Von den Schriftgrundlagen:
Bibel und Neuoffenbarung
empfangen durch Jakob Lorber

Jesus: "Die Schöpfungsgeschichte des Moses kann
erklärt werden: Erstens: bloß rein naturmäßig, woraus man ein notwendiges
Werden in gewissen Perioden nach der ewig unwandelbaren Ordnung Gottes ersieht.
Daraus können alle Naturweisen ihren Verstand anfüllen und ihre unmöglich
anders als nur immer höchst seichten Betrachtungen ziehen; sie können auf
diesem Wege recht vieles eruieren, aber dabei doch niemals auf irgend einen
festen und haltbaren Grund kommen.
Zweitens: naturmäßig und geistig gemengt. Diese ebenfalls höchst wahre
Sphäre ist für die Menschen, die nach dem Wohlgefallen Gottes trachten, die
beste, weil da beides, wie Hand in Hand gehend, klar in der Tat, und in der
Erscheinlichkeit ersichtlich und begreiflich wird.
Drittens: rein geistig, wobei auf die Naturerscheinungen und ihre zeitweiligen
Bestände und Veränderungen nicht die allergeringste Rücksicht genommen wird.
Da handelt es sich bloß nur um die geistige Bildung der Menschen, die Moses gar
trefflich in den entsprechenden Naturbildern dargestellt hat. Dieses haben zu
verstehen alle Gottesweisen, denen die innere Bildung der Menschen anvertraut
ist.
Und endlich viertens: rein himmlisch, wo der Herr alles in allem ist und alles
auf Ihn Bezug hat. Wie aber dieses zu nehmen und zu verstehen ist, könnet ihr
nicht eher fassen, als bis ihr durch die volle Wiedergeburt eures Geistes mit
Mir eins geworden seid, so wie Ich auch eins bin mit dem Vater im Himmel, doch
mit dem Unterschiede, daß ihr alle mit Mir eins sein werdet in gesonderter
Persönlichkeit, während Ich und der Vater, der Meine Liebe ist, miteinander in
ewig ungesonderter Persönlichkeit vollkommen eins sind. "
Ev. Bd. 4, Kap. 163, 3-6
Gleichnis Jesu von Schale und Inhalt eines Eies für Hülle und Wahrheitskern des wahren Prophetenwortes. Jesu Ausdeutung: "Die Worte der Schrift sind gleich der Schale eines Eies, innerhalb welcher sich auch ein Dreifaches birgt, nämlich das Weiße und das Gelbe und in der Mitte des Gelben erst das rötliche Lebensknäulchen, welches den Lebenskeim birgt.
Diese Umhülsung aber muß in der materiellen Welt überall
da sein, wo nur immer etwas ist, auf daß das Innerste, Göttliche nirgends, nie
und von niemandem je kann verunreinigt werden. Weil aber überall in allem
Naturmäßigen Geistiges, Himmlisches und Göttliches steckt, was doch offenbar
die Allgegenwart des göttlichen Willens beweist, so besteht auch Entsprechung
zwischen allem, was in der Welt, im Geisterreiche, im Himmel und endlich gar in
Gott Selbst sich vorfindet."
Ev. Bd. 5, Kap. 272, 12-13
Jesus zu Seinen Jüngern: "Es können darum zehntausend
falsche Evangelien geschrieben werden, so wird immer nur das das einzig
wahre sein und verbleiben, das sich im Menschen, so er nach Meinen Worten leben
und handeln wird, nach Meiner Verheißung lebendig offenbaren wird, - und dieses
lebendige Evangelium wird auch bis ans Ende aller Zeiten der einzige Prüfstein
sein und bleiben, ob ein geschriebenes Evangelium echt oder falsch ist. An den Früchten also müsset ihr das erkennen; denn von den Disteln erntet man
keine Feigen und von den Dornhecken keine Trauben!"
Ev. Bd. 8, Kap. 79, 18-19
Jesus: "Die beiden Evangelien nach Matthäus und
Johannes sind bis auf einzelne Kleinigkeiten am meisten rein."
Ev. Bd. 1, Kap. 134, 12
Jesus: "Die Urschriften der Evangelien wurden weisest
aus dem Wege geräumt, auf dass mit solchen Reliquien keine Abgötterei
getrieben werde. Der Geist, der in den Originalen lag, ist auch in den
Nachschriften völlig erhalten worden. Mögen sie sich äußerlich noch so
unähnlich sehen, so sind sie aber im Innersten dennoch von ein und demselben
Geiste erfüllt, und mehr braucht es nicht! Denn am Buchstaben aber liegt ja
ohnehin nichts, sondern an einem und demselben Geiste."
