimmst du Naturmäßiges auf, und dieses wird in dir nicht vergeistigt, sondern es vernaturmäßigt nur deinen Geist; aber im Worte nimmst du Geistiges auf, und dieses sättigt, nährt und stärkt den Geist zum ewigen Leben. 16] In der naturmäßigen Kost wird der Leib genährt und der Geist gedrückt und zum Fasten genötigt; aber durch die geistige Kost gewinnen beide: der Geist wird kräftig und mächtig und seine Sinne endlos scharf, und der Leib wird dann durch den Geist geschmeidig, genügsam, dauerhaft und wird kräftig erhalten wie ein gut gewebtes Kleid aus feinen, aber in sich desto zäheren und stärkeren Fäden. 17] In der naturmäßigen Kost ruhen verdorbene Geister, und hat der Mensch deren zuviel in sich aufgenommen, so werden sie dann des eigenen Geistes Meister und untergraben seine Wesenheit gleich also, wie die argen Nagekäfer und Nagewürmer einen Baum untergraben, seine Wesenheit zerstören und ihn endlich wohl ganz zugrunde richten. 18] Die geistige Kost aber ist dem Geiste ein belebender Regen vom Himmel, unter welchem er gar bald zu einer herrlich kräftigen und wohlduftenden Blume des ewigen Lebens erblühen wird. 19] Solches also, Bruder Lamech, sollst du auch allezeit beachten und dich und dein Volk danach ziehen! 20] Da du nun aber solches erfreulich und wohlwillig vernommen hast, also magst du denn auch für uns alle ein gerechtes Mahl richten lassen, - aber mit Maß und Ziel! Amen.«
Anmerkung. Hier ist klar angezeigt, dass die Ansicht der Vegetarier nicht absolut richtig ist, dass das WAS in der diät über dem WIEVIEL stehe, sondern es bewahrheitet sich vom neuen das alte Wort der (Regel-) Mäßigkeit, als erstes Lebensgesetz in leiblicher und geistiger Diätetik, wie auch die erste Predigt sagt, und sogar das altgriechische" „Nichts zuviel" dasselbe schon lehrt. Das WAS ist individuell, wenn der geistige Vegetarismus in uns, d.h. die Liebelehre das Herrn, lebendig, dann ist bester Grund auch für den natürlichen vorhanden. D. Hsg.
Lebens-Ordnung nach der Sündfluth, im Noahis chen Bunde(Aus d. II. Bd. Der Urschöpfung oder „Haushaltung Gottes", Nr. 1 B uns. Schriften)
Kap. 826 01] Als aber Noah und alles, was da Leben hatte, aus dem Kasten gegangen war, da errichtete Noah mit seinen Söhnen einen Altar aus glatten Steinen, ließ hinzutragen das Holz des abgeworfenen Daches der Arche, schlachtete von allen reinen Tieren ein männliches Stück und zündete dem Herrn ein großes Brandopfer an und lobte und pries mit seinem ganzen Hause Gott den Herrn über und über. 02] Der Herr roch den lieblichen Geruch des Opfers, der da war die Liebe Noahs und der Seinen zu Gott, und sprach darum auch aus und in Seinem Herzen zu Noah: »Ich werde hinfort die Erde nicht mehr verfluchen der Menschen wegen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an! Und so will Ich hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie Ich es nun getan habe; und so lange die Erde Erde sein wird, soll nicht aufhören Same und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter und Tag und Nacht!« 03] Darauf legte der Herr Seine rechte Hand auf das Haupt Noahs und segnete ihn und somit sein ganzes Haus. 04] Und als der Herr den Noah also gesegnet hatte, da sprach Er abermals zu ihm: »Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllt die ganze Erde sowohl mit eurem Geschlechte, wie mit eurem Geiste! 05] Euer Wesen sei zur Furcht und zum Schrecken über alle Tiere der Erde, über alle Vögel unter dem Himmel und über alles, was da kriecht auf dem Erdboden; und also seien auch alle Fische in eure Hände gegeben. 06] Alles, was sich regt und lebt auf der Erde, sei eure Speise; Ich gebe es euch, wie das grüne Kraut. Allein das Fleisch aber, das sich noch regt in seinem Blute, das esset nicht (denn das Blut trägt bei Tieren wie bei Menschen Meinen Zorn und Meine Rache); darum will Ich rächen alles Blut des Menschen, wie das Blut der Tiere! (Denn im Blute ist der Tod.) 07] Also will Ich auch eines jeglichen Menschen Leibesleben rächen des Menschen wegen! Darum bin Ich allein der Herr, und niemand soll des Menschen Blut vergießen! Wer es vergießen wird, des Blut soll auch vergossen werden! 08] Ich habe den Menschen nach Meinem Ebenmaße geschaffen. Aber aus seinem Blute kam die Sünde; darum ist auch der Tod im Blute; und Mein Zorn und Meine Rache (kam) in das Blut und also soll alles Blut fortwährend durch des Leibes Tod gerächt werden! 09] Die Tiere habe Ich in deine Hand gelegt, auf daß des Menschen Seele vollkommen sei; aber der Mensch bleibt in Meiner Hand, auf daß sein Geist nicht verderbe. Seid darum fruchtbar, und mehret euch auf Erden! 10] Ich errichte mit euch einen Bund, und also auch mit allen euren Nachkommen! Und das tue Ich auch euretwegen mit allen Tieren bei euch an allen Vögeln, an allem Vieh und an allen Tieren der Erde, und an allen den Tieren, die mit euch aus der Arche gegangen sind, soll dieser Bund ersichtlich sein, auf daß eure Seele vollkommen sei, daß Ich hinfort keine solche Flut mehr werde über die Erde kommen lassen! Denn die Erde ist nun gereinigt, das sündige Fleisch vertilgt! 11] Darum mehret euch auf der Erde von neuem; denn also habe Ich alles in eure Hände gelegt, auf daß eure Seele vollkommen bleibe, und euer Geist nimmer verderbe in Meiner Hand!« Ferner Kap. 828: B2 (Wein) Ein Bote (Engel) des Herrn sprach zu ihm (Noah): »Siehe, Noah, diesen Wald hat der Herr unter dem Wasser für dich bewahrt! Daher sollst du dich hier in der Nähe dieses' Waldes ansiedeln und dir hier eine Hütte erbauen nach deiner Notdurft! Also sollst du auch Äcker anlegen und anbauen allerlei Getreide, das du in dem Kasten hierher gebracht hast! Und siehe, hier zu deinen Füßen ein buschiges Gewächs; es ist der Weinstock! Dessen Zweige verpflanze ordnungsmäßig in die Erde; dünge und begrube sie sorglich, und sie werden dir gar süße Trauben voll des besten Saftes bringen! Diese Trauben presse du dann aus in ein gutes Gefäß, das zu verschließen sein muß! Laß dann den Saft im Gefäße wohl ausgären; und wenn er rein wird, dann trinke davon mäßig, und du wirst dadurch gestärkt und sehr heiter und fröhlich werden! Also will es der Herr; tue darnach, und du wirst sehr fröhlich und heiter sein dein Leben lang!'
Zum Prozesse der Verdauung und Ernährung Wozu die 2 Magen – Entwicklung der Krankheit Belehrende Antwort des Herrn im letzten Jahre Seines leiblichen Seins auf Erden. – (Aus Johannes, Bd. 7, oder Bd. 10, Kap. 209 2. Aufl.)
»Mein lieber Freund und Oberstadtrichter, Ich will dir auf deine Frage, die aus Deinem Munde ganz scharfsinnig gegeben wurde, auch eine helle und scharfsinnige Antwort erteilen. Siehe, dem Anscheine nach hat es zwischen den von Mir ausgeübten Wundertaten wohl einen recht fühlbaren Unterschied, aber im Grunde des Grundes gar nicht. Siehe, alles, was du genießest und zur Stärkung und Belebung deines Leibes in deinen Magen aufnimmst, ist nicht gar so tot, wie Du es glaubst! Es hat drei Teile: erstens den materiellen, den du siehst und fühlst, und von dem du, so die Speise wohlbereitet ist, in deinem Munde einen Wohlgeschmack verspürst und zuvor schon auch mit deiner Nase den Wohlgeruch der Speise in dich einhauchst. Siehe, diese Stücke gehören zur Belebung deines Leibes! Wenn zweitens die Speisen in den Magen gelangen, so werden sie dort gewisserart zum zweiten Male gekocht, und es entwickeln sich dabei zwei Hauptbestandteile, von denen der eine als der gröbere zur Ernährung des Leibes, seiner Glieder und Muskeln (dient, der andere) durch das Blut, das von diesen beiden Bestandteilen herrührt, überall hingeleitet wird, wo der Leib einer Nahrung und Stärkung bedarf. Sind diese beiden Bestandteile in dem oberen Magen von dem, was du gegessen hast, gehörig ausgeschieden und in den Leib hinausgeleitet, so bekommst du Durst, und du nimmst Trank zu dir. Dadurch kommt die Speise in den unteren, kleineren Magen, der in zwölf Fächer abgeteilt ist. In diesem wird auf dem Wege eines eigenen Gärungsprozesses der ätherische Stoff aus den kleinen Zellen der zu dir genommenen Speisen abgesondert und dient zur Belebung der Nerven, daher du ihn auch den "Nervengeist" nennen kannst. Das ganz außerordentlich fein Ätherische, das wir "Substanz" nennen wollen, wird durch die Milz auf einem ganz geheimen Wege ins Herz geleitet und geht vom Herzen aus als völlig geläutert in die Seele des Menschen über, und so zieht die Seele von jeder in dich aufgenommenen Nahrung auch das ihr Verwandte an sich und wird dadurch in allen ihren dem Leibe ganz ähnlichen Einzelbestandteilen genährt und gestärkt. Das kannst du daraus recht leicht entnehmen, daß deine Reden und Urteile, wenn du hungrig und durstig bist, ein holperichtes und unzusammenhängendes Gedanken- und Ideengewebe sind; hast du aber zuvor eine reine und gute Kost und auch einen reinen und guten Wein genossen, so werden deine Reden und Urteile auch in kürzester Zeit einen ganz andern Charakter annehmen, und das bewirkt die Mitsättigung und - stärkung der Seele. Würdest du aber lange Zeit keine Speise und keinen Trank zu dir nehmen, so würde es dir mit deinem Denken, Reden und Urteilen bald sehr kümmerlich ergehen. Haben die Speisen einmal das Wichtige an den Leib, an dessen Nerven und an dessen Seele abgegeben, so wird dann das eigentlich Unlautere der zu sich genommenen Belebungsmaterie durch die zwei natürlichen Gänge aus dem Leibe hinausgeschafft. Ist aber ein Mensch in jeder Hinsicht ein Schwelger geworden und hat sich seinen Bauch zu seinem Abgott gemacht, so kann die zu sich genommene Speise, wie auch der zu viele in den Magen hineingegossene Wein, in den beiden dir bekanntgegebenen Magen nicht völlig mehr abgesondert werden, und es gehen dadurch noch viele unausgeschiedene Leibes-, Nerven- und Seelenbelebungsteile in den großen Bauch, in die Gedärme und andernteils durch die Leber und Milz in den Urinsack über, bewirken daselbst abermals Gärungen, aus denen sich mit der Zeit für den Leib allerlei Krankheiten entwickeln und die Seele träge, stumpf und gefühllos machen. Aus diesen bösen Stoffen geht aber dann oft noch ein anderes Übel hervor. Wenn nämlich die argen, noch ungegorenen Naturgeister aus dem Dunstkreise eines solchen Menschen gar wohl merken, daß sich in seinem Bauche und auch in seinem Unterleib schon eine Menge ihnen verwandter Naturgeister angesammelt haben, so dringen diese bald in den Leib solch eines Menschen und vereinigen sich mit ihnen gattungsähnlichen Geistern im Leibe. Ist dieser Akt vor sich gegangen, so sieht es mit solch einem Menschen schon sehr übel aus. Es bemächtigen sich bald nicht nur seines Leibes eine Menge schwer- und unheilbarer Krankheiten, sondern auch seiner Seele, die dadurch, als in sich sehr geschwächt und träge gemacht, sich nimmer wehren kann, stets mehr und mehr in ihr sinnliches und leidendes Fleisch überzugehen. Um das gänzliche Materiellwerden der Seele zu verhindern, ist und gibt es da kein anderes Mittel als die großen Krankheiten des Leibes selbst. Solch ein Mensch verliert dann alle Eßlust und sucht durch Arzneien den alten Unrat aus dem Leibe zu schaffen. Es gelingt hie und da wohl eine Art Heilung, aber niemals vollständig, und ein solcher Mensch darf sich nur ein wenig vergessen, so hat er schon wieder seine früheren Plagegeister belebt, und sein zweiter leidender Zustand ist dann gewöhnlich ärger als sein erster. Aber es ist alles das nicht der einzige schlimme Zustand, welchen sich der Mensch durch seine Freß- und Saufgier zugezogen hat; es kommt noch ein dritter, viel ärgerer dazu, und der besteht in dem sogenannten Besessensein von einem oder mehreren wirklich bösen Geistern, die kürzer oder länger vorher in der Wirklichkeit im Leibe eines oder des andern Menschen ihre Lebensfreiheitsprobe durchgemacht haben. Von diesem dritten Übel kann kein irdischer Arzt den Menschen mehr befreien, sondern allein Ich und der auch, der von Mir aus die Kraft und Macht überkommen hat.« »Will daher ein Mensch dem Leibe und der Seele nach vollkommen gesund bleiben, so soll er von Kindheit an mäßig mit einer reinen Speise ernährt werden. Sehet Mich an! Ich bin dem Leibe nach auch ein Mensch, esse und trinke aber nur stets ein und dieselbe Speise und stille Meinen Durst mit ebenfalls einem reinen, guten und gesunden Wein, - aber allzeit mit dem gerechten Maß und Ziel; und was Ich jetzt genieße vor deinen Augen, das genoß Ich schon in Meinen Kinderjahren, desgleichen auch die meisten dieser Meiner Jünger, die nahe sämtlich Fischer waren und von den Fischen lebten. Für den Überfluß der gefangenen Fische bekamen sie Geld und kauften sich dafür die nötige Kleidung, Brot, Salz und auch Wein, den sie mäßig mit Wasser genossen; und frage sie, ob je einer von ihnen irgendwann von einer Krankheit geplagt worden ist bis auf den einen, den Ich dir nicht näher bezeichnen will. Ich sage es dir: Wenn die Menschen bei der ihnen durch den Propheten Moses angezeigten Kost verblieben wären, so hätten bei ihnen die Ärzte mit ihren Arzneien nie etwas zu tun bekommen; aber so haben sie angefangen, gleich den Heiden nach der Weise der Epikureer ihren Leib mit hunderterlei sogenannten Leckerspeisen vollzustopfen und sind dadurch in kurzer Zeit in allerlei Krankheiten verfallen. Fische von guter Art, die sich in reinen Gewässern aufhalten, sind in der Art Zubereitung, in welcher wir sie genossen haben, die allergesündeste Kost für den menschlichen Leib. Wo aber derlei Fische nicht zu haben sind, da ist das Weizen und Gerstenbrot an und für sich die gesündeste Nahrung des Menschen, so wie auch die Milch von gesunden Kühen, Ziegen und Schafen. Unter den Hülsenfrüchten nehmen die Linsen den ersten Rang ein, wie auch zur Bereitung des Muses der große persische Maisweizen. Fleisch ist nur von einigen Hühnern und Tauben, dann vom gesunden und reinen Rind, so wie auch von Ziegen und Schafen im vollkommen blutlosen Zustande, entweder gebraten oder gekocht, als Speise zu genießen; das gebratene aber ist dem gekochten vorzuziehen. Das Blut der Tiere aber soll von niemandem genossen werden. Das jetzt von Mir dir Vorgesagte ist und bleibt für den Menschen die einfachste, reinste und gesündeste Kost; alles andere - besonders im Übermaß genossen - ist für den Menschen schädlich, besonders wenn es zuvor nicht jene Zurichtung bekommt, durch die das Bösnaturgeistartige völlig ausgeschieden wird.« Hier fragte Mich der Oberstadtrichter: »O Herr und Meister, was ist es denn mit den vielen überaus wohlschmeckenden Obst- und Wurzelgattungen für ein Fall?« Sagte Ich: »Das genießbare Obst muß erstens vollkommen reif sein. In solchem Zustand kann man es dann auch mäßig genießen; es ist aber dennoch im gekochten, gebratenen oder gedörrten Zustande gesünder als in seinem rohen, weil durch das Sieden, Braten und Dörren die schlechten und noch ungegorenen Naturlebensgeister hinausgeschafft werden. Und dasselbe ist auch mit den Wurzeln der Fall. Du kennst das Obst und die Wurzeln, die für den Menschen zum Genuß geeignet sind; die hungrigen und freßgierigen Menschen aber begnügen sich nicht mit dem, sondern erfinden in einem fort noch eine große Menge Nährmittel, sowohl aus dem Pflanzen- als auch aus dem Tierreich, und die Folge davon sind die stets mehr und mehr zunehmenden, verschiedenartigsten Leibeskrankheiten. Aus dem aber, was Ich dir nun gesagt habe, kannst du mit leichter Mühe selbst urteilen, daß es Mir im Grunde des Grundes eines und dasselbe ist, durch Meinen Willen entweder ein Ackerfeld mit einer oder der andern Getreidegattung zu versehen oder deine Getreidekästen mit schon reifem Getreide zu füllen oder vor dich hin, wie vor jeden andern, ein fertiges Brot zu stellen und es auch zu vermehren, so es not täte. Und ebenso ist es mit allerlei Fleisch der Fall; denn so Ich lebendige Tiere erschaffen kann, da wird es Mir wohl auch nicht unmöglich sein, ihr Fleisch zu erschaffen, es auch zuzubereiten und auch im zubereiteten Zustand es nach Bedarf zu vermehren.« Sagte der Oberstadtrichter völlig zerknirscht in seinem Gemüte: „O Herr und Meister, begreiflicher ist mir das Alles freilich wohl eher denn zuvor, aber ich fühle mich vor Deiner zu unendlichen Größe und Erhabenheit wie nahe völlig vernichtet; ich empfinde es wohl, daß ich bin, aber ich empfinde daneben auch, daß ich gegen Dich so gut wie Nicht bin!" Sagte Ich: „Und doch bist Du so gut wie ein jeder andere Mensch aus Mir und durch Mich eben auch unendlich und ewig; willst dir wachgewordenen Geist inne werden."
