Von den
Verführungskünsten Satans
empfangen durch Jakob Lorber

Jesus warnt die Seinen vor den Fallstricken und Verührungskünsten Satans:
"Der böse Geist ruhet nie, weder bei Tag noch bei der Nacht; er läuft
herum wie ein hungriger Löwe, seine bösen Einflüsterungen stimmen die Seele
hartherzig, unkeusch, ehebrecherisch, selbstsüchtig, herrschgierig, meineidig,
geizig, unbarmherzig, gegen alles Wahre und Göttliche gleichgültig, gegen Arme
und Leidende gefühllos und für allen Wohlgenuß auf der Welt gierig - stimmen,
so kann er solchen argen Bestrebungen des Satans auch allzeit eine offene Stirne
bieten, indem der Satan nur in die Sinne der Seele, nie aber in ihren Willen
einwirken kann. Ich habe euch denn nun auch die Merkmale gezeigt, aus denen, so
sie eure Seele beschleichen, ihr leicht erkennen möget, welch ein Geist sich in
eurer Nähe befindet, und was er mit euch vorhat. Wenn ihr so was an euch
merket, da gedenket dieser Meiner Lehre und Worte; richtet eure Seelen auf und
tut gerade das Gegenteil davon, als wonach es euch zu gelüsten anfängt, so
werdet ihr Meister des bösen Geistes! Und so ihr ihn in allen den angezeigten
Stücken werdet besiegt haben, dann wird er euch fürderhin in aller Ruhe
lassen, und ihr werdet mit ihm keinen Kampf mehr zu bestehen haben. Aber so ihr
nur in einem oder dem andern Stücke euch fangen lasset oder zum wenigsten in
irgend etwas leichten Sinnes nachgebet, so werdet ihr seiner bis an euer irdisch
Lebensende nicht leichtlich wieder völlig los.
Ev. Bd. 1, Kap. 217, 3-6
Der Herr: "Es wäre leichter möglich, den
Stummen japanische Worte aussprechen zu machen, als den Satan den Namen Meiner
Liebe. Die bösen Geister können nur weltlich agieren und zahllose Menschen zu
allen erdenklichen Leidenschaften, als da sind Herrschsucht, Hochmut, Stolz,
Hoffahrt, Habsucht, Neid, Haß, Hurerei, Wollust, Tanz, Prasserei, Völlerei
usw. gar sicher verblenden und verführen. Und in dieser Hinsicht ist ihnen Mein
(ihnen) unaussprechlicher Name ganz überflüssig. Und wenn schon Weltmenschen
von Mir nichts hören wollen und ihnen Mein, Name ein Greuel ist und sie
anwidert, um wie viel mehr muß er dem Satan greuelhaft und unendlich anwidernd
sein! Wer aber da bekennt und liebt ohne Furcht Meinen Namen, welcher ist Jesus,
der »Sohn« des lebendigen Gottes oder das »Wort« oder die »Liebe« des
Vaters - der liebt ja auch den Vater und kann unmöglich sein wider den Heiligen
Geist aus beiden, sondern für denselben und von demselben erfüllt durch und
durch. Wie und was soll denn da der Satan im Zorne und aller Falschheit zu
schaffen haben, wo der Geist der Ewigen Liebe alles neu aus Gott dem Vater und
so durch den Sohn schaffet?! O seht solches ein und seid allezeit ohne Furcht!
Denn Mein Reich muß allezeit unter mancher Prüfung an sich gerissen werden.
Und es muß die rechte Liebe allezeit die Feuerprobe bestehen, wie das reine
Gold; denn ohne solche Probe ist sie Meiner nicht wert.
Hi. Bd. I, S. 249, 6-8
Der Herr: "Nimmt euch in acht vor seiner [Satans] List; diese aber hat
keine Gewalt, sondern ist an und für sich also ohnmächtig, daß ihr sie
allzeit leichter denn eine Fliege mit eurem Hauche verwehen könnet, so ihr es
nur wollet! Wenn aber ein Mensch von seinem eigenen Herzen sich berücken läßt
und wird hochmütig, herrschsüchtig, fleischsinnig, weltsüchtig und
eigenliebig, sodann nähert sich ja der Mensch selbst eigenwillig dem Feinde des
Lebens, wird selbst ein Feind alles Lebens und nicht selten ärger noch denn der
eigentliche in Person, vor dessen List ihr euch verwahren sollet."
