Das innere lebendige Wort
empfangen durch Jakob Lorber

Der Herr: "Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir, und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen; jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen. Und wer Mich aller Welt vorzieht, Mich liebt wie eine zarte Braut ihren Bräutigam, mit dem will Ich Arm in Arm wandeln. Er wird Mich allezeit schauen wie ein Bruder den andern Bruder, und wie Ich ihn schaute schon von Ewigkeit her, ehe er noch war."
H. Bd. 1, Kap. 1, 1-2

Der Herr: "Der Geist der Liebe und Gnade ist in euch und ist in aller Weisheit. Wer ihn hört, der wird alles ergründen in der Tiefe der Tiefen. - Aber Seine Stimme ist nicht laut, sondern sehr stille, - aber eben darum alles durchdringend wie die Wärme der Liebe, und wie das Licht der Gnade, und wie die Kraft der erbarmenden Liebe eures heiligen Vaters."
H. Bd. 1, Kap. 6, 13 und 14

Der Herr: "Ihre äußeren Reize [die Reize der Welt] sind nur der Versuchung wegen da, damit sich die Menschen selbst richten sollen nach Meiner Liebe. Und sobald jemand dadurch an der Welt kein Wohlgefallen mehr finden wird, sondern nur an der stets wachsenden Sehnsucht nach Mir, dem wird dann alsobald das innere Auge und Ohr erschlossen werden, und er wird, wenn auch noch im sterblichen, ebenso verführerischen Leibe, alsbald wieder den heiligen Vater hören und dann und wann zu sehen bekommen."
H. Bd. 1, Kap. 80, 4

Petrus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: "Siehe uns an, die wir Seine ersten Jünger und Zeugen waren, ob wir viel mit Ihm äußerlich reden! Und siehe, dennoch reden wir mehr mit Ihm denn du und viele andere durchs äußere Mundwort; denn wir reden mit Ihm rein nur im Herzen und fragen Ihn um tausenderlei, und Er antwortet uns in klaren, wohlausgeprägten Gedanken, und so gewinnen wir doppelt. Denn eine Antwort des Herrn in des Menschen Herzen ist gewisserart schon sein Lebensanteil, während das äußere Wort erst durch die fortgesetzte Tat wegen der Übung der Seele zum Lebensanteil werden muß. - Sei daher nun nur ruhig und versuche es einmal in deinem Herzen, Mich um was immer zu fragen, und Ich werde dir die Antwort klar, deutlich, verständig und wohlvernehmlich in dein Mich wahrlich über alles liebendes Herz legen"
Ev. Bd. 2, Kap. 62, 9+14

Jesus: "Ich allein bin der Herr und tue alles nach Meiner höchst eigenen Liebe und Weisheit, und niemand kann zu Mir wirksam sagen: 'Herr, warum tust Du dieses und jenes?' Ja, der Mich in der Liebe seines Herzens fragt, dem werde Ich wohl eine sein Herz belehrende Antwort geben; wer aber mit Mir rechten wollte, dem wird keine Antwort, sondern ein Gericht nur erteilt!"
Ev. Bd. 3, Kap. 119, 12

Der Erzengel Raphael: "Wer Gott den Herrn wahrhaft liebt, der ist beständig bei Gott und in Gott. Und will er von Gott etwas hören und wissen, so frage er Ihn im Herzen, und er wird durch die Gedanken des Herzens auch sogleich eine vollste Antwort bekommen, und es kann sogestaltig jeder Mensch von Gott allzeit und in allen Dingen belehret und gelehret werden. "
Ev. Bd. 4, Kap. 23, 9