Winke zur geistigen Ernährung (aus Johannes)
Alles Leben wird wohl wie von außen her angeregt und geweckt, aber die Entstehung, Entwicklung, Entfaltung, Formung und Festigung geht dann immer von innen aus. Also müssen auch Tiere und Menschen die Nahrung zuerst von außen her in sich aufnehmen; aber dieses Aufnehmen der Speise und des Trankes ist noch lange nicht die wahre Ernährung des Leibes, sondern diese geht erst dann vom Magen in alle Teile des Leibes aus. Wie aber gewisserart der Magen das Lebensnährherz des Leibes ist, also ist auch das Herz im Menschen der Nährmagen der Seele zur Erweckung des Geistes aus Gott in ihr, und Meine Lehre ist die wahre Lebensspeise und der wahre Lebenstrank für den Magen der Seele. Und so bin Ich denn in Meiner Lehre an die Menschen ein wahres Lebensnährbrot aus den Himmeln, und das Tun nach ihr ist ein wahrer Lebenstrank, ein bester und kräftigster Wein, der durch seinen Geist den ganzen Menschen belebt und durch die hellst auflodernde Liebesfeuerflamme durch und durch erleuchtet. Wir dieses Brot ißt und diesen Wein trinkt, der wird keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken in Ewigkeit. So ihr das nun verstanden habt, so tuet auch danach, und Meine Worte werden in euch zur vollsten und lebendigsten Wahrheit werden!«
Empfangen durch J. Lorber Bei derselben Gelegenheit sagte der Herr in dieser Beziehung auf die Frage eines Andern (NB. Vor nahezu 1900 Jahren): „Was würdest denn Du, wundersamer Meister, hinsichtlich dessen, - was ein Mensch genießen oder nicht genießen soll oder darf, für einen Rat geben?" Sagte Ich: "Gerade den, den du nun ausgesprochen hast, was zum Munde hineingehet, so es frisch und gut zubereitet ist, verunreinigt den Menschen nicht, und schadet beim mäßigen Genusse auch seiner Gesundheit niemals, nur von dem Fleische der erstickten Tiere (z.B. Hasen in der Schlinge gefangen gestoppte Gänse und durch einen Schlag auf’s Gehirn oder sonstwie betäubte und dann erst abgestochene Tiere, welche auf diese Art nicht völlig ausbluten) soll der Mensch Nichts genießen, da er sonst zu leicht krank und zu seinen Geschäften unfähig wird. Siehe der Wein, so er ausgegoren ist und sich von aller Unreinigkeit gereinigt hat, ist für jedermann zu seiner leiblichen Stärkung innerlich wie äußerlich bestens zu empfehlen! So aber jemand den neuen Most trinkt, aus dem die unlauteren Naturgeister noch nicht entwichen sind durch den Akt der Gärung, so ist dies Getränk für den Menschen schädlich; daher soll man nur einen alten und reinen Wein trinken und den Most so lange stehen lassen, bis er sich gehörig gereinigt hat und zum wenigsten zwei bis drei Jahre alt geworden ist."
Ferner in Nr. 11, Johannes I, S. 401-403 heißt es unter anderen Diätwinken: „Also sind die sogenannten Kartoffeln jeglicher Art besonders für Kinder und Säugeweiber wie auch für schwangere Weiber mehr wie schlecht, und noch schlechter der Kaffee! Aber die Blindheit sieht nichts und genießt beides des Wohlgeschmacks wegen mit großer Gier; die Kinder aber werden dadurch elend dem Leibe nach, und am Ende Weiber und Männer. Aber das macht dem Blinden nichts; er ißt ja auch viel ärgere Gifte, - warum soll er diese zwei leichteren Giftsorten nicht essen?!" – Über Tabak. „Wisset ihr aber auch, was diese Rauchmode zu bedeuten hat?! Die bösen Einwohner bemühen sich, die Seele schon bei Leibesleben an den höllischen Dampf und Gestank zu gewöhnen, damit sie nach dem Austritte aus dem Leibe ihrer stinkenden Gesellschaft nicht sobald gewahr werde und auch nicht allzubald empfinde, wenn diese saubere Gesellschaft sie ganz unvermerkt in die dritte Hölle führt."
Empfangen durch G. Mayerhofer am 26.April 1871
(zunächst für E.) Mein liebes Kind! Du verlangst von Mir ein Wort wegen den verschschiedenen Zwischenfällen in deinem (sehr geschwächten) Gesundheitszustande. Du willst immer von Mir und durch Meinen Schreiber wissen, was dein Herz und Meine Stimme im selben dir auf weit kürzerem Wege sagen könnte und schon oft gesaft haben. Dein letztes Unwohlsein entstand wieder aus einem Diätfehler, wo du nicht genau beobachtetest, was dir schon öfter angeraten worden (nämlich die natürliche regelmäßige Lebensweise), und was Ich dir jetzt wieder ins Gedächtnis zurückrufen muß. Erstens eine gewisse Regel in Bezug auf die Zeit des Essens, und zweitens eine gewisse Regel in Bezug auf was du issest. Sieh, in Meiner Natur ist alles Regel, alles Ordnung, und je mehr der Mensch diesen Gesetzen entspricht, desto mehr wird er auch Ordnung im eigenen Leben, sei es geistig oder körperlich haben. Das Leben gegen die Ordnung bestraft sich stets selbst, und wenn dem Fehler die Strafe auf dem Fuße folgt, dann fragt ihr bei Mir an, Ich soll dann helfen, wo eigentlich ihr als Fehlende selbst euch helfen sollet. Belausche also du selbst deinen Organismus, sei aufmerksam auf eine jede Wirkung von eingenommener Speise oder Veränderung in der Kleidungsweise, halte besonders darauf, daß der Oberleib frisch, der Unterleib und die Füße warm und trocken bleiben, so wirst du Manchem entgehen, und deine Gesundheit wird sich immer mehr befestigen; denn deine Klagen vom Abnehmen der Gesundheit etc. sind nur Herzensergießungen des Momentes, wo du noch leidest, aber nicht immer Wahrheiten. Vertaue auf Mich und beachte, was deine eigene Vernunft dir eingibt; vergiß im gesunden Zustande nicht der Leiden beim Unwohlsein, sondern laß diese Leiden einen getreuen Wächter sein, damit er dich vor Rückfällen bewahre. Das ist alles, was Ich dir sagen kann, denn dir den Zusammenhang deines Unwohlseins im Unterleibe mit den Nerven im Kopf zu erklären, wie das Sonnengeflecht und das vierte Paar der Nerven dir diese Unfälle bereiten, ist nicht für dich, weil du weder deinen eigenen Organismus, noch den Zusammenhang der Nerven und ihre gegenseitige Korrespondenz kennst. Würde Ich dir auch solches erklären, so hat es für dich keinen reellen Nutzen, weil dadurch dein Unwohlsein nicht gehoben wird, wenn du weißt, daß da oder dort ein oder der andere Nerve seine Funktion nicht verrichtet, oder durch Überreizung dir unangenehme Stunden bereitet; für dich genügt, die Ursachen zu vermeiden, welche solche Störungen im Nervensysteme hervorbringen können, das Weitere, wenn du es auch wüßtest, lindert deine Schmerzen nicht. Daher Ich wiederhole: sei aufmerksam auf dich selbst, mache keine Fehler, so wirst du der Strafe dafür auch entgehen. Dieses sagt dir Dein Vater, der schon oft dir gezeigt hat, daß es Ihm weit mehr darum zu tun ist, dich geistig und körperlich gesund, als dich zwischen Konvulsionen und Schmerzen dahinsiechen zu sehen. Tue du das deine, und sei versichert, Ich werde Meinen Segen und Meinen Einfluß nicht ermangeln lassen, dort dich zu unterstützen, wo deine eigene Kraft nicht ausreicht. Amen.
Empfangen durch Gottlieb Mayerhofer am 17.Mai 1870
Du willst einige Worte für deine Schwester haben, die dich bat, bei Mir anzufragen wegen ihres Herzübels, oder anders gesagt, wegen ihres Herzklopfens und zeitweiser Hemmung des Blutlaufs, wodurch sie schwer atmen muß, was ihr eine Beklemmung auf der Brust verursacht. Um von diesem Übel befreit zu sein, soll sie nur vorerst alle heftigen Bewegungen, die das Schlagen des Herzens beschleunigen, vermeiden, ferner soll sie öfters (Leibes- und Gemüts-)Gramigna-Tee trinken, besonders wenn sie sehr durch Schweramten beänstigt wird. (Die Wurzel des Hundsgrases, d.H.) Das Übel ist schon von Jugend her ein vernachlässigter Herzkatarrh oder anders gesagt zeitweises (vermehrtes) Ansammeln des Wassers im Herzbeutel, wodurch sobald es zuviel, es die Kammern in ihren Funktionen des Aus- und Einpumpens stört, dann der ganze Organismus darunter leiden muß. Das Mittel, welches Ich dir hier angegeben, wird ihr teilweise den Zustand verbessern, und mit eifrigem Gebet und festem Zutrauen auf Meine Hilfe (und nicht oder doch nicht bloß auf die Hilfe des Kräutleins, d.H.) wird dann das Übel nach und nach sich verlieren. Herzkrankheiten gibt es viele auf der Erde, die aber nicht mittelst Tee oder sonst etwas geheilt werden können, sondern mit Liebetaten, und durch eifrige Befolgung Meiner Worte; so lange die Schwester nicht in diese Krankheit verfällt, so kann sie getrost sein, mit dem kleinen Übel, das Ich ihr auferlegt habe, damit sie Meiner nicht ganz vergißt. Sie soll nur Meinen Rat befolgen, und sie wird bald sehen, daß Ich auch als Arzt den rechten Fleck auf's rechte Loch zu setzen weiß. Meinen väterlichen Segen ihr und den Ihrigen! Amen.