Ev. Bd. 1, Kap. 134, 14-16
Jesus belehrt den Jünger Johannes, der durch lückenhafte
Berichte Verwirrung über Jesu Erdenleben befürchtet: "Es ist daher
besser, die Sache wird der Welt in aller Verhülltheit gegeben, und sie kann
sich dann bloß mit der Hülle zerbalgen, innerhalb deren aber dennoch der
Lebenskern unversehrt bleibt. Wenn es aber einst vonnöten sein wird, so werde
Ich schon von neuem Menschen erwecken und werde ihnen kundgeben alles, was hier
geschehen ist, und was die Welt zu erwarten hat um ihrer unverbesserlichen
Bosheit willen. Wie aber das alles geschehen wird, das werde Ich dir, du Mein
Bruder Johannes, nachdem Ich wieder in Meinen Himmeln wohnen werde, noch in
dieser Welt für alle Welt in verhüllten Bildern [Offenbarung des Johannes,
Bibel] offenbaren!
Ev. Bd. 1, Kap. 216, 13-15
Jesus: "Es werden auch gar bald nach uns eine Menge
geschriebener Evangelien zum Vorscheine kommen, von denen ein jedes behaupten
wird, die reine Wahrheit zu enthalten, und von denen ein jedes einem andern,
dasselbe behauptenden geschriebenen Evangelium gar nicht gleichsehen wird. Ja,
es wird noch ein viel Widrigeres geschehen: Der wider Mich zeugende Fürst der
Lüge wird auch noch dazukommen und wird sogar große, wenn auch nur falsche
Zeichen tun! Er wird in den Acker, darein Ich nun den reinsten Samen gestreut
habe, den argen Samen von allerlei Unkraut legen, um zu ersticken den edlen
Weizen. Aber es wird das alles Meiner wahren und reinsten Lehre an und für sich
gar keinen Eintrag machen; denn das hier von Mir zu euch gesprochene Wort wird
von euch auch wieder weitergesprochen und -besprochen werden, und ihr selbst
werdet euch nicht buchstäblich genau mehr Meiner Worte bedienen, was auch
durchaus nicht mehr nötig ist. Aber der innere Geist [meiner Lehre] wird
dennoch erhalten bleiben!
Ev. Bd. 5, Kap. 120, 5-6
Jesus zu Seinen ersten Aposteln: "Es ist besser, so die
Menschen nach Meiner vernommenen Lehre mehr handeln als dieselbe
niederschreiben; denn so der Schreibgeist unter den Menschen zu früh wach wird,
so werdet ihr in kurzer Zeit nach Mir eine Unzahl von geschriebenen Evangelien
sogar unter euren Namen entstehen sehen, und ihr werdet viel zu tun haben, alle
die falschprophetlichen Geschreibsel zu widerlegen. Darum möget ihr wohl viel
reden, aber wenig schreiben! Wenn aber die rechten Zeiten kommen werden, dann
soll schon auch viel geschrieben werden!"
Ev. Bd. 8, Kap. 79, 8
Der Herr zu einer lichtsuchenden Seele: "Nimm gerne das
Neue Testament zur Hand und lese es sorgfältig, so wirst du darinnen gar bald
des wahren Lebens Schule entdecken. - Und wirst du erst danach zu handeln
anfangen, so wirst du mit Strömen des ewigen Lichtes übergossen werden
und aus deinen Lenden wird fließen lebendiges Wasser!"
Hi. Bd. I, S. 409, 7
Der Apostel Paulus im jenseitigen Mittelreich zu lichtlosen
Seelen: "Das Wort Gottes ist es den Menschen verhüllt gegeben worden, auf
daß es in seinem Heiligsten nicht verunreinigt werden kann. Die Welt ist nichts
als eine auf eine bestimmte Probezeit gerichtete Lüge. So diese beim Menschen
aufhört, dann erst beginnt das Gottesreich der ewigen Wahrheit!"
