Warum Krankheit, Not
und andere Leiden?
empfangen durch Jakob Lorber

Der Herr zu einem Lichtsuchenden, der sich einen völlig
schmerzunempfindlichen Leib wünscht: "Also ist der Schmerz ja des Lebens
größter Wohltäter und allergetreuester Schutzwächter, ohne den das Leben auf
gar keine sonstige Weise als bestandbar gedacht werden könnte. Zudem ist dir ja
ohnehin ein schmerzloser Leib gegeben worden! So du ihn hältst nach Meiner
Ordnung und bist aufmerksam im Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Laufen, so
wirst du dein Leben völlig schmerzlos durchbringen; und so du mäßig bist im
Essen und Trinken, da wirst du auch verschont bleiben von innerem Wehe; und so
du nicht zu sehr den Werken des Fleisches obliegst, da wirst du nie erfahren,
was da ist ein Schmerz in den Gliedern! Der Schmerz aber ist ja das
eigentlichste Attribut des Lebens, ohne das du keine Sinne hättest! Er ist die
eigentliche Empfindung und die Wahrnehmung der Liebe; und so diese aus ihrer
Ordnung gerät, so empfindet sie solches in der Art des Schmerzes, die Ordnung
aber stets als ein überaus behagliches Gefühl. Wünsche dir daher den Schmerz
nie hinweg; denn er ist deines Lebens treuester Wächter und wird einmal auch
der Zusammenzieher und Sammler und völlige Retter des Lebens deines Geistes
werden.
H. Bd. 3, Kap. 72, 10-13
Jesus: "Über den Ich noch allerlei Leiden und Trübsal
zulasse, dem helfe Ich denn auch zur rechten Zeit; den Ich aber sein irdisch
stolzes und schwelgerisches Wohlleben unbeirrt fortgenießen lasse, der trägt
sein Gericht und seinen ewigen Tod schon in sich und sonach auch allenthalben
mit sich. Und somit weißt du nun denn auch, warum so mancher Weltgroße und
Weltreiche ungestraft bis zu seines Leibes Tode hin fortsündigen und
fortgreueln kann."
Ev. Bd. 9, Kap. 29, 13
Jesus zu zwei auf ihre Bitte geheilten Griechen: "Das
merket euch aber, daß es dem Menschen um seiner Seele willen eben nicht allzeit
zuträglich ist, so er völlig gesunden Leibes einherwandelt; denn ist sein
Fleisch zu gesund, da wird es auch leicht erregt für allerlei sinnliche
Lustreize, in die die Seele dann auch eher mitbegierlich wird, als so ihr
Fleisch kränklich und schwach ist, und so ist eine Leibeskrankheit gewisserart
eine Wache vor der Tür des inneren Lebens der Seele. Aber nun sollet ihr
dennoch völlig gesunden Leibes werden; aber hütet euch, daß ihr bei
Gelegenheiten, die bei Griechen sehr häufig vorkommen, nicht wieder in eure
alten Sünden und mit ihnen auch in noch ärgere Krankheiten verfallet! Habet
darum stets die Gebote Mosis vor Augen, in eurem Herzen und in eurem Willen!
Verleugnet euch selbst, und folget dem Geiste Meiner Lehre nach! Ich will nicht,
daß da jemand mit einem kranken Leibe dies irdische Willensfreiheitsprobeleben
durchmachen soll; so aber die Menschen den alten Rat Meiner Liebe und Meiner
Ordnung nicht beachten, sondern tun, was sie nicht tun sollen, so sind sie denn
auch selbst die Schöpfer aller Übel ihres Leibes und ihrer Seelen.