Für einen Augenleidenden. Mit Winken für Ärzte und Patienten Empfangen durch C. Michel T. am 22. Januar 1875
Du, liebes Kind, willst schon wieder, zwar nach langem Stillschweigen, ein paar Worte für den leidenden Bruder, wie ihr euch ausdrückt; da will Ich dir soviel sagen, daß in die Natur des Menschen die Schwächen gelegt sind auf verschiedene Art; doch können selbe auch mehr oder weniger geschont werden, und ist selbes nicht der Fall, da kann auch die Natur keine Mirakel wirken, wie ihr zu sagen pfleget; doch die Hand des, der alles erschaffen hat, - hör ich wieder mehrere - Der kann auch alles nach Seinem Belieben richten und ordnen; wo aber das Gesetzt der Liebe in der Natur auch in den Menschen gelegt ist, welches auch da regiert und erhält, da kann wieder Mein Wille nicht anders wirken, als wie du schon siehst; doch kann der Mensch wohl bei außerordentlichen Fällen zuweilen eine Erleichterung erreichen, wobei aber das (unbedingte) Vertrauen vorhanden sein muß, da kann er auch etwas erhalten, was bei vielen Tausenden von Doktoren nicht möglich ist, welche nicht einmal die Natur des Menschen, noch weniger Meine Weisheit im Geringsten kennen, und wogegen auch der beste oder der größte Engelsgeist, wie er auch immer sein mag, ohne Meinen Liebe-Willen nicht helfen kann. Daraus geht wieder hervor, daß nur Ich, und kein anderer, der Herr und Meister und Heiland bin; und der Mensch nur mit dem vollsten Vertrauen auf Mein liebendes Vaterherz einwirken kann, ohne welches auch nicht solche von der Natur in das menschliche Leben gelegte Schwächen erleichtert werden können, besonders wo auch die geeignete Lebensweise bei manchem Menschen fehlt. Deshalb sage Ich dir: der Mensch, welcher unbedingtes Vertrauen auf die Vaterliebe hat, kann ebenso wie der Hauptmann von Kapernaum mehr als alles in der Welt gewinnen; daher sage nur dem geliebten Bruder, der sollte nicht anderes als morgens und abends die Stirne, sowie die Schläfe in Meinem Namen recht gut einwaschen, dann wird er Erleichterung finden; wo das stete Vertrauen nicht fehlt, ist auch die Vaterliebe nie ferne von Meinen Kindern; das sagt dir der liebende Vater, welcher immer Freude hat, wenn Seine Kinder mit kindlichem Vertrauen auf Ihn sich verlassen. Mit dem Segen an alle. Amen.
Empfangen durch C. Michel, T. am 08. Februar 1874
Auf die Bitte deines Bruders (Dr.N.) sage Ich dir, daß er es wohl gut weiß, daß Mein Segen ihn nicht verläßt, wenn er in Meinem Namen handelt. Also die vollkommene Heilung soll er nur Mir überlassen, dann wird er immer nach Meinem Willen und nicht nach dem Willen der Welt fahren, was doch sicherlich besser ist, als allein dem Willen der Welt zu dienen. Er soll in seinem Herzen Mich fragen, und die Antwort der gehörigen (homöopathischen) Medizin (im einzelnen betreffenden Falle) wird ihm schon gegeben werden; weiter soll er so fortfahren in Meinem Namen; das soll jedesmal seine Richtschnur sein: 'Mein Wille ist so!' Amen. (Aus Johannes, also vor mehr als 1900 Jahren gesprochen)
Sage Ich (Zum Nährvater Joseph auf einer Geschäfts-Reise bei einem griechischen Wirte, der nur Schweinenes für die Hungrigen hatte): »Im Notfalle kannst auch du als ein strenger Jude aller Tiere Fleisch essen, und es wird dir gut dienen (heute sind die Notfälle selten d. Hsg.) Denn alle Nahrung, die zu nehmen ein Mensch durch die Not gezwungen wird, ist von Mir aus gereinigt, - nur muß er dabei eine noch größere Mäßigkeit beachten! Auch das Fleisch der Schweine ist gut; aber es muß das geschlachtete Tier sehr gut ausbluten, dann bei sieben Tage lang in Salz und Essig mit Thymiankräutel eingeschwert liegen. Darauf nehme man es aus solcher Beize, trockne es mit Leinen gut ab und hänge es dann einige Wochen lang in den Rauch von gutem (Wacholder-) Holze und Kräutern (Thymian u.s.w.), bis es völlig hart und ganz trocken wird. So man es dann genießen will, so siede man es zuvor in halb Wasser und halb Wein mit Thymian (Quenteln) und Steinwürzlein (Petersilie), und man wird damit ein gutes und gesundes Nährmittel auf dem Tische haben; doch müssen diese Tiere stets im Winter geschlachtet werden. Dasselbe kann mit allen unreinen Tieren geschehen." (Nämlich nur im notfalle! D. Hsg.)
(Eine Gabe für N.N. Graz, durch Jakob Lorber
Der Herr: » Höre du, Mein lieber und sehr fleißiger Abschreiber Meiner Liebesgaben für Geist, Herz und Verstand - du beklagst dich immer über allerlei Schwächen deines Fleisches. Bald ist dein Kopf nicht in der Ordnung, bald deine Füße, manchmal auch dein Magen, den du öfters einer gewissen Blödheit beschuldigst. Aber siehe, das kann nicht anders sein; denn du bist noch immer ein kleiner Schwelger und trinkst Bier und Wein durcheinander, issest dazu bald dies, bald jenes, was dir gerade dann und wann schmeckt. Meinst du wohl, daß das deinem Leibe dient? O mitnichten. Das alles ist ein Gift für deinen in den Jahren schon etwas vorgerückten Leib. Willst du recht gesund sein und alt werden, so bleibe du schön fleißig bei der Hausdiät! Bestelle dir abends zu Hause ein einfaches, dir gut schmeckendes Abendmahl, aber nicht zu sauer noch zu stark gesalzen. Magst dabei auch etwas Wein mit Wasser genießen und zuvor einen guten Gang ins Freie tun, so wirst du gesund und stark verbleiben. Magst auch dann und wann an schönen Tagen irgendwohin gehen, da ein guter Wein ist; aber das schlechte Lumpengesüff von einem Biere meide! Denn das hat alle schlechten Eigenschaften, nur keine guten, besonders in dieser betrügerischen Zeit, in der Hopfen und Malz rein verdorben sind. Aber nicht nur für den Leib, sondern noch bei weitem mehr für die Seele und den Geist ist das abendliche Gasthausschmausen bei Bier und Tabakdampf überaus schädlich, da dabei durch die schlechte Kost in den Leib allerlei schlimme Spezifika aufgenommen werden, die dann Seele und Leib trübe machen. Zu dem aber gesellt sich noch die Nacht der Erde, in der auch das allerschlechteste psychische Spezifikalgesindel in den Luftraum der Erde aufsteigt und im selben wo und wie nur möglich durch das Fleisch, da es augenblicklich durchdringt, die Seele mit allerlei Übeln besudelt und nicht selten mit unkeuschen Gedanken und Begierden erfüllt. Siehe du, Mein lieber N.N., Ich bin auch ein leiblicher Arzt. So du Meinem Rate folgen wirst, dann wirst du stets recht gesund und stark in deinem Leibe wie in deiner Seele sein, und dein Geist wird leicht Meister derselben werden.« Dieses Rezept sei dir daher auch eine angenehme Gabe von mir zu deinem irdischen Namenstage; befolge es, und sein Segen soll nicht unterwegs bleiben. Das sage Ich, dein heiliger, bester Vater, die. Amen, Amen, Amen.
Empfangen durch Jakob Lorber am 10. Januar 1847 Auf eine Anfrage, ob die am kaspischen Meere erschienene Cholera auch nach Österreich kommen werde und ob das von der Somnambule H. im Jahre 1830 im magnetischen Schlafe gegebene Heilmittel gegen diese Seuche von guter Wirkung sei? Gab der Herr kund: Diese Krankheit wird in der Zeit, in der ein Mensch mäßigen Schrittes den Weg vom kaspischen Meere bis nach Wien, Prag und andern Städten dieses Reiches zurücklegen würde, so er Tag und Nacht ginge, im Staate Österreich erscheinen und wird hauptsächlich Wien, Prag, Lemberg, Ollmütz und andere Städte mehr oder minder mächtig heimsuchen. Ihre Opfer wird sie diesmal hauptsächlich in den Großen und Reichen und besonders in deren Kindern nehmen. Auch das Militär wird leiden und die Priesterschaft. Wehe den Unzüchtlern und Schwelgern! Auch eure Stadt (Graz) wird diesmal nicht mit ganz heiler Haut durchkommen, denn es gibt auch hier schon sehr viele Arme darum, weil die Reichen denselben auf indirektem Wege alles entziehen, ihren ohnehin schon sehr reichen Kindern noch größere Reichtümer bereiten und den Armen nichts oder nur höchst wenig davon geben wollen. Diesen sollen ihre Erben genommen werden, damit die Armen sie beerben können. Ich aber werde den Reichen diesmal schon auf eine solche Art zuheizen, daß sie sicher weich und zum Kreuze kriechen werden. Wohl wird anfangs der Arme ergriffen werden, auf daß der Reiche mitleidig werde. Wird er das, so soll diese Strafe gemildert werden. Wird er das aber nicht, da soll das »Schwammweib« (Cholera) mit tausend Sensen unter ihnen schonungslos zu wüten anfangen - tausend Schober soll es an einem Tage schneiden! Siehe, um die Armut zu verringern und den Reichtum der Reichen zu schützen, will man die Ehen der Armen beschränken, und das mächtig beschränken. O das ist die verfluchteste Ausgeburt der Hölle, ein Werk des Satans! Siehe, das ist der Grund aller Pest! Durch die Vorenthaltung der Ehe und der gerechten und geordneten Zeugung der Kinder, wo der Trieb da ist, wie auch durch die gewaltige Ausrottung der (wilden) Tiere aller Art sowie der Wälder wird die erlösende Aufnahme der Erdurgeister in die höheren Leitungs- und Läuterungsstufen gehindert. Wenn diese Naturgeister, die sich zuerst im Schimmel und in den (Pilzen oder) Schwämmen zu regenerieren anfangen, durch diese Stufe aufgestiegen sind und die nächste Stufe zu geringe finden, so daß sie nicht völlig aufgenommen werden können, dann vereinen sie sich in ein nahezu menschlich aussehendes Wesen, wandern sodann auf der Erde herum und ergreifen die Menschen und auch Tiere und Pflanzen in der Absicht, um in ihnen zu gradieren (fortzureisen). Allein da diese Geister noch zu unreif sind, so bringen sie allem den Tod, was sie einmal ergriffen haben. Menschen sind ihnen am liebsten, weil sie da auf dem kürzesten Wege ihre völlige Freiwerdung zu erreichen wähnen, was aber wohl freilich für ihre noch höchst materielle Intelligenz ein Irrwahn ist. Weil aber die Menschen selbst (durch den Egoismus) zu dieser Erscheinung die Ursache sind, so lasse Ich es eben auch zu, daß sie für solchen Frevel auf das allerempfindlichste gezüchtigt werden, und das geistig und leiblich.
Empfangen durch Jakob Lorber am 11. April 1847
Schreibe nur, Ich brauche keinen Bittkopf, Ich weiß ohnehin, was den Irländern fehlt. Diesem Volke fehlt alles. Daher diese Rute, die immerhin besser ist als der ewige Tod! Wenn dem Weisen wenig genügt, so solltest du damit auch schon genug haben; aber der Brüder wegen werde Ich schon noch etwas hinzusetzen müssen! So Ich sage, „diesem Volke fehlt Alles", so heißt das soviel als, dieses Volk hat erstens - keinen Gott, außer blinde Götzen aus Mittel-Welschland und dem Mammon Geld. Die Götzen sind in den Bethäusern und können weder helfen, weil sie tot sind, noch nützen, weil ihr Material schlecht und wertlos ist. Der Mammon aber befindet sich in den Händen der Wucherer und in der »Regentenkasse« (Beamten und Grundbesetzer), die aus lauter Herrsch- und Ranglust zusammengesetzt ist. Das wird doch eine starke Rubrik sein in der Konfignation dessen, was dem Volke fehlt! Zweitens fehlen dem Volke „Menschen", und das ist auch eine starke Rubrik! O'Connell war noch ihr bester Mensch und war dennoch keinen Galgenstrick wert. Was soll's hernach mit den andern Menschen unter ihnen und endlich mit ihnen selbst!? O'Connell ging weg (Gestorben auf der Reise nach Rom, am 15. Mai 1847 in Genua), und die andern starben weg. An besten wird es sein, so bald alle weg sein werden. Glück zu auf die Reise ohne Gott und ohne Menschen und ohne »Geld« für die andere Welt! In der Hölle gibt es der Begebnisse in übergroßer Menge. Aber nur zu in dieser Weise auf die Reise in die Ewigkeit, dort sind lauter Rebellen zu Hause! Handeln kann das Volk zwar wie es will, aber die Folgen sind unabänderlich in Meiner Hand. Werft soviel Steine als ihr wollt in die Höhe - daß sie wieder herabfallen müssen, das ist Meine Sorge. Drittens hat dieses Volk keine (weisen ) Gesetze; und wenn es schon welche hat, so achtet es sie nicht, die weltlichen so wenig als die göttlichen, die es kaum noch dem Namen nach kennt. Dafür aber hat es desto mehr Wucherer aller Art und stets viel Militär. Und der Segen von alledem ist - die Hungersnot! Als dem Volke die Erdäpfel ( und Zwetschgen etc. ) wohl gerieten, da wußte es kaum, was alles es daraus machen sollte: Schnaps, Sirup, Mehl, Stärke, Bier und noch eine Menge derlei Industrieartikel. Ich aber gab diese Frucht nur als ein höchst einfaches Nährmittel, das der Ärmste sich leicht bereiten kann. So aber dieses »Erdbrot für Arme« ein Industrieartikel für den Luxus und die Geldsäcke der ohnehin Reichen werden sollte, da nur weg mit diesem Nährmittel der Armen, so es undankbar mißbraucht, nur ein Gewinn-Artikel für Reiche werden sollte! In diesem Lande gäbe es jetzt noch für etliche Mißjahre Geld und Getreide in großer Menge in den Händen der Wucherer, aber eben da muß ja das schnöde Eigentumsrecht (das allzu eigennützige, das allgemeine Wohl bedrohende, wucherische Eigentumsrecht) aufrechterhalten werden, wenn darob auch Hunderttausende ins Gras heißen müssen! - Aber schützt das Eigentum der Wucherer nur noch mehr, stellt Wachen zu ihren Kornspeichern, laßt aber dafür Hunderttausende verhungern - wahrlich, euer Lohn wird groß sein in der Hölle! Verflucht sei der Wucherer und auch das Gesetz, das ihn schützt! Ich aber sage: Dem Wucherer hängt einen Stein an den Hals und werft ihn ins Meer, da es am tiefsten ist! - So jemand einen Menschen tötet, den verurteilt ihr auch zum Tode - so aber ein solcher Geldteufel von einem Wucherer Hunderttausende tötet durch seine unersättliche Gewinnsucht, für den habt ihr kein Gesetz! O so geschieht euch, ihr dummen Briten, recht, so ihr alle Hunger sterbet samt Irland! Nur zu mit der Gerechtigkeit, es soll ja alles noch besser werden hier auf Erden! Ich meine nun, daß es genug sei, auf daß ihr Irlands Hungersnot einsehet, und ihre Ursache und ihren Grund. Das aber sage Ich euch: Wenn es auch anderswo so wird und die Menschheit wie in Irland, dann wird ihr Los noch ärger sein denn das dieses Landes. Denn da gibt es für die Menschen keine andere Schule als die des Elendes! - Das spricht Der, der alle Völker der Erde kennt. Amen. Amen. Amen! N.B. Man bedenke die Schrift: „Die 12 Stunden" (Nr. 22). D. Hsg.