H. Bd. 2, Kap 158, 17 und 22
Satan hat den mächtigen himmlichen Geistern gegenüber keine andere Macht
als "die der Lüge und Überredungskunst!"
BM., Kap. 197, 12
Jesus zu dem Mäglein Jarah: "Es werden in etlichen Jahren auch über
dich noch so manche Versuchungen kommen, mit denen du trotz des größten
Vertrauens zu Mir zu kämpfen haben wirst. Aber durch die Kraft und Macht Meines
Namens wirst du alle Versuchungen zu Boden schlagen und wirst von da an erst
frei wandeln in Meinem Lichte. "
Ev. Bd. 3, Kap. 210, 15
Satan schmiedet in der Urzeit einen neuen Plan: "Ich
will dem Menschengeschlechte bald einen Köder legen, da ich zu versuchen das
Recht habe, und es soll sich gar bald zeigen, ob des Herrn Kinder wohl so fest
und unerschütterlich sind. Ich will bei den Zeugungen der Töchter in der Tiefe
zugegen sein und will sie so schön und reizend in ihrem Fleische werden lassen,
daß da ein jeder, der eine solche Tochter der Städte in der Tiefe ansehen
wird, ganz von ihrem großen Zauber soll gefangen werden! Solches kann und darf
ich ja tun, da das Fleisch noch in meiner Macht steht! Neben diesen schönen
Töchtern wird noch immer einer, der stark ist und tugendhaft, Gott
wohlgefällig einhergehen können! Ist er aber das nicht, da soll er an den
schönsten Töchtern wenigstens einen tüchtigen Probestein finden und eine
mächtige Gelegenheit, seine Tugend entweder zu festen oder zu schwächen, um
dadurch also vor Gott und mir zu stehen, wie er ist, - aber nicht, wie er ohne
Mühe und Sein-Selbst-Beherrschung (Beherrschung seines Selbst) sein möchte:
ein Herr sogar über mich und ein Fürst, mächtig in den Himmeln!
H. Bd. 3, Kap 32, 4-9
Der Herr zu Lamech: "Habe aber acht, daß dir die Schlange keinen
Streich spielt; denn sie hat schon in der Tiefe angefangen, das Fleisch der
Töchter zu kultivieren und gar glatt und fein zu machen! Warne daher Meine
Kinder vor den häufigen Besuchen der Tiefe, auf daß sie der Falle entgehen,
die ihnen da gelegt ist! Solches aber merke für alle Zeiten der Erde: Wenn du
sehen wirst, daß das Fleisch der Weiber stets fetter, weißer, feiner und
üppiger wird; wenn die Weiber mit bloßem Kopfe und Gesichte, mit nackter Brust
und nackten Händen einhergehen werden; wenn die Weiber lüstern den Männern
nachlaufen werden und die Mütter ihre Töchter putzen und schmücken werden und
werden sie am Tage und zur Nachtzeit ausführen, um durch solchen Außenflitter,
welcher da ist die allerärgste Kunst des Satans, irgendeinen Mann zu fangen,
auf daß er sich der Tochter ergeben und sie entweder zum Weibe oder wenigstens
gegen einen allerschändlichsten Unzuchtsmietlohn als Beischläferin auf Tag
oder Stunde zu nehmen sich entschließen möchte - habe acht, Lamech, was Ich
hier rede -; wenn das Weib über den Mann sich erheben wird und wird ihn
beherrschen wollen und ihn auch wirklich beherrscht, entweder durch ihre vom
Satan erlangten Fleischreize, oder durch Schätze und Erbschaften der Welt oder
durch einen gewissen vornehmeren Stand und vorzüglichere Abkunft wenn das
weibliche Geschlecht, das untergeordnet sein sollende, auf den armen Mann mit
spöttischen und verächtlichen Augen und Herzen herabblicken wird und wird
ausrufen: 'Pfui, welch ein Gestank um diesen gemeinen Kerl! Wie entsetzlich
häßlich ist doch dieser Mensch; welch ekelhaften Aussehens! Siehe an dies
gemeine Gesindel, dies Bettelvolk!' - dann, Lamech - höre! -, dann hat sich die
Schlange zum Herrn der Welt gemacht, schmählichst herrschend in ihrem
Geschlechte! Und dann - höre Mich wohl, Lamech! -, dann werde Ich die Welt
verlassen und sie übergeben der Macht dessen, dem sie huldigt, und werde mit
Fluch belegen alle Kreatur! Und Meine Ohren werde Ich verstopfen, auf daß Ich
nicht vernehmen werde können das starke Jammergeschrei der Elenden auf Erden,
um Mich zu erbarmen ihrer Not und ihrer Trübsal, - sondern um zur
festbestimmten Zeit Mein Gericht zu senden über alles Fleisch auf der Erde und
Meinen Zorn zu ergießen über alles Land und über alle Kreatur! Wahrlich, sage
Ich dir, die Welt hat schon einen großen Schritt zum Verderben gemacht! Darum
gehe hin und verkünde allorts, was Ich dir nun gesagt habe, und rufe alles Volk
zur Besserung zurück, - sonst wird es noch dein Sohn wie auch du zu einem guten
Teile erleben, wie es auf der Erde aussehen wird, so Ich Mich von ihr gänzlich
entfernen werde! Diese Worte beachte wohl, und sei Mir ein rechter Diener! Amen."