Ev. Bd. 9, Kap. 158, 11-13
Jesus zu Leidgeprüften, einst Reichen, mit Gott Hadernden:
Ihr selbst habt - was Ich gar wohl weiß - unter großer Drangsal Gott oftmals
um die Wegnahme eures Elends gebeten. Er aber ließ euch, die ihr zuvor in
großem Wohlstande, aber dabei auch in vieler leiblichen und geistigen Trägheit
als hochangesehene Leute gelebt habt, durch einige Jahre eine ernstere und
härtere Schule des Lebens durchmachen, auf daß ihr nicht nur des Erdenlebens
Anmut, sondern auch dessen Bitteres selbst erfahren solltet, um danach erst den
wahren Wert des Lebens und dessen Zweck in euch selbst zu erforschen und zu
erkennen. Ihr aber habt nun auch des Lebens Wermutbecher bis zum letzten Tropfen
verkostet und seid dadurch zu wahren und tief denkenden Menschen geworden,
fähig zur Aufnahme des wahren und lebendigen Gotteslebenslichtes aus den
Himmeln, und so hat Gott denn auch nun in dem Moment eure Bitten erhört, in dem
ihr Seiner Hilfe am meisten bedurftet! Und was Er nun euch getan hat, das hat Er
getreust schon gar sehr vielen Menschen getan, wenn sie sich wahrhaft gläubig
in ihrer Not an Ihn gewendet haben, und so könnet ihr nun nicht mehr sagen,
daß der wahren Juden Gotteslehre falsch und unwahr sei; wohl aber ist das die
Götterlehre aller Heiden!
Ev. Bd. 9, Kap. 20, 11-13
Jesus: "Mangel, Not und allerlei Elend lasse Ich nur
dann unter die Menschen kommen, wenn sie von Mir ganz abgefallen und zum Teil
finstere und dumme Götzendiener und zum Teil pur selbstsüchtige und gottlose
Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel nötigen die Menschen zum Denken
über die Ursachen ihres Elends, machen sie erfinderisch und scharfsichtig, und
es werden auf diese Art bald ganz kluge und weise Männer aus einem Volke
aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und ihnen die Quellen des
allgemeinen Elends zeigen. - Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so
würden sie auch nie in eine Not und in ein Elend verfallen.
Ev. Bd. 9, Kap. 35, 4 und 5
Jesus zu Petrus: "Die meisten Krankheiten, die die
Menschen zu durchleiden haben, sollen verhüten, daß die Seele nicht eins werde
mit dem Fleische, das sogar bei den Kindern des Lichtes aus dem gebannten Satan
genommen ist; nur ist bei den Kindern des Lichtes ein Unterschied darin, daß
ihre Leiden, wenn die Seele fleischlich werden will, vom Himmel aus verfügt
werden. Aber auch die Schmerzen der Kinder der Welt werden dahin aus den Himmeln
verordnet und zugelassen, sind aber im Grunde doch Schmerzen der Hölle, die der
Leib des Weltkindes als ein voller Teil der Hölle gleichsam mitfühlt, wenn die
Hölle dadurch in einen großen Stechschmerz versetzt wird, so ihr durch den
gewaltigen Einfluß der Himmel ein Teil ihres Gesamtlebens vom Grunde aus
abgerissen wird!"
Ev. Bd. 2, Kap. 169, 12
Jesus: "Krankheiten aller Art werden von Gott nicht
absichtlich verfügt, sondern nur zugelassen, damit die Menschen fürs erste
durch die Krankheiten vom zu vielen Sündigen abgehalten werden, und fürs
zweite, daß sie durch die bitter-schmerzlichen Krankheiten mehr von der Welt
abgezogen werden, in sich gehen, ihre Sünden erkennen, sie verabscheuen und so
in Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen selig werden können. "
Ev. Bd. 6, Kap. 55, 4
Jesus: "Seine böse Gicht war demnach auch eine Folge
seiner früheren, vielen Sünden. Und so ist es beinahe bei den meisten von Mir
Geheilten der gleiche Fall gewesen. Wären sie durch ihre vielen Sünden nicht
krank geworden, so wäre es auch um ihre Seelen geschehen gewesen. Nur eine
recht schwere und bittere Krankheit hat sie nüchtern gemacht und zeigte ihnen,
wie die Welt ihre Huldiger lohnt. Sie verloren durch die Krankheit ihre Liebe
zur Welt und sehnten sich, von ihr bald erlöst zu werden. Dadurch ward ihre
Seele freier, und es kam ihnen dann auch zur rechten Zeit die Heilung ihres
Leibes. "
Ev. Bd. 6, Kap. 56, 4
Jesus: "Fängt ein Übeltäter in der Leidensschulde an,
das Böse des Bösen selbst wegen zu verabscheuen und das Gute eben des Guten
wegen zu erwählen, so wird er in seiner Strafe geduldiger, da er sein Leiden
ganz recht findet und es für eine Wohltat, durch die sein Leben gebessert wird,
sieht und mit Geduld erträgt. Wenn der Übeltäter möglicherweise auf diesen
Punkt gekommen ist und sein Inneres im Ernste besser und besser wird, so ist es
dann erst an der Zeit, mit den äußeren Strafen insoweit nachzulassen, als eben
das Innere des früheren Übeltäters wahrhaft besser geworden ist. "
Ev. Bd. 7, Kap. 93, 10
Jesus: "Was soll aus einem körperlich ganz
verkümmerten Kinde auf dieser Erde werden, und besonders bei Eltern, die selbst
in allen Sünden geboren worden sind?! Wer wird sie erziehen, und wer wird sie
heilen von ihren Übeln?! Ist es da nicht besser, daß sie von dieser Welt
zurückgenommen werden und sodann dort im eigens für sie bestehenden
Kinderreiche von den Engeln großgezogen werden?!"