Die Sonnenkur oder Heliophatie Kundgaben über diese Heilmethode, soweit selbe von allgemeinem Interesse sind, besonders die Diät betreffend.
Empfangen durch Jakob Lorber 1851 In den ältesten Zeiten, in denen schon Menschen diese Erde bewohnt haben, benützten eben diese Menschen, so sie irgendein Unbehagen in ihrem Leibe verspürten, die Sonne, das heißt ihr Licht und ihre Wärme als das einzige Heilmittel zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. Sie legten ihre Kranken in die Sonne und entblößten diejenigen Teile des Leibes gänzlich, in denen der Kranke eine Schwäche, Unbehaglichkeit oder einen Schmerz verspürte, und es ward in Kürze besser mit dem Kranken. Fehlte es dem Kranken im Magen, so mußte er nebst dem, daß er eine Zeitlang vorher seine Magengegend dem Sonnenlichte ausgesetzt hatte, darauf aus einer reinen Quelle, die der Sonne ausgesetzt war [= Frequenz- und Photonenspeicherung im Wasser, d. Hg.], Wasser trinken, und es ward alsbald besser mit ihm. Überhaupt tranken die ersten Bewohner der Erde nicht leichtlich ein Wasser, das nicht zuvor auf eine kurze Zeit, so es tunlich war, dem Sonnenlichte ausgesetzt war. Tiefe und gedeckte Brunnen waren ihnen fremd, und aus einer Quelle, wohin das Licht der Sonne nicht dringen konnte, trank niemand ein Wasser; denn sie wußten und sahen es wohl auch, daß sich in solchem Wasser so lange grobe und mitunter sogar böse Geister aufhalten, bis diese durch die Kraft des himmlischen Sonnenlichtes ausgetrieben werden. Sehet, in dem bisher Angeführten liegt eine tiefe Wahrheit; denn das Licht der Sonne führt, wie ihr es euch leicht denken könnt, reinere (Natur-)Geister [= Photonen, elektromagnetische Frequenzen, und unendlich viele Frequenzen d. Hg.] mit sich. Diese Geister haben die größte Verwandtschaft mit den substantiellen Teilen der Seele des Menschen. Wenn durch die Einwirkung solch reinerer Geister [= Photonen, elektromagnetische Frequenzen, d. Hg.] der Seele eine sicher kräftige Stärkung zugeführt wird, so wird dann die also gestärkte Seele mit irgendeiner in ihrem Leibe entstandenen Schwäche sehr leicht und bald fertig, weil die Gesundheit des Leibes gleichfort einzig und allein von einer hinreichend kräftigen Seele abhängt. Denn wo immer ursprünglich irgendeine Schwäche in der Seele, das heißt in ihren substantiellen (feinstofflich-geistigen, d. Hg.) Teilen, auftritt und die Seele selbst auf einem geordneten Wege sich in den geschwächten Teilen keine Stärkung verschaffen kann, da wendet sie sich dann an ihren eigenen Nervengeist (Ätherleib, d. Hg.) und zieht aus ihm das ihr Mangelnde an sich. Dafür entsteht dann, wie in entladenen elektrischen Flaschen, in den Nerven ein offenbarer Mangel an jenem Lebensfluidum (= Odkraft, Lebenskraft, Prana, Ch'i), durch das allein sie in der rechten Spannung erhalten werden. Die Nerven, dadurch gewisserart hungrig, saugen dann eine noch zu wenig reine Kost aus dem Blute, und wenn solches vor sich geht, so entsteht dann ganz natürlich ein unnatürlicher Lebensprozeß in der Natur des Fleisches, aus dem alle möglichen Krankheiten je nach der Art und Weise entstehen können, wie sie nach dem tieferen Seelenkalkül einem oder dem andern Teile, der in der Seele schwach geworden ist, entsprechen. Da aber in den reinen Geistern [= Photonen, elektromagnetische Frequenzen, d. Hg.] alle jene partikularen Seelensubstanzen, aus denen die Seele selbst besteht, sich vorfinden, so ist es für die Seele ein leichtes, aus ihnen das zu ihrer Stärkung zu nehmen, was ihr abging, um dadurch auch wieder die frühere Ordnung in ihrem Nervengeiste, und durch diesen in den Nerven und im Blute die rechte natürliche Lebensspannung zu bewerkstelligen. Aus eben diesem Grunde ist auch in sehr vielfacher Hinsicht eine rechte Homöopathie jeder Allopathie bei weitem vorzuziehen. Denn durch die Homöopathie wird alsogleich Geistiges, das der Seele verwandt ist, der Seele zugeführt, und die Seele selbst, wenn sie irgend etwas in ihr Abgängiges oder wenigstens Geschwächtes von außen her in sich aufgenommen hat, wird dann Arzt ihres Leibes. Bei der Allopathie aber wird der Leib gezwungen, zuvor ein Arzt seiner Seele zu werden. Und so diese allenfalls durch großen Jammer des Leibes gesund geworden ist, dann erst kann sie sich rückwirkend über die Herstellung ihres Leibes machen, was doch sicher der ungeeignetste Weg zur Wiedererreichung der vollen Leibesgesundheit ist, was jeder aus der langwierigen, siechenhaften Rekonvaleszenz des Leibes - und auch der Seele - mit unbewaffnetem Auge leicht ersehen kann Wie gesagt, ist sonach die Homöopathie eine rechte Heilmethode; aber wohlgemerkt, es gibt eine zweifache Homöopathie, nämlich: Erstens eine spezielle (die bekannte nach S. Hahnemann, d. Hg), die in ihren Erfolgen notwendig unsicherer ist, weil selbst ein noch so geschickter Arzt nicht stets sicher erkennen kann, wo und welche Teile in der Seele geschwächt sind. Er kann daher denn auch das rechte Seelenspezifikum nicht in Anwendung bringen. Ein im Geiste wiedergeborener Arzt kann das freilich wohl; aber für einen noch nicht völlig oder zumeist gar nicht wiedergeborenen Arzt ist so etwas bei all seiner Verstandes-geschicklichkeit schwer oder gar nicht möglich. Aus diesem (unwiedergeborenen) Grunde ist dann vorzugsweise der zweiten Art Homöopathie (die Sonnenheilmittel, d. Hg), die Ich, bloß zum Unterschied von der ersten, die allgemeine benenne, ein volles Augenmerk zu widmen, weil durch sie kein Arzt - bei nur einiger Geschicklichkeit - fehlen kann. Und eben diese Art Homöopathie ist dasjenige, was Ich euch von der Heilkraft der Sonnenstrahlen am 16. Juli 1851 vorangekündigt habe. Es fragt sich nun von eurer Seite ganz natürlich: Wie ist solches anzustellen? Eine Art (kranken Körperteil besonnen, d. Hg.) habe Ich euch schon gleich anfangs gezeigt. Diese Art ist oder wäre vielmehr genügend, wenn die Menschen dieser Zeit jene Lebensweise beachten würden, die von den früheren Menschen getreu beachtet wurde. Für die gegenwärtige Lebensweise, bei der der Seele durch allerlei verkünstelte Speisen eher Teile entzogen als gegeben werden und die, die ihr noch gegeben werden, durchweg schlecht zu nennen sind, wäre die Art des Gebrauches des Sonnenlichts, wie sich die Alten desselben bedienten, zu schwach. Aus diesem Grunde will Ich euch mehrere Arten kundgeben, wie auch die dazu erforderliche Diät. Wenn diese zusammen mit der angezeigten Sonnenlichtarznei genau beachtet wird - aber wohlgemerkt: sehr genau! -, so könnt ihr damit jede Krankheit, welcher Art und welchen Namens sie auch sei, sicher heilen. Selbst äußere Beschädigungen des Leibes können so bei rechter Handhabung dieses Medikamentes am ehesten geheilt werden. Die Diät sei streng, also wie sie in der besten Homöophatie vorgeschrieben ist, nämlich Enthaltsamkeit von allen saueren und gewürzten Speisen und Getränken, und besonders vom Biere und Kaffee (wie Tabak und Schnaps) Kaffee aber ist bei weitem das Schlechteste, was der Mensch sich aus der Pflanzenwelt zu seinem Genusse erwählt hat. Diese Frucht ist bloß für Pferde, Esel und Kamele und dergleichen Tiere mehr auf der Erde geschaffen und belebt dieselben und macht ihre Nerven stark. Bei den Menschen aber, die sie genießen, wirkt diese Feigbohne ganz entgegengesetzt, verdirbt sie das Blut ungemein, erhitzt die Genitalien, und wenn darauf nicht die alsbaldige Befriedigung erfolgen kann, so entsteht daraus eine völlige Abstumpfung in den reizbaren Teilen des menschlichen Leibes. Da dieses der Seele viel Mühe macht, solche nur für das grobe Vieh bestimmten seelischen Potenzen aus dem Leibe zu schaffen, so wird sie müde, träge, nachlässig, oft düster, mürrisch und traurig. Ich sage euch: Ein Tasse voll mit Zucker versüßter Mistjauche getrunken, wäre dem menschlichen Leibe bei weitem gesünder als die braune Brandsuppe dieses groben Tierfutters. Ich habe euch die Schädlichkeit des Kaffees bloß deswegen gezeigt, weil Ich es nur zu gut sehe und weiß, wie sehr die Menschheit - besonders die weibliche - an diesem Eselsfutter hängt; ihrer Natur aber ist nicht leichtlich etwas schädlicher als eben der Genuß dieses Getränkes! Und es macht auch nicht leichtlich irgend etwas den Leib - besonders den weiblichen - für eine heilsame Medizin unempfänglicher als eben dieser Kaffee. Daher soll er auch, besonders während einer oder der anderen Krankheit und namentlich bei dieser sonnenhomöopathischen Behandlung, allersorgfältigst gemieden werden, weil sonst die Medizin nicht im geringsten wirken kann. So jemand Gift genommen hätte, wäre aber zuvor schon ein starker Kaffeetrinker und würde nach dem Gifte auch eine tüchtige Portion Kaffee zu sich nehmen, so würde dadurch sogar die Wirkung des Giftes getötet. So aber der Kaffee die grelle Wirkung des Giftes, wenn sie nicht zu intensiv ist, zu töten vermag, um wieviel eher wird er die zarte und sanfte seelenspezifische Wirkung der euch nun gezeigten neuen, sonnenstrahlen-homöopathischen Medikamente vernichten! Daher muß man sich sorgfältig vor solcher Speise hüten, die gewisserart ärger noch als das bekannte Opium die Einwirkung edler und reiner Medikamente hemmt. (Desgleichen alle Sorten starken chinesischen und russischen Tees, aber auch einheimischen medizinischen Tees dergleichen, alter Käse, Salz- und Rauchfleisch, Würste, altes Sauerkraut und alles Eingemachte, unvergorene und destillierte Getränke, alles Gebrannte und Starkgeröstete, alle starken Gerüche, Schwefelhölzer, Petrol, Geruch von geröstetem Kaffee etc., lange dauernder Blumengeruch, physische Anstrengung, moralische Erregung, Ärger, Zorn, etc. Erlaubt sind: frische Mehlspeisen (d.h. aus Mehl von allerlei Halmfrüchten) entweder in der aus reinem, gesundem Fleische frisch gewonnenen Brühe (für gewohnte Fleischesser) oder auch in frischer guter nicht zu fetter Milch gekocht, und sind mäßig genossen allen anderen Speisen vorzuziehen. Es können aber auch (mit Ausnahme der Bohnen) andere Viktualien (veraltet für Lebensmittel) genossen werden, als Linsen, Erbsen, Schroth oder Gries aus Weizen, Mais, gutgekochter Reis, auch Hirse- und Hafergrütze können ebenfalls mit obiger Brühe oder Milch zubereitet sehr vorteilhaft genossen werden. Gutgekochtes und gesundes Fleisch mäßig genossen schadet (Fleischessern) auch nicht; nur soll es mit gekochtem Obst, Äpfeln, Birnen, auch Zwetschgen genossen werden und nur mäßig; denn das Fleisch enthält gleichfort Seelenspezifika gröberer und untergeordneter Art, aber mit Obst genossen werden die Spezifika gemildert, und es wird solche Speise den Kranken gut zu Statten kommen. Die sogenannten Grünspeisen aber sind - wenigstens die Zeit der medizinischen Behandlung - zu vermeiden, denn die seelischen Nährspezifika der genießbaren Kräuter und Wurzeln, wie auch der Kartoffeln (siehe Joh. 1, 403) sind noch viel unlauterer als die im Fleische der Tiere und sind daher wie gesagt hintanzuhalten.*) Allen, auch Eheleuten, ist zu bemerken – Enthaltsamkeit vom Beischlafe, denn der Same beiderlei Geschlechts ist recht ein Hauptlebensspezifikum, das in der Kurzeit der Seele nicht entzogen werden darf.
