mt.06,09-15
Jesu spätere Wiederholung des Vaterunser-Gebets 

empfangen durch Jakob Lorber

GEJ 10.032,03-08

03] Hierauf sagte der Hauptmann: »Herr und Meister, wie sollen wir bitten, daß wir Dir wohlgefällig und somit auch nicht vergeblich Dich um etwas Rechtes bitten könnten? Denn es kann ein Mensch auf dieser Welt in gar mannigfache Bedrängnisse gelangen und kann sich da mit einer rechten Abhilfe nur an Dich wenden. Wie aber soll er da bitten und beten?

04] Sagte Ich: »In jeder Not und Drangsal bittet mit natürlicher Sprache im Herzen zu Mir, und ihr werdet nicht vergeblich bitten!

05] So ihr aber Mich um etwas bittet, da a machet nicht viele Worte und durchaus keine Zeremonie, sondern bittet also b ganz still im geheimen Liebeskämmerlein eures Herzens: {a mt.06,07; jes.01,15; jes.29,13; 1 kön.18,26; sir.07,15; jl.ev01.195,04; jl.ev02.111,04-07; jl.ev03.036,03-05; jl.ev03.112,08-10; jl.ev03.209,03-04; jl.ev04.001,13-15; jl.ev10.032,04-05; b mt.06,06; 2 kön.04,33; joh.04,23-24; jl.ev01.027,12-15; jl.ev06.123,11; jl.ev10.032,05*; jl.ev10.102,18-19; jl.ev06.123,09-10; jl.ev09.209,06}

• mt.06,09] a Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! b Dein Name werde geheiligt. {a 9-13: =lk.11,02 b Ez.36,23; Ex.20,07; jl.ev10.032,06a}

06a] a Unser lieber Vater, der Du im Himmel wohnst, b Dein Name werde allzeit und ewig geheiligt! {a mt.06,09; =lk.11,02; b Ez.36,23; Ex.20,07}

• mt.06,10] a Dein Reich komme. b Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. {a lk.11,02 b lk.22,42; jl.ev10.032,06b}

06b] a Dein Reich des Lebens, des Lichtes und der Wahrheit komme zu uns und bleibe bei uns! b Dein allein heiliger und gerechtester Wille geschehe auf dieser Erde unter uns Menschen also, wie in Deinen Himmeln unter Deinen vollendeten Engeln! {a =lk.11,02; VatB.133; b lk.22,42; jl.ev09.043,07}

• mt.06,11] Unser tägliches Brot gib uns heute. {=lk.11,03; jl.ev10.032,06c}

06c] Auf dieser Erde aber a gib uns das tägliche Brot! {a =lk.11,03}

•  mt.06,12] a Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. b {a =lk.11,02 b mt.18,21-35; sir.28,02; jl.ev10.032,06d}

06d] a Vergib uns unsere Sünden und Schwächen, b wie auch wir sie denen allzeit vergeben werden, die gegen uns gesündigt haben! {a =lk.11,02; VatK.089; VatB.419; b mt.18,21-35; sir.28,02; jl.ev07.229,18; jl.gso1.084,19}

•  mt.06,13] Und a führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn b dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. {a =lk.11,04; joh.17,15; 1 kor.10,13 b 1 Chr.29,11-13; jl.ev10.032,06e}

06e] a Lasse nicht Versuchungen über uns kommen, denen wir nicht widerstehen könnten, und befreie uns also von allem Übel, in das ein Mensch infolge einer zu mächtigen Versuchung dieser Welt und ihres argen Geistes geraten kann; b denn Dein, o Vater im Himmel, ist alle Macht, alle Kraft, alle Stärke und alle Herrlichkeit, und alle Himmel sind voll derselben von Ewigkeit zu Ewigkeit! - {a =lk.11,04; mt.26,41; joh.17,15; 1 kor.10,13; VatB.218; b 1 Chr.29,11-13; VatB.353}

07] Siehe, du Mein Freund, also soll ein jeder bitten in seinem Herzen, und seine Bitte wird erhört werden, so es ihm mit derselben völlig ernst ist, - doch nicht pur mit dem Munde, sondern wahr und lebendig im Herzen! Denn Gott in Sich ist ein purster Geist und muß denn auch im Geiste und dessen vollster und ernstester Wahrheit angebetet werden.

08] Wenn du das nun einsiehst und begreifst, da tue denn auch danach und du wirst leben, wie auch ein jeder, der also tun wird!«

09] Auf diese Meine kurze Rede dankten Mir alle, und Ich segnete sie nochmals, entließ den bisher noch immer sichtbaren Raphael, der wie ein mächtiger Blitz in den ewigen Raum emporzuckte, worüber die noch anwesenden Römer erschraken und lange emporschauten, ob sie seiner Gestalt irgend ansichtig werden könnten, was aber nun nicht mehr möglich war.

10] Darauf aber entließ Ich auch die Mich auf diese Anhöhe begleitet Habenden und zog mit Meinen Jüngern auf der Anhöhe, von der aus eine fruchtbare Hochebene ihren Anfang nahm, eben die Hochebene entlang weiter, und wir erreichten auf derselben in ein paar Stunden eine kleine, alte Stadt, deren Einwohner zumeist aus Griechen und Römern bestanden; und etliche wenige ganz herabgekommene und verkümmerte Juden lebten auch unter den Heiden und hatten für sich eine kleine Herberge, die ihnen zur Not auch als Synagoge diente.


[Jakob Lorber]