Ev. Bd. 6, Kap. 55, 5
Jesus: "Es gibt aber wohl auch kranke Menschen, die
wegen der Sünden ihrer Eltern oder auch Voreltern schon vom Mutterleibe aus
krank in diese Welt gekommen sind. Solcher Kranken Seelen sind zumeist von oben
her und machen nur eine zeitweilige Fleischprobe auf dieser Erde durch; für
diese ist aber jenseits im Reiche der Geister schon ohnehin bestens gesorgt, und
jeder, der sie pflegt und sie mit Liebe und Geduld behandelt, den werden sie
auch jenseits mit der gleichen Liebe und Geduld in ihre himmlischen Wohnungen
aufnehmen."
Ev. Bd. 6, Kap. 56, 10
Jesus: "Die Menschen kultivierten sich nur zu bald ihre
irdische Wohnwelt gar sehr, erbauten Städte und errichteten ein Prachtwerk ums
andere, wurden so in ihre Welt verliebt und vergaßen vor lauter Welt Gott und
wurden sogar Gottesleugner. Kam dann auch ein Seher, von Gott erweckt, zu
solchen Menschen, so wurde er nur ausgelacht, und niemand achtete auf den Sinn
seiner Rede. - Wenn nun Gott eines solchen Menschen Seele fürs ewige Leben
erhalten will, so muß Er ihr durch allerlei körperliche Leiden dazu verhelfen,
und zwar dadurch, daß eine solche zu sehr an der Welt hängende Seele eben
durch so manche Leiden und Schmerzen mehr und mehr von der Welt abgezogen wird,
ohne die sie ganz von der Materie der Welt und somit von ihrem Tode und Gerichte
an sich gezogen und verschlungen würde. Und seht nun, das ist der Grund, warum
nun auf der Erde die Menschen so manches und vieles zu erleiden haben!"
Ev. Bd. 6, Kap. 162, 4+6
Jesus zu einem römischen Oberstadtrichter, der nach der
Ursache schmerzhafter Krankheiten fragt: "Besehet die vielen tausend
allerartigen Leckerbissen, mit denen die Menschen ihre Mägen und Bäuche
füllen, und es wird dir gleich klarwerden, welch eine Unzahl von allerlei
ungegorenen, somit unreinen, bösen und schädlichen Substanzen bei solcher
Gelegenheit oft den ganzen menschlichen Leib in Besitz nehmen und ihn nach und
nach stets mehr zu martern und zu quälen anfangen! Denn solche
verschiedenartigen Substanzen geraten dann in einem Menschenleibe in einen
beständigen Kampf, den er nur dadurch auf so eine Zeitlang zu beschwichtigen
vermag, daß er zu allerlei aus der Erfahrung bekannten Kräutern und Wurzeln
seine Zuflucht nimmt und mit ihrer Hilfe (die Neigung) der inneren
Seelensubstanz zur Revolution stillt. Aber solch eine Gesundheit ist nie von
einer Dauer, besonders bei dem alten Menschen, - er müßte denn auf längere
Zeit hin zur ganz einfachen Leibesernährung seine Zuflucht nehmen, was aber
gewöhnlich nicht geschieht. Denn die meisten Menschen, so sie dem Leibe nach
wieder durch eine glücklich gewählte Medizin nur erträglich gesünder werden,
bekommen bald wieder Lust zu ihren alten Leckereien, werden darauf kränker, als
sie ehedem waren, fangen an zu siechen und nehmen gewöhnlich ein sehr
schmerzliches Ende."