*) man sehe noch in der Erde Seite 167-177. Grahambrot, Linsenmuß, Erbsenmus von reifen Erbsen sind erlaubt. Ferner zu merken, dass die Nachtluft ganz zu meiden, und ebenso Feuchtigkeit besondern während des Medizinierens, desgleichen alle starken Affekte und Leidenschaften, dagegen stille innere Sammlung und Ruhe des Gemütes, sowie moralische Gedanken bei Sanftmut und wahre freie Hingebung in die Hände des heiligen Vaters in Demut und Liebe werden Wunder wirken, wenigstens für die Seele. Bei günstiger witterung täglich im Sonnenschein an die frische Luft ins Grüne gehen (zwischen 10 und 5 Uhr)
Daß sich der Sonnenlichtstoff [= Lichtquanten u. elektromagnetische Frequenzen, d. Hg.] mit verschiedenartigsten Materien in Verbindung setzt, läßt sich für jedermann mit Händen greifen, so er nur einen Blick über einen Wiesenteppich wirft. Das nächstbeste Pflänzchen gepflückt, gerochen und verkostet, - und sowohl Geruch als Geschmack werden sagen: wir entstammen dem Lichte und der Wärme der Sonne! Eine Glasscheibe, durch längere Zeit dem Sonnenlichte ausgesetzt, wird bald allerlei Farben auf ihrer Außenfläche zu zeigen anfangen. Warum nicht auch auf der inneren Fläche? - Weil die innere Fläche nicht dem ersten Anfall der Sonnenstrahlen ausgesetzt ist! Setzet einen Blumenstock in einen finsteren Keller! So er auch blühen wird, da wird aber an der Blüte entweder gar keine oder nur eine höchst matte Farbe zu entdecken sein. Aus dem geht aber hervor, daß die Farben der Blüten wie der Früchte auch ein Werk der tätigen Lichtgeister [= Photonen, elektromagnetische Frequenzen, d. Hg.] des Sonnenstrahles sind. In jenen Ländern, die von euch die heißen genannt werden, ist das Farbenspiel sowohl bei den Pflanzen als sogar auch bei den Tieren noch viel lebhafter und üppiger, als solches der Fall ist in der gemäßigten oder gar in einer kalten Zone, in der alles beinahe mehr in ein gemeinschaftliches Grau übergeht, von irgendeinen stärkeren Wohlgeruch wenig mehr die Rede ist und der Geschmack zumeist ein herber und bitterer ist, der da gleichkommt der gerichteten Herbe und Bitterkeit der in der Erde gebannten Geister. Es könnte hier jemand sagen: Ja, wenn sonach alle die verschiedenen Pflanzengattungen, Tiere, wie auch Mineralien - besonders in den heißen Zonen -, so viel des Lichtstoffes aus der Sonne in sich besitzen, da bedarf es dann ja keiner weiteren künstlichen Vorkehrungen, um durch sie der Sonne das künstlich abzuborgen, was man auf einem ganz natürlichen Wege ohne viel Mühe erhalten kann! Dieser Einwurf ist ganz richtig, und es hat sich bisher beinahe alle Heilkunde darauf gegründet. Denn wer irgend bekannte heilsame Kräuter gebraucht, wird davon auch sicher allzeit eine Wirkung verspüren; aber kein Kraut ist so beschaffen, daß es den Gesundheitslichtstoff aus den Strahlen [= Photonen, elektromagnetische Frequenzen, d. Hg.] der Sonne als allgemein aufzunehmen imstande wäre, sondern jede Pflanze nimmt nur das ihr Entsprechende auf und kann weiter nichts aufnehmen, indem ihr Bau so beschaffen ist, daß sie nur das ihr Zusagende und Entsprechende aus dem Sonnenlichte in sich aufnehmen kann. – Wenn ein Arzt bei einer kranken Seele genau erforschen könnte, welche Lebensspezifika (Zellen, Zellsysteme, Schwingungen, d. Hg.) in ihr schwach geworden sind oder gar mangeln, und kennte daneben auch das Kräutlein, das eben dieselben Lebensspezifika in sich enthält, so würde er dadurch einer kranken Seele oder - was dasselbe ist - einem kranken Menschen die volle Gesundheit sicher wiedergeben können; aber da solch eine tiefere Kenntnis des Menschen und seiner Seele einem gewöhnlichen Arzt zumeist so unbekannt ist wie ein noch unentdeckter Weltteil, so ist und bleibt sein ärztliches Heilfach stets nur mehr ein Raten denn ein Wissen. Was die Menschen durch Erfahrungen und selten glückliche Proben sich aus der Heilkraft der Pflanzen, Mineralien und Tiere zu eigen gemacht haben, mit dem heilen sie auch gewöhnlich ihre Kranken, und man könnte bei den meisten Ärzten das nordländische Sprichwort in Anwendung bringen, durch das ein solcher Arzt mit einem Knittel (Knüppel d. Vf.) verglichen wird: Trifft der Knittel glücklicherweise die Krankheit, so wird es mit dem Patienten besser; trifft der Knittel aber den kranken Menschen statt der Krankheit, so ist der Mensch des Todes! Hier (in der Heliophatie oder „Sonnenkur") aber handelt es sich also nicht um die Anwendung alter Erfahrungen oder neuer Versuche zur Heilung der Menschen, sondern gewisserart um ein Arkanum (Geheimrezept, d. Hrsg.), das die kranke Menschheit, solange es die Maschine des Leibes gestattet, also wieder neu zu beleben imstande ist, gleichwie das stets stärker und stärker werdende Licht im Frühjahr Pflanzen und Tiere neu belebt, - wenn überhaupt deren Organismus für eine solche Neubelebung aufnahmefähig ist. Denn wohlgemerkt, für ein von manchen Wunderärzten geträumtes ewiges Leben des Leibes auf der Erde im Verbande mit seiner Seele gibt es kein Arkanum (Geheimmittel, d. Hg.). Aber insoweit es aus Meiner Ordnung dem Menschen gegeben ist, sein leibliches Leben zu fristen, kann er bei rechter Diät und richtigem Gebrauch des Arkanums ein möglichst hohes und gesundes Alter erreichen.
Die Diät ist völlig dieselbe, wie sie bei der Homöopathie sorgfältig gehandhabt wird, nur mit dem kleinen Unterschied, daß mit der Diät um wenigstens 3-7 Tage früher angefangen werden muß, als dies bei der gewöhnlichen Homöopathie der Fall ist (also 10-14 Tage). In der vorangehenden Diätzeit kann der Patient zu öfteren Malen des Tages „Sonnenwasser" (gesonntes Wasser) trinken. Als Trinkgefäß (bzw. Besonnungsgefäß für das besonnte Wasser, d. Hg.) wäre ebenfalls ein dunkelviolett-blaues Glas oder doch ein so glasiertes Porzellantöpfchen jedem andern Gefäß vorzuziehen. Ganz echter unverfälschter Wein, der nie in eichenen Gebinden war (Fässer aus Bikenholz, sollen die Tauglichsten sein), ebenso solarisch präpariert wie das Wasser, ist bei nervenschwachen Menschen dem Wasser vorzuziehen (in kleinen Dosen) Dann nach dem Gebrauche des Medikaments muß derselbe Diät nach Beschaffenheit der Jahreszeit durch drei Mondläufe fort beobachtet werden, also dann und wann Wasser (gesonntes) trinken, häufig an die frische Luft, wann die Sonne scheint, sich begeben, so wird es mit ihm vollkommen besser werden. Ein also kurierter Mensch (der eine komplette Sonnenkur durchgemacht) bei regelmäßigem Leben erkrankt nicht mehr leicht, und kann sehr alt werden.
Noch ein Auszug von Wichtigkeit für Alle Diese Mittel wirken – wie oben gezeigt – bei rechtem Gebrauche, vollem Glauben und Vertrauen auf Meine tätige Mithilfe. Ohne Meine Mithilfe wirkt aber ohnehin keine Medizin, außer zum Nachteile und Verderben des Leibes und Nachteilig oft auch der Seele. Bei diesen Sachen ist durchgehens nicht gar zu sehr auf Maß und Gewicht, sondern einzig und allein auf den rechten Glauben und auf das rechte Vertrauen auf Mich Bedacht zu nehmen, denn ihr wisset, dass Ich gar wohl im Stande bin, Jemanden mit wenig Tropfen Wassers zu ersäufen, und daneben einen Andern, der ins Weltmeer gefallen ist, am Leben zu erhalten. Die materiellen mittel dabei haben an und für sich hier ohnehin keine Wirkung, außer bloß die, unter den angegeben Verhältnissen die Sonnenstrahlen an sich zu ziehen und sie zu behalten. Haben diese materiellen Mittel diesem Zwecke gedient und entsprochen, und werden sie in Krankheitsfällen mit angegebener Diät und rechtem Glauben im angegebenen Maße gebraucht, so werden sie ihre Wirkung ohnehin nicht verfehlen. Vor Allem gehört besonders von Seite des Helfers ein uneigennütziger guter Wille und fester Glaube dazu, um mit solcher Meiner ihm veroffenbarten Gnade einem Leidenden in der Kraft Meines Namens zu helfen, denn von dem Leidenden läßt sich nicht immer ein voller Glaube erwarten, ist aber auch der Leidende vollgläubig, so wird das Heilmittel desto sicherer und frühzeitiger die Wirkung bewähren.
Da habt ihr eine kleine Vorsichtsmaßregel bezüglich der morgigen Finsternis der Sonne in Hinsicht auf die Gesundheit des Leibes. So ihr die Geschichte zur Hand nehmen würdet, allda die Begebenheiten am Firmamente aufgezeichnet sind, und sodann die Geschichte großer Sterblichkeiten, so würdet ihr gar bald das merkwürdige Zusammentreffen solcher Umstände finden, dass da folgen fast allezeit auf ähnliche starke Sonnenverfinsterungen auch die erwähnten großen Sterblichkeiten, als z.B. „der schwarze Tod" die „Schnupfseuche", die bösartige Grippe" verheerender Typhus oder Gedärm-Nervenfieber, schädliche Aussätze, Lausseuche mit Wulsten, die da gewöhnlich erfüllt sind mit Blutläusen, allerlei Ruhren und dergleichen mehr. Sehet, das Zusammentreffen solcher Umstände ist nicht so ganz und gar ohne Einfluß, wie es die sogenannten aufgeklärten Großen und Reichen und Gelehrten der Welt meinen. Fragt die Geschichte aller Zeiten und aller Völker, selbst die der Juden, der weisen Ägypter, der Griechen und alten Römer - und sie wird es euch sagen, daß alle diese Völker nie eine Freude an einer solchen Erscheinung hatten, sondern allezeit nur eine große Furcht, so zwar, daß einige heulten und wehklagten, einige sich furchtsam verkrochen in unterirdische Höhlen, Klüfte und Gemächer der Gebäude. Wenn zwei Völker noch so erbittert gegeneinander zu Felde zogen, so war eine eintretende Sonnenfinsternis hinreichend, um augenblicklich entweder einen langen Waffenstillstand oder wohl auch einen vollen, lang anhaltenden Frieden zu bewerkstelligen. (Auch) heutzutage gibt es noch bei solchen Gelegenheiten ähnlich handelnde Völker auf der Erde in Menge. Welcher nur einigermaßen tiefer denkende Mensch sollte da nicht fragen: Worin liegt denn der Grund, warum fast alle alten und auch noch der allergrößte Teil der jetzigen Erdbewohner nebst fast allen Tieren einen solch großen Respekt vor einer Sonnenfinsternis haben?« Höret, die Antwort ist sehr leicht zu finden; denn sie liegt auf eines jeden Menschen Zunge und lautet: »Experientia docet!« - oder: »Die Erfahrung lehrt es!« - Denn der Mensch konnte ja erst dann also furchtsam werden vor der Erscheinung, so er sich durch das öftere Zusammentreffen solch widriger Umstände zufolge der Erscheinung eine Regel gemacht hatte, daß nämlich solchen Erscheinungen auch allezeit bedeutende Übel folgen. Aus diesem Grunde glaubt der (steirische) Landmann noch jetzt, daß zur Zeit der Finsternis es Gift regne vom Himmel auf die Erde. - Sagt Mir verständigerweise, wie kam der Landmann denn auf diesen Gedanken? - Hier würden gar manche sagen: weil er es von seinen Eltern gehört hat. - Ich frage aber: Von wem haben es dann seine Eltern oder seine Großeltern oder seine Urur- und Ich setze noch hinzu, seine Ururur-Eltern gehört? Kurz, es muß doch irgendein A geben, auf das man, vom Z aus rückgehend, gelangen kann und muß, damit man wisse, wer denn der eigentliche Urheber eines solchen Glaubens war. - Was aber wird und kann da am Ende herauskommen? - Ich sage euch: Nichts anderes, als daß da jeder dem A das Zeugnis geben muß: »Die Erfahrung lehrt es!« Da in Europa zu mehreren Malen auf derartige Erscheinungen der sogenannte schwarze Tod erfolgte, so kamen die Menschen auf den Gedanken, daß da während einer solchen Erscheinung ein grünliches Gift vom Himmel falle, wodurch da vergiftet werden die Brunnen (weshalb später Dächer über dieselben gemacht wurden) und dann durch solch vergiftetes Wasser Menschen und Tiere. Ja, einige gaben vor, daß sie während der Dauer der Erscheinung ein oder mehrere drachenartige Tiere in der Gegend der verfinsterten Sonne haben am Himmel herumziehen gesehen, darum sie dann auch die Vergiftung der Gewässer denselben zugeschrieben haben. Es fragt sich aber: Was soll von einer solchen Tradition gehalten werden? - Ich sage euch: Nichts anderes als ein vorsichtiges Verhalten bei solchen Gelegenheiten zu dem alten »experientia docet«. Denn diese Sagen sind nicht also leer, wie so manche glauben, sondern es ist im Ernste etwas daran. Denn fürs erste tritt hier schon ein außerordentlicher kosmischer Konflikt ein, dessen Grund und Wirkung nur Mir allein bekannt ist. Solches aber könnt ihr euch wohl denken: Wenn der Segen für alle Natur aus Mir in den Strahlen der Sonne liegt, so wird zur Zeit, wann der Sonne Strahlen eine Unterbrechung von mehr denn 50 000 Meilen erhalten, auch der Strahlensegen eine bedeutende Unterbrechung erhalten - arggeistiger Umtriebe bei solchen Gelegenheiten nicht zu gedenken, die da doch (auch) eine hauptarge Rolle spielen. Wollt ihr aber mit heiler Haut davonkommen, so verseht euch heute noch mit Wasser für die Küche bis zum Mittage des morgigen Tages, nehmt euer Frühstück vor dem Eintritte der Erscheinung und esst und trinkt während der Erscheinung ja nichts und im Freien den ganzen Tag nichts, sondern in den Zimmern, welche während der Erscheinung geschlossen bleiben und gut geräuchert sein sollen mit Wachholderbeeren. Also ist es auch viel besser, während der Erscheinung in den Zimmern zu bleiben, als im Freien zuzubringen. Wer aber schon ins Freie will, der beschmiere seine Haut mit Baumöl, das mit einigen Tropfen Wachholderöles gemengt sein kann. Auch das Haupt kann er damit bestreichen, welches zu bedecken ist während der Erscheinung. Im Munde aber halte er einige zerkaute Wachholderbeeren und trage auch welche bei sich in den Taschen. Vorzüglich aber halte jeder fest in der Liebe, im Glauben und Vertrauen (auf Jesu Hilfe bei Gebet um Schutz, d. Hg.) - so darf er furchtlos sein. Ergötzen aber solle sich ja niemand daran, sondern denken, daß da solche Erscheinungen noch einen ganz andern Grund haben als den mathematischen der Astronomen. Sonst dürfte es geschehen, daß für so manchen die Schaugebühr für derlei Weltspektakel ziemlich hoch ausfallen möchte. Solches also beachtet wohl, so werdet ihr gesund verbleiben am Leibe! Amen.
NB.! Ich sage es dir und sage es auch allen Meinen Lieben: Du und sie sollen den 71. Psalm Davids, besonders vom 13. bis zu dem letzten, 24. Vers nehmen und beten, so wird euch daraus ein großer Trost und eine mächtige Hilfe werden, schützend euch vor allem, was sich irgend feindlich nahen will. Aber mit großem, vertrauensvollem, wahrem Ernste müssen die Verse in euerer ganzen Wesenheit ausgesprochen werden.Solches beachtet ja unerläßlich! Bedenket, wer Der ist, der euch erteilt solchen Rat und warum Er ihn euch erteilet! - Amen. Amen.