Jesus: "Wer von euch ein Freund der Armen sein wird aus vollem Herzen, dem werde auch Ich ein Freund und ein wahrer Bruder sein, zeitlich und ewig, und er wird nicht nötig haben, die innere Weisheit von einem andern Weisen zu erlernen, sondern Ich werde sie ihm geben in aller Fülle in sein Herz. Wer seinen nächsten armen Bruder lieben wird wie sich selbst und wird nicht hinausstoßen eine arme Schwester, welchen Stammes und welchen Alters sie auch sei, zu dem aber werde Ich Selbst kommen allzeit und Mich ihm treulichst offenbaren. Seinem Geiste, der die Liebe ist, werde Ich's sagen, und dieser wird damit erfüllen die ganze Seele und ihren Mund. Was der dann reden oder schreiben wird, das wird von Mir geredet und geschrieben sein für alle Zeiten der Zeiten."
Ev. Bd. 4, Kap. 79, 5

Jesus zu einem tief im Herzen bekehrten, einfachen Herbergswirt: "So du aber von nun an in Meinem Namen reden wirst, da brauchst du nicht zu denken, was du reden wirst, sondern Ich werde dir die Worte in den Mund legen, die du zu reden haben wirst. - Gedanken, so klar wie rein ausgesprochene Worte, wirst du in deinem Herzen empfinden und wirst sie dann ganz leicht aussprechen mit dem Munde. Darin liegt das Geheimnis Gottes im Menschenherzen"
Ev. Bd. 6, Kap. 79, 15 und 17

Jesus zu seinen Jüngern: "Ich kann doch nicht ewig in diesem Fleische auf dieser materiellen Welt verbleiben und doch fraget ihr beinahe wie Blindgeborene nach den Farben des Lichtes, wie Ich dann in der Folge bis ans Ende der Zeiten bei den Meinen verbleiben werde! Weil ihr aber das noch nicht verstehet, so will Ich es euch noch einmal sagen: Ich werde im Geiste, im Worte und in der Wahrheit bei den Meinen verbleiben, und die in großer Liebe zu Mir sich befinden werden, die werden Mich auch persönlich auf Momente zu sehen bekommen. Die aber nach Meinem Worte leben und nach der inneren Wahrheit desselben sorglich forschen werden, mit denen werde Ich reden durch das Verständnis ihres Herzens und werde also legen Meine Worte in ihr Gemüt, und in Meinem Namen wohlerzogene Jünglinge und Mägde sollen Gesichte haben, in denen ihnen erklärt wird Meine Wesenheit, die Himmel und das ewige Leben, wie auch das Los der Abtrünnigen und Bösen, und auch also werde Ich verbleiben bei den Meinen bis ans Ende der Zeit dieser Erde. "
Ev. Bd. 8, Kap. 55, 14-15

Jesus verheißt den wahren Nachfolgern und Verlündern Seiner Lehre: "Denn bin Ich auch nicht in dieser Meiner nun leiblichen Person irgend gegenwärtig, so bin Ich es aber im Geiste Meiner Liebe, Weisheit, Macht und Kraft; und dieser Geist wird euch allzeit lehren, was ihr zu tun und zu reden haben werdet. Er wird euch die Worte ins Herz und in den Mund legen, die ihr zu reden haben werdet. Und wie ihr allzeit also von Meinem Geiste belehrt werdet in aller Weisheit aus Gott, also werden auch eure gerechten Nachfolger ohne Dazwischenkunft Meiner leiblichen Persönlichkeit in allem belehrt werden."
Ev. Bd. 8, Kap. 200, 12-13

Jesus: "Wer an Mich glaubt, Meinen Willen tut und Mich liebt über alles und seinen Nächsten wie sich selbst, zu dem werde Ich Selbst kommen und Mich Ihm treulich offenbaren. In der Folge aber wird es also sein, daß am Ende ein jeder, den es wahrhaft nach Mir als der ewigen Wahrheit dürstet, von Mir belehrt werden wird; denn Ich, als die Wahrheit im Vater, bin gleich wie ein Sohn, der Vater aber ist die ewige Liebe in Mir. Wen sonach die Liebe oder der Vater zieht, der kommt auch zum Sohne oder zur Wahrheit."
Ev. Bd. 9, Kap. 37, 3