Rbl. Bd. 2, Kap. 204, 9
Jesus in einem "Notabene" für die Jetztzeit:
"Beinahe alle die Städte und Orte, in denen sich Aufzeichnungen von Meinem
vielen Wirken und Lehren häufig vorfanden, sind zerstört und verwüstet
worden; nur die Kleinevangelien des Johannes und Matthäus sind noch, der
Sittenlehre für die Menschen eines guten Willens wegen, mehr oder weniger
sprachrichtig bis jetzt als echte Dokumente über Mein Wirken und Lehren
erhalten worden, so auch die Schriften des Lukas und des Markus, insoweit er das
von Paulus Vernommene in aller Kürze für sich aufgezeichnet hatte, und im
gleichen auch mehrere Briefe der Apostel, von denen aber auch viele
verlorengegangen sind, und die Offenbarung Johannis, aber freilich auch mit
einigen Sprachunrichtigkeiten, was der Hauptsache für den, der von Mir geführt
wird, keinen Eintrag macht."
Ev. Bd. 10, Kap. 25, 6
Jesus zu Seinem Jünger Johannes: "Du wirst aber über
das Wichtigste Meines Lehramtes auf dieser Erde in dem von dir geschriebenen und
bleibenden Evangelium noch hinzu über die außerordentlichen Lehren und Taten
anführen, daß du von ihnen nichts anderes sagst, als daß Ich noch gar vieles
gelehrt und getan habe, was nicht in diesem Buche geschrieben steht; und würde
man solches auch in Büchern aufschreiben, so würde sie die Welt, das heißt
die Menschen, nicht fassen. Und das ist genug. Daß Ich Mich aber übrigens
demjenigen, der an Mich glaubt, Mich liebt und Meine Gebote eben der Liebe
hält, Selbst offenbaren werde - was du schon vor längerer Zeit
niedergeschrieben hast -, das genüge einem jeden, der in Meinem Namen getauft
und gestärkt wird durch Meinen Geist aus den Himmeln!"
Ev. Bd. 10, Kap. 157, 3-4
Der Herr: "Jedoch ist in der Form dieser Bücher [der
Vulgata und der Lutherbibel] die Hauptsache aufbewahrt und für den Geist
völlig rein. Denn der innere Sinn blieb völlig rein unter was immer für einer
Form. Und das aber ist ja auch die Hauptsache. Daher kannst du dich an eine oder
die andere halten, und du kannst nicht irren und kannst darum auch ganz ruhig
sein. Denn auf den Buchstaben kommt es nicht an, sondern auf den Geist; dieser
ist es ja, der da lebendig macht!"
Hi. Bd. II, S. 175, 15-16
Jesus zu berufenen Verkündern Seiner Lehre: "Werdet
auch ihr nicht ganz imstande sein, alles Heidentum vollends siegreich zu
bekämpfen in kurzer Zeit, so wird aber das die reine Wahrheit in den späten
Zeiten doch gar wohl vermögen. In jenen Zeiten werde Ich wieder Männer und
sogar Mägde erwecken, die den Menschen diese Wahrheit ebenso rein und klar
überliefern werden aus Meinem Munde in ihren Herzen, wie Ich sie nun euch
Selbst mit Meinem leiblichen Munde verkünde."
Ev. Bd. 8, Kap. 42, 4-5
Des Herrn große Verheißung eines neuen Schriftwortes:
"Ebenso werde Ich von Zeit zu Zeit Menschen erwecken, denen Ich alles das,
was jetzt bei dieser Meiner Gegenwart ist, geschieht und gesprochen wird, durch
ihr Herz in die Feder sagen werde, und es wird dann das einfach Geschriebene auf
eine eigene, den dermaligen Menschen wohlbekannte kunstvolle Art in einer ganz
kurzen Zeit von einigen Wochen und Tagen in vielen Tausenden gleichlautenden
Exemplaren können vervielfacht und so unter die Menschen gebracht werden; und
da die Menschen in jener Zeit beinahe durchgängig des Lesens und Schreibens
wohl kundig sein werden, so werden sie die neuen Bücher auch selbst wohl lesen
und verstehen können. Und diese Art der Ausbreitung Meiner neu und rein
wiedergegebenen Lehre aus den Himmeln wird dann um vieles schneller und
wirksamer zu allen Menschen auf der ganzen Erde gebracht werden können denn so
wie jetzt durch die Boten in Meinem Namen von Munde zu Munde."
Ev. Bd. 9, Kap. 94, 4-5