Gegeben als ein Gnadenbrot vom heiligsten, barmliebevollsten Vater Durch eine erwählte Magd C. Michel M. Triest, am 20.Juni.187 So schreibe, das Ich dir sage, gibt dem Doktor alle Ehre für seine Homöopathie, so daß er ganz zufrieden sein kann, z.B.: "Lieber, geehrtester Herr Doktor! Wie soll ich Ihnen danken für die herrlichen Arzneien, welche Sie mir aus purer Menschenfreundlichkeit darreichten! Deshalb auch dabei der Segen des überguten, heiligsten Vaters nicht unter Dornen, noch auf den Weg gefallen sein mag, sondern ich mich durch Ihre Mittel beinahe gänzlich von dem langwierigen Husten befreit finde; Gott segne alle Ihre Mühen und Liebesdienste, wie die mir erwiesenen gesegnet wurden, ja, ich behaupte sogar, daß Sie, Herr Doktor, mit dem Vorwand Ihre Kranken zu pflegen, selbst überzeugt sind, daß der Arzt nichts ist als ein Werkzeugt in der Hand des Herrn, daß er (der Arzt) nur kuriert, aber der Herr heilt, deshalb Er auch in dem irdischen Leben den Namen öHeilandö, Jesus Christus hatte; ja so wird dann der Segen über Ihr Haupt kommen, und auch jenen Kranken, welche das Zutrauen zu Ihnen hatten, und um so mehr zum heiligsten Vater, welches (Vertrauen) Sie, geehrtester Herr Doktor, ganz gewiß jedem Ihrer Kranken einflößen werden. Entschuldigen Sie, diese kleinen Bemerkungen in meinem Dankesbrief gemacht zu haben, das innerliche Dankesgefühl bewegt mich dazu. Mit aller Hochachtung und in der Hoffnung, daß Sie mir nicht böse sein werden ob meiner Freiheit, empfiehlt sich Ihre dankeschuldige Dienerin C. M.=M."
„Frisch noch am Abend ist segnend und labend." Es fragten Mich aber einige Jünger, sagend: »Herr und Meister, wir bemerken das, seit wir um Dich sind, daß Du stets gut eine Stunde Zeit vor dem (Sonnen)Aufgange auch zur Winterszeit Dich ins Freie begibst und Dich gleich uns Menschen an den Erscheinungen der Naturwelt erheiterst. Da Dir aber ohnehin alles erschaulich bekannt ist, was nicht nur auf und in dieser Erde, sondern auch in der ganzen Unendlichkeit ist und geschieht, war und geschehen ist und sein und geschehen wird, so haben wir schon oftmals darüber nachgedacht, wie Du an den Dingen und Erscheinungen auf einem nur kleinen Flecke dieser Erde doch noch irgendein Wohlgefallen haben kannst und magst!« Sagte Ich: »Das war einmal wieder eine so recht menschlich blinde Frage von euch! So Ich an den Dingen und Erscheinungen auch in dieser materiellen Natur kein größeres und innigeres Wohlgefallen hätte denn ihr, da würde von dieser ganzen Erde mit allem, was auf ihr, in und über ihr sich befindet, gar sehr bald auch nicht ein Pünktlein mehr irgend sich vorfinden. Es ist ja doch alles, was da ist, Meine ewige Liebe verkörpert vor euren Augen; wie sollte Ich dann kein Wohlgefallen an Meiner Liebe haben, die doch von Ewigkeit her Alles in Allem ist? Daß Ich Mich aber stets schon am frühen Morgen, wie oft auch bis in den späten Abend, gerne im Freien befinde, das hat seinen doppelten Grund: Denn erstens sollet ihr daraus lernen, wie auch in des Menschen Seele der geistige Morgen ähnlich dem dieser Erde frühzeitig erwachen soll und dann, (daß Ich) an solch einem frühzeitigen Morgen im Menschen eben auch schon eher, als es in ihm zum vollen Aufgange kommen wird, gegenwärtig sein und Mich an dem stets heller werdenden Lebensmorgen ebenso erfreuen werde, wie Ich Mich vor euch sichtbar und euch zu einem wahren Beispiele an jeglichem Naturmorgen erfreut habe. Und zweitens aber sollet ihr aus Meinem steten und frühen Morgenbesuche die Tätigkeit und den rechten Eifer kennenlernen und sollet Mir auch darin gleichen und die Menschen, denen ihr Mein Evangelium predigen werdet, dessen wohl erinnern; denn nur durch den rechten Eifer, und durch eine frühe Tätigkeit kann der Mensch zum wahren Reiche Gottes in sich gelangen und es dann auch für ewig behalten. Daß Ich aber auch die Abende gerne im Freien zubringe, dadurch zeige Ich euch an, erstens, daß der Mensch auch am Abende seines Erdenlebens tätig sein soll, um zu kräftigen das innere Lebenslicht. Denn wer sich zu früh zur trägen Ruhe begibt und sich in seinem Hause dem sorglosen Schlafe ergibt, der wird es leicht erleben, daß Diebe bei ihm einbrechen und ihn seiner Schätze berauben werden; wer aber lange wach bleibt, dem wird solch ein Unheil so leicht nicht begegnen.Der andere und zweite Grund, warum Ich auch die Abende gerne im Freien zubringe, aber besteht in dem: Ihr möget daraus ersehen, daß dann erst am Abend eine freie Ruhe zu einer wahren Seligkeit wird, so man schon vom frühen Morgen an den Tag über bis zum Abend hin vollauf tätig gewesen ist. So ihr nun das von Mir euch Gesagte wohl begriffen habt, da bleibet in diesem Lichte, und fraget hinfort nicht so leicht wieder um Dinge, die euch nun doch schon von selbst einleuchtend sein sollten. Habt ihr das wohl verstanden, so tuet auch danach; denn aus dem Verständnisse allein könnet ihr in euch das wahre Reich Gottes nicht wachrufen!« Als die Jünger und auch alle die andern das vernommen hatten, da dankten sie Mir für Meine Geduld mit ihnen und baten Mich auch für fernerhin um Geduld. Und Ich sagte: »Ein jeder Mensch, der viel Liebe hat, der hat auch viel Geduld; Ich aber habe die meiste, höchste und reinste Liebe zu euch, und so habe Ich mit euch denn auch sicher die größte Geduld. Wer da in Mir verbleibt durch seine Liebe zu Mir, in dem bleibe auch Ich; denn Ich Selbst bin da ja seine Liebe und seine Geduld. Amen.«
(Im Heilbad des Römers Markus – Aus Johannes)
Als wir uns auf dem Berge befanden, da bewunderten die Griechen und der Römer die schöne Gegend. Und der Römer sagte: »Wahrlich, so eine nach allen Richtungen hin wunderherrliche Landschaft ist mir noch gar nie vorgekommen! Wenn man auf dieser lieben Erde immer jung, kräftig und gesund bliebe und mit dem Nötigen versorgt, so könnte man an solch einer Gegend auch eine ewige Freude haben. Es erfüllt aber das menschliche Gemüt oft mit vieler Wehmut beim Anblick einer so herrlichen Landschaft, so der Mensch sich dabei stets denken muß: Nur noch eine ganz kurze Zeit ist dir diese Freude gegönnt, und du wirst sie dann auf ewig schmerzhaft verlassen müssen. Was aber kann der schwache Mensch da wohl anderes dagegen tun als seufzen, daß er ein oft auch auf dieser Erde sehr schönes und angenehmes Leben so bald gänzlich verlassen muß und nicht mehr schauen und genießen kann die Reize und Schönheiten solch wunderherrlicher Gegenden dieser Erde? Du, o Herr und Meister, willst es einmal also, und der arme und ohnmächtige Mensch muß sich der Allmacht Deines Willens fügen.« Sagte Ich: »Freund, nun hat wohl wieder der alte, blinde Römer und Heide aus dir geredet, und du hast trotz deines musterhaft starken und lebendigen Glaubens und Vertrauens an Mich dargetan, daß du in die Geheimnisse des wahren, inneren Seelenlebens noch gar nicht eingeweiht bist! Meinst du denn, daß die Seele ohne Hilfe des materiellen Leibes nicht auch die Gegenden dieser Erde werde zu schauen imstande sein, vorausgesetzt, daß sie nach Meiner euch klar gezeigten Ordnung vollendet sein wird und also verlassen wird ihren schweren Leib? Wer anders sieht denn jetzt, wennschon unvollkommen, durch die zwei kleinen Fensterlein unter deiner Stirne diese Landschaft als eben nur deine allein lebendige Seele? Der Leib ist ja nur auf eine kurze Zeit ihr als ein Werkzeug gegeben, um sich beim rechten Gebrauche desselben die volle Lebensfreiheit und Selbständigkeit für ewig hin zu bereiten und zu sichern. Was im Leibe fühlt, hört, sieht, riecht, schmeckt, denkt und will, das ist ja das unsterbliche Wesen der Seele und nicht der an und für sich tote Leib, dessen Scheinleben ja nur durch das wahre Leben der Seele bedingt ist. Sieht aber deine Seele nun bei aller ihrer Lebensbeschränktheit durch den Leib die schönen Landschaften dieser Erde und empfindet darüber eine rechte Freude schon beim Anblick der alleräußersten Form, so wird sie dann wohl eine noch größere Freude und Wonne empfinden, so sie mit ihren helleren Augen nicht bloß die äußerste Rinde der Wesen und Dinge, sondern das ganze Innere in seiner wundervollsten Verbindung, Wirkung und Bedeutung wird schauen, beurteilen und verstehen können. Ja, wer da noch so tief in seinem Fleische vergraben ist, daß seine Seele mit dem sicheren Tode ihres Leibes auch mit in diesen Tod sich gezogen fühlt - was eine Folge ihrer zu großen Welt- und Fleischliebe ist -, dann muß der Mensch freilich so bedauerlich reden, wie du, Freund, nun geredet hast; aber in welchem Menschen die Seele einmal nach Meiner Lehre und nach Meinem Willen frei von den irdischen Schlacken und dadurch vollkommener und vollendeter geworden ist, der wird beim Anblick einer solchen Gegend und Landschaft eine ganz andere und höhere Sprache führen. Daß aber ein Naturmensch, wie du bis jetzt noch einer bist - obschon du nun den Herrn und Meister alles Seins und Lebens mit deinen Augen schauen und mit deinen Ohren vernehmen kannst -, beim Anblick einer herrlichen Gegend darob wehmütig gestimmt wird, weil das Gefühl über seine Vergänglichkeit erwacht, so ist das nur sehr heilsam für seine Seele; denn dieses Gefühl ist eben der unsterbliche Geist aus Mir in eines jeden Menschen Seele, ohne den sie kein Leben hätte, der in der Seele ruft: "Habe die Welt ihrer äußeren Reize wegen nicht lieb; denn sie alle sind dem Tode und der Vergänglichkeit unterworfen! Ermanne dich, und wende ab dein lüstern Auge von dem, was an und für sich nichts ist. Kehre dafür in dein Innerstes, in mich, dein wahres Sein und ewiges Leben zurück, da wirst du nicht nur die tote, alleräußerste Rinde der Dinge und Wesen schauen und erkennen, sondern auch vorzüglich das, was in ihnen ist und wirkt, und wie und warum und zu welchem Endzweck!" Sage du, Freund, Mir nun, so sich die Sache aber nur also und unmöglich anders verhält: Hat der in sich über sein Wesen und Dasein klar gewordene Mensch wohl einen Grund, darob beim Anblick irgendeiner reizenden äußeren Form in sich wehmütig zu werden, weil er einmal den Moderleib ablegen wird?«
Über die Krankheiten des Leibes und die natürli che LebensweiseSpricht der Herr Jesus (im Jahre 33) – (Aus Johannes)
(Nach dem Morgenmahle) Sagte der Oberstadtrichter zu Mir: »O Du übergroßer Herr und Meister von Ewigkeit! Da Du mir heute morgen auf dem Berge Nebo versprochen hast, noch zwei Fragen beantworten zu wollen, die ich Dir schon gestellt habe - und zwar die eine schon gestern abend und die zweite heute morgen auf dem Berge Nebo bei der Gelegenheit, als ein Schakal eine arme Gazelle erjagte, sie zerriß und auffraß und bald darauf selbst durch einen Riesenaar dasselbe Schicksal zu erleiden hatte -, so wolle Du die Gnade haben, mir ein näheres Licht zu geben!« Sagte Ich: »Was deine gestrige Frage betrifft, nämlich das oft langwierige und schwere Kranksein vor dem Leibestode, wie auch den zumeist sehr frühen Tod der Kinder, so ist solches von Mir aus nur eine Zulassung zur Besserung der Menschen, aber darum keine irgend aus Meiner Willensallmacht hervorgehende Bestimmung. Siehe, die Urmenschen, die in der gleichen, ihnen durch Meinen Geist gezeigten Ordnung und Einfachheit geblieben sind, wußten von keiner dem Leibestode vorangehenden Krankheit etwas; sie erreichten zumeist ein sehr hohes Alter, wurden nie krank und schliefen am Ende ganz ruhig ein, und ihre Seele empfand dabei keine Schmerzen und keine Todesangst. Ihre Nahrung war aber auch immer eine gleiche, und nicht heute so und morgen anders. Zumeist lebten sie von Milch, Brot und guten und reifen Baumfrüchten; ein solches Gericht war ihr ganzes Leben hindurch ihre Leibesnahrung, und zur Stillung ihres Durstes diente das frische Quellwasser. Aus diesem Grunde waren ihre Leibesnerven stets von denselben guten und unschädlichen Seelensubstanzen ernährt, und es konnte sich keine böse, unreine und somit schädliche Seelensubstanz in den Leib hineinschmuggeln. Daher blieben diese Menschen stets gleich kräftig und gesund, obwohl geistig als auch leiblich. Aber besehet jetzt in dieser Zeit und auch schon in den viel früheren Zeiten die vielen tausend allerartigen Leckerbissen, mit denen die Menschen ihre Mägen und Bäuche füllen, und es wird dir gleich klarwerden, welch eine Unzahl von allerlei ungegorenen, somit unreinen, bösen und schädlichen Substanzen bei solcher Gelegenheit oft den ganzen menschlichen Leib in Besitz nehmen und ihn nach und nach stets mehr zu martern und zu quälen anfangen! Denn solche verschiedenartigen Substanzen geraten dann in einem Menschenleibe in einen beständigen Kampf, den er nur dadurch auf so eine Zeitlang zu beschwichtigen vermag, daß er zu allerlei aus der Erfahrung bekannten Kräutern und Wurzeln seine Zuflucht nimmt und mit ihrer Hilfe (die Neigung) der inneren Seelensubstanz zur Revolution stillt. Aber solch eine Gesundheit ist nie von einer Dauer, besonders bei dem alten Menschen, - er müßte denn auf längere Zeit hin zur ganz einfachen Leibesernährung seine Zuflucht nehmen, was aber gewöhnlich nicht geschieht. Denn die meisten Menschen, so sie dem Leibe nach wieder durch eine glücklich gewählte Medizin nur erträglich gesünder werden, bekommen bald wieder Lust zu ihren alten Leckereien, werden darauf kränker, als sie ehedem waren, fangen an zu siechen und nehmen gewöhnlich ein sehr schmerzliches Ende. Siehe, darum hat auch Moses den aus der harten Knechtschaft Ägyptens erlösten Israeliten den Speisezettel vorgeschrieben! Die streng nach demselben lebten, blieben gesund bis in ihr hohes Alter; aber gar viele sehnten sich nur zu bald nach ihren ägyptischen Fleischtöpfen, und die Folge war, daß sie darauf bald krank, schwach und mühselig wurden und unter allerlei Leibeskrankheiten ihr diesirdisches Leben beschließen mußten. Und eine noch größere Betrübnis in dieser Hinsicht stellt sich bei den Kindern heraus. Erstens haben schon die Eltern früher nach links und rechts hin gesündigt und ihren Leib dadurch mit einer großen Anzahl von bösen und schädlichen Seelensubstanzen angefüllt, und das Kind war somit von einem sündigen Vater in den Leib einer noch sündigeren Mutter hinein gezeugt. Frage: Wie soll aus einem solchen Leibe ein gesundes Kind hervorgehen? Und zweitens ist die Mutter in ihrer Schwangerschaft am meisten lüstern nach allerlei Leckereien, und ihre Angehörigen wissen ihr keinen besseren Dienst zu erweisen, als nach Möglichkeit dem Verlangen des schwangeren Weibes nachzukommen. Bei dieser Gelegenheit bekommt das Kind den zweiten Stoß in seiner Gesundheit. Es ist nicht genug, daß es schon völlig krank aus dem Mutterleibe kam, sondern es muß darauf gleich mit einer noch schlechteren Muttermilch genährt werden. In dem besteht dann der zweite, noch gewaltigere Stoß in die Grundfeste der Gesundheit eines Kindes. Ist