H. Bd. 3, Kap 122, 3-9
Jesus: "Es ist des Satans Lust, die [geistig] blinden Menschen durch den
in sie eingepflanzten Hochmut von der Ordnung Gottes soweit als möglich
wegzubringen; aber werden sie einst als Jünger seiner Schule drüben anlangen,
dann wird er sie verwerfen und zu seinen allerniedrigsten und scheußlichsten
Diensten stellen, in denen sie nach seinem bösesten Willen ewig werden zu
verbleiben haben! Der Satan als der Fürst der Finsternis läßt die Menschen
hier zu Göttern erhöhen, um sie dereinst zu den niedrigsten Scheusalen hinab
zu demütigen. "
Ev. Bd. 3, Kap. 207, 8-9
Auf die Frage des erleuchteten Griechen Philopold: "Aber,
o Herr und Meister, wie mochtest Du Dich von einem Erzteufel versuchen lassen,
und wie konnte er sich je Dir nur im geringsten nahen? Denn zwischen Dich und
einen Teufel ist ja durch Deine Weisheit und Macht eine solche Kluft gestellt,
über die kein böser Geist ewig je sollte gelangen können? Wer war denn dieser
überkecke böse Geist?" Jesus: "Es gibt zwar keine urgeschaffenen
Erzteufel in der Art, wie ihr euch dieselben vorstellet, - aber dennoch ist
alles der Materiewelt in seinem Urelement ebensoviel wie ein urgeschaffener
Erzteufel, und es ist darum eines, ob man da sagt, man werde von der Welt oder
von den materiellen Gelüsten des Fleisches versucht, oder man werde von dem und
jenem Erzteufel versucht; und wer sich von der Welt und seinem Fleische zu sehr
gefangennehmen läßt, dessen Seele ist dann auch ein persönlicher Teufel und
lebt im steten Vereine mit den argen, noch ungegorenen Materiegeistern nach dem
Tode des Leibes fort, und ihr Streben ist fortan gleich wie ihre Liebe ein
böses, und sie sucht denn auch fortan ihre arge Liebe zu befriedigen. Diese Art
Teufel können freilich wohl über die unermeßliche Kluft zwischen Mir und sich
nicht kommen; aber da Ich nun Selbst in diese Welt, die in sich voll Gericht und
somit auch voller Teufel ist, gekommen bin, so habe Ich auf eine Zeitlang aus
der tiefsten Tiefe Meiner Erbarmungen durch die Annahme des Fleisches eine
Brücke über die vorbenannte Kluft erbaut, ohne welche Brücke kein Mensch
dieser Erde je zur wahren und vollen Seligkeit gelangen könnte, und es versteht
sich von selbst, daß sich auf dieser Brücke Mir ein Teufel gleich wie ein
Mensch, wenn er auch noch so böse ist, nahen und in seiner gänzlichen
Blindheit Mich auch versuchen und auch auf das grimmigste verfolgen kann,
wennschon ohne Wirkung gegen Meine Macht, sondern nur zur steten Vermehrung
seines eigenen Verderbens."
Ev. Bd. 9, Kap. 134, 6-8
Jesus in der Geisterwelt: "Satan kann alle
Gestalten annehmen, wie er sie gerade zu seinem vermeintlichen Vorteil zu
brauchen wähnt."
BM., Kap. 114, 12