Jesus: "Mein Wort ist schon das Leben in sich und macht lebendig jeden, der es mit gutem Herzen vernimmt, - denn es geht da sogleich das Grundleben alles Lebens ins Leben des Menschen über; das Wort des Propheten aber ist nur ein getreuer Wegweiser und zeigt dem Menschen, wie er zu dem lebendigen Worte aus Meinem Munde gelangen und durch dasselbe ins Leben des Geistes übergehen kann."
Ev. Bd. 9, Kap. 56, 6

Jesus: "Leuchten in der Nacht nicht zahllos viele Lichter am Himmel? Und dennoch kannst du bei ihrer Beleuchtung keine Schrift lesen! Ebenso kann ein Mensch bei all dem Tausendgeflimmer seiner mühevoll errungenen Weltwissenschaften und gemachten Erfahrungen die innere Lebensschrift nicht entziffern. Wie man aber am Tage beim Lichte der Sonne jede noch so kleine Schrift wohl lesen kann, so kann ein Mensch, so durch das Tun nach Meinem Worte die innere Lebenssonne in ihm aufgegangen ist, dann auch seine innere, wahre Lebensschrift lesen und verstehen und erkennen die Verhältnisse alles dessen, was in ihm ist und ihn auch nach allen Seiten nach außen hin umgibt."
Ev. Bd. 9, 100, 12-13

Jesus: "Denn um im Herzen denken zu können, muß man eine eigene Übung haben; und diese Übung besteht in der stets erneuerten Erweckung der Liebe zu Gott. Durch diese Erweckung wird das Herz gestärkt und erweitert, wodurch dann des Geistes Bande lockerer werden, so daß sein Licht sich nach und nach stets mehr und mehr und freier und freier entwickeln kann."
Rbl. Bd. 1, Kap. 35, 6

Jesus: "Denn so der Mensch zu sehr und zu lange nur für die Ausbildung des Kopsverstandes und durch diesen rein nur für irdische Zwecke und Wohlfahrten gesorgt hat, da freilich muß es dann einem solchen Menschen völlig unmöglich vorkommen, auch im Herzen denken zu können, besonders so man einen ganzen Hegel, Strauß umd Ronge und dergleichen mehreres im Kopfe herumträgt. Ferner muß man sich auch der evangelischen Sittenreinheit zu erfreuen vollen Grund haben. Man muß kein Schwelger und hauptsächlich kein fleischlicher Unzüchtler sein. Denn die Unzucht und Hurerei tötet entweder beinahe ganz den Geist, oder, so sie schon den Geist auch nicht zu töten vermag, so verhindert sie doch für alle Zeiten die freie Entwicklung seines Lichtes [in der Seele]."
Rbl. Bd. 1, Kap. 35, 9-10

Der Engel Borem: "Manchmal legt einem der Herr aus sicher höchst weisen Gründen die Antwort auch nicht augenblicklich ins Herz, wie man sie oft haben möchte. Aber da heißt es dann, in aller Liebe und Ergebung ganz ruhig und gelassen abwarten, bis es dem Herrn gefällt, die erwünschte Antwort uns ins Herz zu legen!"
BM., Kap. 103, 4

Der Herr: "Sind die Menschen nicht mehr in Meiner göttlichen Ordnung, sind die Herzen sinnlich gestimmt, haben materielle Dinge und nichtige Weltsorgen in ihnen Platz genommen und Mein Wort und Meine Lehre untätig gemacht: da freilich kann Ich nicht mehr gesehen und gehört werden, weil da so ein werdendes Kind meiner Gnade, Liebe und Erbarmung dann wieder das gerichtete Kleid der Geschöpflichkeit angezogen hat - wozu es freilich auch die volle Freiheit hat".
BM, Kap. 184, 10


[Jakob Lorber]