ein Kind aus diesen zwei Gesundheitsstößen noch so glücklich als möglich mit allerlei Arzneimitteln sozusagen mit heiler Haut davongekommen, dann kommt noch ein dritter Gesundheitsstoß. Das Kind wird natürlich größer, neckischer und für seine Umgebung liebens-würdiger. Da wird es dann bald über alle Maßen verzärtelt und mit allerlei Naschereien versehen; denn solche dummen Eltern können ihrem Zärtling nichts versagen. Was aber ist die Folge davon? Daß das Kind sich dadurch schon frühzeitig den Magen und die nötigen Verdauungswerkzeuge derart verdirbt und schwächt, daß es dann bald in allerlei Leibeskrankheiten verfällt und auch bald stirbt. Manche Kinder sterben schon im Mutterleibe, eine bei weitem größere Anzahl bald nach der Geburt in zwei bis drei Jahren, die meisten aber von vier bis zwölf. Die aber dann noch in ein reiferes Alter gelangen, müssen erstens gescheite und vernünftige Eltern haben und ein keusches und diätes (einfaches) Leben führen, sich nicht erzürnen und ärgern. So können sie zu einer noch ganz guten und erträglichen Gesundheit gelangen und auch sechzig - siebzig - achtzig Jahre und darüber alt werden; aber dann ist ihr Alter selbst schon so gut wie eine Krankheit, die immerwährend noch als eine Folge vom Mutterleibe und zumeist aber auch von den Jugendsünden herrührt. Aus dieser kurzen Darstellung ersiehst du, daß Ich durchaus nicht und nie der Urheber der menschlichen Leibeskrankheiten war, sondern die Menschen selbst, und zwar von dem Zeitpunkte an, als sie leichtsinnig und mutwillig genug Meine ihnen allzeit gegebenen Gebote und Regeln stets mehr und mehr zu verlassen anfingen und ihrem Verstande und ihrem Willen folgten, der durch die bösen Geister, die sich in der Luft, der Erde und im Wasser aufhalten, stets mehr und mehr verfinstert und verwirrt wurde. Die Alten wußten recht gut, daß die Nacht im Freien nicht der Menschen Freund ist; aber dennoch führten sie ihre großen Spekulationen in der Nacht aus. Jede solcher übermäßigen Spekulationen ist aber gleich einer a Dieberei und Mörderei, die - wie dir wohlbekannt - zumeist in der Nacht ausgeübt wird.Die Erde ist groß genug, um noch tausendmal so viele Menschen zu ernähren, als jetzt Menschen auf der Erde leben; aber die Habsucht, der Geiz und die Spekulationssucht hat die Ländereien abgegrenzt und abgemarkt, und die am meisten Reichen, Geizigen und Mächtigen haben oft die größten und besten Ländereien zu ihrem Eigentum gemacht und jeden verfolgt, der sich da widersetzen wollte. Und so kam es, daß mancher Mensch um hunderttausendmal der besten Ländereien mehr besitzt, als er zum Unterhalt seiner selbst und seines Hauses vonnöten hätte. Dafür mußten dann wieder viele Hunderttausende sich an die Meeresküsten begeben und sich ihre schlechte und ungesunde Nahrung aus dem Meere verschaffen. Dadurch ward die Schiffahrt erfunden, und die Menschen umschifften nach weit und breit die Ufer des Meeres und jagten keck den Schätzen und Reichtümern nach, welche das Meer in sich barg; und so leben heutzutage ganze große Völker am Meere und aus dem Meere, was alles bei den ersten Menschen der Erde nicht der Fall war. Wenn aber also - wie die Erfahrung lehrt -, wie kann ein nur einigermaßen vernünftiger und verständiger Mensch noch von ferne hin denken, daß die in dieser Zeit über alle die Maßen aus der früheren Ordnung getretenen Volker ebenso gesund sein und bleiben sollten wie diejenigen ersten Menschen der Erde, die schon vom Mutterleibe an niemals aus dieser Ordnung traten? Die gegenwärtige Krankheit vor dem Leibestode der Menschen ist demnach nichts anderes als die Folge der nahe gänzlichen Verlassung der alten Ordnung, ist aber auch zugleich ein Hüter der in manchen Menschen noch gesunden Seele, auf daß diese sich dann nach und nach aus ihrem schlechten Fleische zurückzieht, sich dadurch den Fesseln der bösen Seelensubstanzen ihres Leibes entwindet und, wenn diese ihr zu arg zu wirtschaften anfangen, sich mit Hilfe ihres besseren jenseitigen Geistes noch rechtzeitig aus ihrem Leibe für immer entfernt und darauf ewig nimmer nur den allerentferntesten Wunsch hat, sich je wieder in einen Leib zu begeben, - außer, sie ist schon als völlig böse aus dem Leibe getreten und sucht dann, um sich am Fleische recht bitter rächen zu können, in das Fleisch eines auf der Erde noch lebenden Menschen zu dringen und dasselbe auf die grausamste und unbarmherzigste Weise zu quälen, was ihr schon häufig gesehen und erlebt habt an den von bösen Geistern besessenen Menschen. Und mit dem, Mein Freund, habe Ich dir deine gestrige Frage sicher zur Übergenüge klar beantwortet.«
(Aus Johannes)
Sagte Ich: »Da kann Ich Selbst dir eben nicht ganz unrecht geben; denn auch Ich bin mit der gewöhnlichen Todesart der Menschen durchaus nicht einverstanden. Aber was kann da Ich dafür, so die Menschen sich selbst eine so bittere und unangenehme Todesart bereiten? Lebten die Menschen nur nach der ihnen schon vom Urbeginne hellst geoffenbarten Ordnung, so gäbe es auch nicht einen, der sich über das Bittere des Todes beklagen könnte. Die Altväter starben alle eines leichten und ganz sanften Todes; denn ihre Seelen verließen, so der Engel sie rief, mit großer Freude den Leib, der von den Kindesjahren an bis ins hohe Alter keine Schmerzen zu bestehen hatte, sondern stets zumeist kräftig und gesund verblieb, und der endliche Leibestod war auch keine Folge von großen Leiden und Schmerzen, sondern er erfolgte nur auf den stets ersehnten Ruf eines Engels, nach welchem die Seele bei und ohne allen Zwang aus dem Leibe trat, der Leib aber ohne den geringsten Schmerz gewisserart einschlief. Als aber dann die Menschen anfingen, stets mehr und mehr nach ihrem Sinne zu leben und sich mehr und mehr der Unzucht, Hurerei und andern schwelgerischen und die Sinne betäubenden Genüssen ergaben, so verdarben sie selbst ihre gesunde Natur, wurden schwach, elend und krank, und ihr Leibestod mußte dann selbstverständlich einen andern Charakter annehmen. Wenn du ein Messer nimmst, dich irgend ins Fleisch schneidest und dabei einen Schmerz empfindest, kannst du das bei gesunder Vernunft dem Schöpfer zur Schuld legen, oder möchtest du da nicht etwa auch sagen: "Ja, warum hat denn der Schöpfer dem Menschen nicht einen unempfindlichen Leib gegeben?" Ich aber sage dir: So dein Leib völlig unempfindlich wäre, wie möglich könnte er dann lebendig sein? Nur ein völlig toter Leib ist auch völlig unempfindlich! Ich setze aber den Fall, daß ein Mensch, wenigstens nach außen hin, einen unempfindlichen Leib hätte, etwa so, wie da sind seine Haare. Was wäre davon bei einem leichtsinnigen Menschen die nur zu bald sichere Folge? Selbstverstümmelungen aller Art und Gattung, so daß die Menschen am Ende gar keine menschliche Gestalt mehr hätten und auch zu keiner Arbeit mehr fähig wären. Damit aber die Menschen wenigstens doch noch ihre Außengestalt nicht zu sehr verstümmeln können, so ist ihnen die Empfindlichkeit als ein guter Wächter gegeben worden. Zudem aber versteht es sich schon von selbst, daß ein Mensch, der keine Empfindung für Schmerzen hätte, auch keine Empfindung für die Wonne und Seligkeit haben könnte; denn da bedingt eins das andere, und es kann eines ohne das andere nicht bestehen, ja nicht einmal gedacht werden. Ich weiß aber wohl, daß die Menschen infolge ihrer großen Blindheit nun und schon seit langem namentlich beim Sterben sehr viel leiden, und das erstens, weil sie zum größten Teil gar keine sichere Kunde vom Fortleben der Seele nach des Leibes Tode haben und gar viele schon in dem Glauben der Sadduzäer stecken, und zweitens, weil die Menschen durch ihre höchst unordentliche Lebensweise ihren Leib mit allerlei unreinen Geistern angefüllt haben, aus denen mit der Zeit unvermeidbar auch allerlei böse und schmerzvolle und auch den frühen Tod zur Folge habende Krankheiten entstehen müssen. Und so bin Ich auch aus dem Grunde Selbst im Fleische auf auf diese Erde gekommen, daß Ich dem Menschen jene Wege zu wandeln vorzeichne, auf denen er erstens wieder wahr und lebendig inne wird, daß und wie seine Seele als sein eigentliches Ich nach dem Tode des Leibes fortlebt, und zweitens, daß er so lange, als er auf dieser Erde zu leben hat, gesund und kräftig bleibe bis in ein hohes Alter und sein Scheiden kein schmerzliches und qualvolles, sondern ein fröhliches und höchst beseligendes werde. Und so kann Ich als der Herr des Lebens euch die volle Versicherung geben, daß derjenige, der - wohl verstanden! - Mein Brot essen und Meinen Wein trinken wird, den Tod nicht sehen, fühlen und schmecken wird. Mit andern Worten gesagt: Wer nach Meiner Lehre leben wird, der wird auch in ihre allbeseligende Wirkung versetzt werden. - Ich meine nun, daß du, Mein schriftgelehrter Freund, diese Sache anders verstehen wirst, als du sie ehedem verstanden hast?« Sagte der Schriftgelehrte: »Herr und Meister, nun verstehe ich die Sache freilich wohl anders und besser, als ich sie zuvor verstanden habe, und ich bin Dir auch von ganzem Herzen dankbar für das uns allen auch in dieser Hinsicht gegebene Licht; denn ich halte das für etwas höchst Wichtiges für den Menschen, daß er es wisse und am Ende auch lebendig fühle, was es mit dem Tode des Leibes für eine Bewandtnis hat, und wodurch dieser seine alten Schrecken, Schmerzen und Qualen verlieren kann. Denn nur durch ein sicheres und lebenswahres Innewerden alles dessen kann sich der Mensch erst zur wahren Würde eines Menschen von Gott aus erhoben fühlen, und sein Tierisches sinkt in den Staub der Nichtigkeit zurück. Aber es ergibt sich hier noch eine gar gewichtige Frage an Dich, da nur Du allein sie uns als lebensgültig beantworten kannst. Siehe, Herr und Meister, wir haben nun mit vollem und unser ganzes Wesen überzeugendem Glauben Deine Lehre angenommen und werden auch strenge nach ihren heiligst wahren Grundsätzen leben und handeln. Aber wir haben zuvor doch schon eine ziemliche Reihe von Jahren sicher nicht nach Deiner Ordnung unter allerlei Sünden durchgemacht. Es mögen sich bei solchen Gelegenheiten auch so manche unreinen Geister in unser Fleisch eingeschlichen und eingewurzelt haben, was ich nun aus so manchen Krankheiten, die ich schon zu bestehen hatte, nur zu klar entnehme. Würden diese leiblichen Krankheitsgeister durchs tätige Essen Deines Brotes und durchs Trinken Deines himmlischen Weines wohl noch so ganz hinausgeschafft werden können, daß sie in meinem Scheidungsmomente mich nicht mit einiger Qual drücken werden, oder werde ich der begangenen Sünden wegen am Ende doch noch auch die Herbe des Todes ein wenig fühlen und schmecken müssen?« Sagte Ich: »Wenn du also leben wirst, daß deine Seele in ihrem Geiste vollends wiedergeboren wird, so wird eben der Geist dann mit allen in deinem Fleische noch steckenden unreinen Geistern auch bald und leicht vollends fertig werden, und du wirst eines ganz seligen Todes sterben auch dem Leibe nach; aber so da jemand im allgemeinen zwar wohl nach Meiner Lehre ganz ernstlich leben und handeln, aber so geheim bei sich doch auch noch in seine alten Gewohnheiten verfallen wird, ja, da wird er diesseits auch nicht die völlige Wiedergeburt der Seele im Geiste erlangen können und wird sich's am Ende in aller Demut und Geduld schon müssen gefallen lassen, so er beim Scheiden mit noch manchen Leiden zu kämpfen haben wird. Denn da werden die Leiden das Feuer sein, durch das des Menschen Lebensgold von gar manchen Schlacken gereinigt wird; denn etwas geistig Unreines kann in den Himmel nicht eingehen, was soviel gesagt haben will als: Der feine Geist aus Gott kann sich nicht eher völlig einen mit der Seele, als bis diese alles der Materie und ihrem Gerichte Angehörige völlig aus sich für immer verbannt hat. - Wer demnach eines seligen Leibestodes von dieser Welt scheiden will, der muß auch das wohl berücksichtigen! Auch sollet ihr im Essen und Trinken mäßig sein und nach keinen verkünstelten Leckereien gieren, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten, und der Tod in einem hohen Alter wird gleich sein dem süßen Einschlafen eines müde gewordenen Arbeiters im wahren Weinberge Gottes. Die Seele wird dabei selig und hellsehend der morsch gewordenen Leibeshülle entschweben und alsogleich von vielen Freunden in die unbeschreibbaren Freuden der Himmel eingeführt werden und wird endlos froh und heiter sein, daß sie einmal von dieser Welt und ihrem Jammer erlöst worden ist.Wer sonach vollkommen nach Meiner Lehre leben und handeln wird, der wird auch vollkommen mit ihren seligen Wirkungen gesegnet werden; wer aber unvollkommen leben und handeln wird, der wird auch danach den Segen ernten. - Hast du, Mein Freund, das nun verstanden?«
Der selige, ruhig Tod (Aus Johannes) Sagte Ich: »Wenn du also leben wirst, daß deine Seele in ihrem Geiste vollends wiedergeboren wird, so wird eben der Geist dann mit allen in deinem Fleische noch steckenden unreinen Geistern auch bald und leicht vollends fertig werden, und du wirst eines ganz seligen Todes sterben auch dem Leibe nach. Aber so da jemand im allgemeinen zwar wohl nach Meiner Lehre ganz ernstlich leben und handeln, aber so geheim bei sich doch auch noch in seine alten Gewohnheiten verfallen wird, ja, da wird er diesseits auch nicht die völlige Wiedergeburt der Seele im Geiste erlangen können und wird sich's am Ende in aller Demut und Geduld schon müssen gefallen lassen, so er beim Scheiden mit noch manchen Leiden zu kämpfen haben wird. Denn da werden die Leiden das Feuer sein, durch das des Menschen Lebensgold von gar manchen Schlacken gereinigt wird; denn etwas geistig Unreines kann in den Himmel nicht eingehen, was soviel gesagt haben will als: Der feine Geist aus Gott kann sich nicht eher völlig einen mit der Seele, als bis diese alles der Materie und ihrem Gerichte Angehörige völlig aus sich für immer verbannt hat. – Wer demnach eines seligen Leibestodes von dieser Welt scheiden will, der muß auch das wohl berücksichtigen! Auch sollet ihr im Essen und Trinken mäßig sein und nach keinen verkünstelten Leckereien gieren, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten, und der Tod in einem hohen Alter wird gleich sein dem süßen Einschlafen eines müde gewordenen Arbeiters im wahren Weinberge Gottes. Die Seele wird dabei selig und hellsehend der morsch gewordenen Leibeshülle entschweben und alsogleich von vielen Freunden in die unbeschreibbaren Freuden der Himmel eingeführt werden und wird endlos froh und heiter sein, daß sie einmal von dieser Welt und ihrem Jammer erlöst worden ist. Wer sonach vollkommen nach Meiner Lehre leben und handeln wird, der wird auch vollkommen mit deren seligen Wirkungen gesegnet werden; wer aber unvollkommen leben und handeln wird, der wird auch danach den Segen ernten.