Ev. Bd. 10 Kap. 182, 5-6
Jesus zu einem bekehrten indischen Weisen: "Um was ihr
den Vater bitten werdet in Meinem Namen, das wird euch auch gegeben werden. Denn
der Vater allein ist gut und hat kein Wohlgefallen an den Leiden der Menschen;
aber Er hindert auch nicht, daß solche über die Menschen kommen, so sie aus
lauter Weltsinn des Vaters vergessen, keinen Glauben haben und sich selbst in
alles das begeben, was ihnen alles mögliche Ungemach bereiten und bringen muß.
Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch nun treulich gezeigt habe, so
werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein
leichter sein!"
Ev. Bd. 8 Kap. 16, 10-11
Jesus: "Über Menschen, die durch allerlei
Welttümlichkeiten ihre Seele zu sehr in ihr Fleisch vergraben haben, kommen am
Ende bittere Leiden; denn eine solche Seele muß, damit sie nicht völlig
verderbe in ihrem Fleische, mit großer Gewalt von ihm losgetrennt werden, und
dies muß dann auch im Leibe große Schmerzen erzeugen. Und das ist noch gut
für die Seele, weil sie durch die Schmerzen und Leiden von ihren fleischlichen
Gelüsten gereinigt wird und dadurch im Jenseits einen leichteren Fortgang und
ein sichereres Vorwärtsschreiten auf der Bahn des geistigen Lebens
findet."
Ev. Bd. 8 Kap. 16, 12
Jesus auf die Frage Seiner Jünger, warum Er einigen
Schwachgläubigen nicht aus ihrer Not geholfen habe: "Bei diesen aber,
deren Bitte Ich unerhört ließ, tut eine Heimsuchung mit allerlei Not und Leid
not; denn dadurch werden sie aus ihrer alten Trägheit aufgerüttelt, werden in
der Geduld geübt, und ihre Herzen werden sanfter und barmherziger werden, als
das bis jetzt der Fall war. Denn Ich bin nicht nur allzeit ein Helfer, sondern
da, wo es not tut, auch ein gerechter Richter."
Ev. Bd. 8 Kap. 161, 3
Jesus: "Es ist wohl wahr, daß des Menschen Leben von
der Geburt an bis zum Abfalle des Leibes von gar vielen Drangsalen und Leiden
aller Art behaftet ist; aber so er nach der erkannten Ordnung Gottes lebt und
dadurch in sich schon auf dieser Erde das lebenshelle Bewußtsein überkommt,
was ihn im andern, wahren Leben erwartet, so wird er alle die oft noch so
bitteren Prüfungen, die alle nur zur Erweckung des Geistes Gottes ja seiner
Seele ihm zugelassen werden, mit aller Geduld und Standhaftigkeit ertragen und
dabei vollauf frohen Mutes sein."
Ev. Bd. 9 Kap. 119, 19
Jesus zu einer armen Familie in Emmaus: "Gott hat euch
stark geprüft, und ihr habt ohne Murren in voller Ergebung in den Willen Gottes
alles, was da über euch gekommen ist, ertragen, Gott hat euch aber auch nun, wo
eure Not das Vollmaß erreichte, auf eine wunderbare Art schnell geholfen, und
diese Hilfe wird bei euch verbleiben nicht nur zeitlich bis ans Ende eures
irdischen Lebens, sondern auch über das Grab hinaus für ewig! Warum ihr aber
auf dieser Erde von Gott so stark geprüft worden seid, das werdet ihr im andern
Leben [im Jenseits] erst zur Einsicht bekommen."
Ev. Bd. 7, Kap. 130, 15