(Aus Johannes) Spricht der Herr: »Mein Freund, was da betrifft den ersten Punkt, so ist es schon einmal so in Meiner Ordnung begründet, daß der Leichnam aus gar verschiedenen und sicher sehr weisen Gründen nur langsam verwest und sich verwandelt. Wenn ein Mensch aber nach Meiner Ordnung gelebt hat, so wird sein toter Leib ohnehin schneller verwandelt und wird während dem Akte der Verwesung keine pestilenzialische Ausdünstung verbreiten. Nur wo in eines Menschen Leibe sich durch seine Sünden viele unreine Geister angesammelt haben, die sich dann während des Aktes der Verwesung lösen, da entwickelt sich der pestilenzialische Ekelgeruch und kann auf die Gesundheit der anderen Menschen einen bösen Einfluß nehmen, wenn der Leichnam zu lange unbegraben irgend im Freien sich befindet; doch ein paar Tage geben da auch noch keinen fühlbaren Ausschlag. Würde Ich aber einen Leichnam, der voll unreiner Geister ist, plötzlich auflösen lassen, so würden die dadurch in großer Masse freigewordenen unreinen Geister sich wohl auch gleich auf die Leiber der nächsten Menschen in Blitzesschnelle stürzen und sie sehr verderben und manche sogar töten. Beim langsamen Verwesen aber werden die unreinen Geister einmal zu einer Unzahl kleiner und auch größerer Würmer; diese Verzehren den Leichnam und endlich auch sich untereinander, verwesen dann selbst, steigen in schon lauteren Feuchtigkeiten auf die Oberfläche der Erde, wo sie wieder in allerlei Kräuter übergehen, und von diesen dann in ein reineres Gewürm und Insektentum. Und siehe, also will es Meine Weisheit und Meine Ordnung, und Ich habe dir nun eben so viel gesagt, was darüber dem Menschen zu wissen notwendig ist; ein Weiteres aber wird dir schon der Geist verkünden, wenn du es zu wissen benötigen wirst.«
Empfangen durch J. Lorber am 18. Oktober 1840
So schreibe denn hier, du Mein sehr fauler, unnützer und sehr schlechter und überaus dummer Knecht; da du nur mit Einem Augen auf mich siehst, und mit Einem Ohre anhörst Meine Stimme, und hast das andere Auge und Ohr hängen an der Welt; kehre Alles zu Mir, damit du beim Lichte Meines ewigen Tages erkennen möchtest den unendlichen Wert dessen, das Ich dir Nichtswürdiger gebe in solcher Fülle Meiner gnade, und sich vor zu großer Ehrfurcht nicht in die Nähe getrauen, da ein solch heiliges Licht (in neuen Worte) entströmt Meiner Liebe zu euch schnöden Sündern. Daher bedenke, was du empfängst und von Wem du es empfängst! Und saufe in Zukunft nicht wie ein Ochs den Becher der Unzucht und aller Hurerei; denn im Weine liegt der Geist des Fleisches und somit aller Hurerei, denn so du das noch ferner tun wirst, so werde Ich dich in aller Hurerei verfallen lassen und Alle, die so tun wie du; und dann möchtest du wieder lange Zeit haben, bis du den Weg zu Meiner Gnade finden wirst. – Und nun schreibe an den N.N. und sage ihm, daß Ich ihm sagen lasse: Bauch- und Magengenuß, so er unnötigerweise geschieht, taugt nicht zu Meinem Reiche. Denn der unnötige Saft macht schwarz das Fleisch der Brust und finster Meine zukünftig sein-sollende Wohnung, da der Geist nicht erweckt werden kann in der dreifachen Nacht, d.h. in der Nacht der Liebe, in der Nacht des Willens und dadurch in der Nacht der Sünde Ich gebe euch kein Gesetz, damit ihr nicht wieder Sklaven der Sünde werden möchtet; sondern, daß ihr frei werdet in Meiner Liebe, gebe Ich euch (nur) die Wege Meiner Liebe zu erkennen. Daher laßt ruhen euer Fleisch im Tode und wecket es nicht durch neue Reizmittel - damit da lebend werde euer Geist in Meiner Liebe durch eine sichere Hoffnung, aus der Wurzel eines wahren, lebendigen Glaubens, der da ist ein wahres Licht, entströmend Meiner großen Gnadensonne, deren Mitte die allerwärmende Ruhestätte Meiner ewigen Liebe ist. Schauet euch um, und ihr werdet alsobald diese Meine Sonne schon hoch am Morgen stehend erblicken und werdet auch schon tüchtig empfinden ihre sanfte Wärme. Aber euer Fleisch sollt ihr nicht wieder erwecken wollen zur Sünde; sonst würde und möchte Ich Meine Sonne für euch zum Untergange stellen. Euer Boden würde zur heißen Sandwüste. Und statt am wahren Brote der Himmel und an Meinem lebendigen Wasser würdet ihr euch sättigen an der Fata morgana (trügerische Lichtspiegelung) der Welt. Wohlgemerkt, Mein lieber N.N., siehe, Ich habe dich lieb und helfe dir über Hals und Kopf. Daher lasse das Fleisch ruhen im Tode, damit Ich deine Liebe erwecken kann und du bald schmecken mögest das ewige Leben in dir aus Mir! Halte auch deine Kinder hübsch im Zaume und lasse sie nicht in die Welt springen, und verramme wohl die Fenster deines Hauses, damit durch dieselben nicht ihre Sinne verwirrt werden! Der Welt stehen zwar wohl alle Pforten der Welt offen und alle Fensterläden ihrer Häuser. Allein nicht also soll es bei denen sein, die Ich zu Meinen Kindern aufnehmen möchte. Amen. Das sage Ich, euer aller Vater!
(Aus „Haushaltung Gottes", 2. Teil, Kap. 529)
König Lamech (als Oberproiester oder Führer des Volks) fragt den Herrn, der mit Henoch neben Lamech zu Tische saß, wie er sich mit seinem Volke zu verhalten habe betreffs der Vielweiberei, indem doch der Mann nahe tagtäglich zeugnungsfähig sei, aber andererseits doch der Anzahl der Individuen nach fast gleichviel männliche wie weibliche leben, also was da zu tun wäre, indem doch das Weib nur einmal im Jahre empfangen und eine Frucht ausreifen könne? 09] Der Herr aber erwiderte darauf dem Lamech: »Siehe, das ist eine recht gute und wahrhaft weise Frage, und eine vollkommene Antwort auf diese Frage darf dem wahren Führer eines so zahlreichen Volkes durchaus nicht fehlen; und so höre denn, Ich will dir auf deine weise Frage eine rechte Antwort geben: Siehe, wäre die Vielweiberei in Meiner Ordnung, so hätte Ich sicher im Anfange schon, als Ich den Adam als den ersten Menschen der Erde geschaffen hatte, welcher auf der Höhe noch zur Stunde lebt und noch etliche Jahre fortleben wird, für diesen ersten Menschen dreihundert und etliche sechzig Weiber erschaffen, auf daß er sein tägliches Zeugungsvermögen hätte in die natürliche Anwendung bringen können! 11] Aber siehe, Ich erschuf ihm nur ein Weib, und in dieser Anzahl gebe Ich noch bis zur Stunde für ein männlich Wesen nur ein weibliches; und daraus kannst du alsbald gar leicht den guten Schluß ziehen, daß dem Manne von Mir aus nur ein Weib bestimmt ist trotz seiner reichhaltigeren Zeugungsfähigkeit. 12] Was aber diese betrifft, so ist sie nicht gegeben der Vielzeugerei, sondern nur der kräftigen Zeugerei wegen; und so kann ein Mann mit einem Weibe zwar wenigere, aber dafür desto kräftigere Kinder zeugen, während bei der Vielzeugerei nur die größten und unreifsten Schwächlinge zum Vorscheine kommen können. 13] Denn jeder Same wird eine schlechte oder gar keine Frucht erwecken, so er nicht vorher zur vollen Reife gelangt ist. 14] Also ist es auch bei dem Menschen um so mehr der Fall, wo es sich doch um die Erweckung der alleredelsten Frucht handelt. 15] Also bleibe es bei einem Weibe, und dieses tut genug, wenn es alle drei Jahre nur eine Frucht ausreift. - Verstehst du solches?«
II. (Aus der „Haushaltung Gottes", 2. Teil Kap. 530) König Lamech nun erkennend die tiefen Gründe der Verwerflichkeit der Vielweiberei, und die Gerechtigkeit der göttlichen Ordnung, wonach ein Mann nur ein Weib haben soll, meint aber dennoch einen neuen gefährlichen Grund für die Vielweiberei etc. nicht in sich im Reinen zu haben; nämlich – meinte er -: „der Mann hat ein Gefühl, demzufolge er nicht nur ein, sondern viele Weiber ergreift (Matth. 5,28); und dieses Gefühl ist ein wahrer Nimmersatt, denn so da schon Jemand hääte zwei, drei und noch mehrere der schönen Weiber, käme aber dann an einen Ort, da es noch hundert wieder anders geformte schöne Weiber gibt, siehe, da drängt es ihn denn sobald gewaltigst, dass er sich in den Besitz auch dieser Hundert setzen möchte. Da aber andererseits nicht der Mensch sein Schöpfer, sondern nur Du es bist, warum denn solch ein trieb in ihm, der Deiner Ordnung zufolge nicht realisiert werden darf?" 11] Und der Herr erwiderte darauf: 'Siehe, da verhält es sich mit dem Gefühlsreichtume gerade also, wie es sich verhält mit der reichen Ausstattung der Zeugungsfähigkeit. 12] Das Gefühl, welches sich als ein mächtiger Zug oder Trieb im Herzen ausspricht, ist ebenfalls eine reiche Zeugungsfähigkeit, im Geiste aber nur. 13] Wenn aber der Mann ein geiler ist und seinen Samen auf den Gassen und Straßen verstreut, sage Mir, wird so ein grundgeschwächter Mann wohl je mit seinem aus- und durchgewässerten Zeugungsvermögen selbst mit einem wohl fruchtbaren Weibe mehr eine Frucht von gerechtem Maße zu zeugen imstande sein? 14] Siehe, das wird er nicht! Denn aus den Trebern preßt man keinen geistigen Saft mehr. 15] Also aber steht es auch mit dem Gefühlsreichtume: Der Mann sammle nur sein Gefühl im Herzen und kehre es dann zu Mir; und wenn es die gerechte Kraftreife wird erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrunde aller Dinge und somit auch aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühle ein Weib in aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbars auch nimmer anfechten. 16] Solches also aber wisse, daß auf dieser Welt alles im Menschen nur eine auszubildende Anlage ist für einen endlos erhabenen ewigen Zweck; daher soll er von den in sich wahrgenommenen Kräften nicht töricht eher einen Gebrauch machen, als bis sie zur Vollreife gelangt sind. 17] Wie aber die Früchte der Erde nur im Lichte der Sonne reifen, also reifen auch die geistigen Kräfte des Menschen in Meinem Lichte nur. 18] Daher soll jeder Mensch seine Kräfte auf Mich hinwenden, so wird er ein vollkommen reifer, mächtiger Mensch werden in Meiner Ordnung. Wer aber das nicht tut, der ist selbst schuldig an seinem Tode. - Verstehst du das?'
Ende Teil 1 von 3 Die kompletten
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