Zwangslosigkeit in
Glaubensdingen
empfangen durch Jakob Lorber

GEJ 1, 93, 4-6 und 8
Jesus: "Von Mir aus soll nie jemand zu was immer gezwungen werden! Wer Mich annehmen will, der nehme Mich an, und wer Mir und Meiner Lehre folgen will, der folge! Denn Ich und Mein Reich sind frei und wollen daher auch in aller Freiheit errungen sein!
Vor Mir gilt nur die freieste Selbstbestimmung. Alles, was darüber oder darunter ist, hat vor Mir und Meinem Vater, Der in Mir ist, wie Ich in Ihm, keinen Wert!
Denn jeder Zwang von irgendwo anders her als aus dem höchst
eigenen Herzen ist fremd und kann für jedes Menschen ebenfalls nicht fremdes,
sondern allein nur höchst eigenes Leben unmöglich irgendeine Geltung haben in
Meiner ewigen, also allerfreiest dastehenden Ordnung.
Also ist auch die volle Ausbildung des eigenen Lebens jedem Menschen in die höchst
eigenen Hände gelegt.
GEJ 4, 39, 4
Jesus: "Wahrlich, wer Mein Wort und Meine Lehre mit dem Schwerte in der Hand verbreiten wird, der wird für seinen Eifer keinen Segen von Mir überkommen, sondern selbst in die größte Finsternis hinausgestoßen werden! Wenn du ein Gemach mit reinen Öllampen zur Nachtzeit erleuchtest, so werden alle, die darin sind, ein erfreuliches Licht haben; zündest du aber das ganze Gemach an, so werden alle dir zu fluchen anfangen und dich fliehen wie einen wütenden Narren."
GEJ 6, 7, 5-6
Jesus: "Jeder innere, moralische Zwang ist schon an und für sich ein Gericht; denn was ein Mensch nicht annimmt und tut mit seinem freiesten Willen und aus seiner völlig selbstischen (selbsteigenen) Erkenntnis und Überzugung, das gereicht ihm nicht zum Leben, sondern nur zum Gerichte. Soll der Mensch ganz gut und voll des wahren, geistigen Lebens werden, so darf er dazu durch gar kein anderes Zwangsmittel genötigt werden als allein durch seinen eigenen, ganz freien und festen Willen.
Weder Gesetz noch Lohn oder Strafe dürfen ihn irgend dazu bestimmen, sondern allein sein freier Glaube, seine innere Überzeugung, sein reines Erkennen, dann seines Außenmenschen Gehorsam und sein freier Wille, der aus der reinen Liebe zu Gott und zu allem Guten und Wahren hervorgehen muß."
GEJ 6, 7, 9-10
Jesus: "Meine Zeichen sollen nur zur Bekräftigung dessen dienen, daß Ich wirklich Der bin, als der Ich Mich den Menschen darstelle. Darum verwarne Ich euch noch einmal, von dem, was ihr in dieser Nacht alles hören und sehen werdet, ja niemandem etwas zu sagen, damit in seinem Gemüte ja keines Menschen Herz gefangen werde! Ihr selbst aber sollet euch davon auch nicht gefangennehmen lassen in euren Herzen, sondern euch allein leiten lassen durch Mein Wort und dessen Wahrheit.
Denn so ihr frei aus euch heraus allen Meinen Zeichen widersprechet und euch frei füget nach der Wahrheit Meiner Worte, so habet ihr dennoch das ewige Leben in euch und dessen vollste Freiheit; lasset ihr euch aber nur von den Zeichen bestimmen und achtet auf die Wahrheit Meiner Worte nicht, so seid ihr gefangen, stehet im Gerichte, seid nichts als pure Maschinenmenschen ohne inneres, wahres Geistesleben und somit tot, so wie ein Stein tot ist."
GEJ 6, 221, 10
Jesus: "Wer an Mich glaubt, der wird das ewige Leben haben, und es werden Ströme des lebendigen Wassers aus seinen Lenden fließen; wer aber nicht glaubt, der wird das ewige Leben nicht in sich haben, sondern nur den Tod der Welt und alles Gericht! Aber Ich dränge Mich dadurch niemandem auf, sondern überlasse alles jedermanns freiestem Willen."
GEJ 5, 10, 9-10
Jesus: "Ich mache euch ja auch zu keinen gebundenen, sondern zu ganz freien Boten zur Verkündigung des Reiches Gottes auf Erden. Wohl sollet ihr von Mir allzeit die Weisung, was da oder dort zu tun und zu reden sein soll, überkommen, - aber niemals eine Willensnötigung dazu, da ja ihr vor allem auch Meine lieben und nun völlig ganz ersten Kindlein seid!
Ich werde weder euch noch jemand anderm je Meinen Willen nach Meiner Weisheit aufdrängen, sondern ihn nur bekanntgeben durch Worte und durch Rat; da müsset ihr ihn erst selbst durch euren Willen und durch die Tat zu dem eurigen machen, und zwar durch allerlei Selbstverleugnung in den verschiedenen Dingen dieser Welt."
GEJ 7, 62, 4
Jesus: "So Ich euch Menschen zu Maschinen machen wollte, so kostete Mich das nur einen mit Meinem Willen verbundenen Gedanken, und der ganze Tempel, ganz Jerusalem und das ganze große Land, in dem die Juden wohnen, würden Mich unmöglich für etwas anderes erkennen als für den Messias - Jehova Zebaoth! Aber wäre allen Juden und auch allen Heiden damit geholfen? Ich sage es dir: Wahrlich, nicht um ein Haar mehr als dieser hölzernen Speiseschüssel, die - wie du das sogleich sehen sollst - sich nach Meinem Willen nach allen Richtungen hin zu bewegen anfangen wird!"
GEJ 4, 249, 5-6
Jesus: "Seid denn wohl äußerst vorsichtig bei der Ausbreitung Meiner Lehre, daß ihr sie ja niemandem aufdränget, weder durch das Schwert und noch weniger durch zu auffallende Zeichen! Die Wunde mit dem Schwerte ist zu heilen, aber die eines zu grellen Wunderzeichens nahezu nimmer. Wo ihr demnach mit dem Worte ausreichet, da wirket ja keine Zeichen."
GEJ 7, 62, 7
Jesus: "Es ist für den Menschen ein freier Unglaube um endlos vieles besser als ein durch Wundermittel erzwungener Glaube; denn die vollste und selbständigste Freiheit des Willens im Menschen ist der große Plan Gottes im Menschen. Der Mensch kann wohl ganz unschädlichermaßen von Gott belehrt werden, was er zu tun hat, um in sich des Lebens Vollendung zu erlangen; aber von Gott wie auch von einem andern Geiste darf er dazu nie mit einer Macht genötigt werden. Denn wird er das, so ist er gerichtet und somit für sich völlig tot und besteht als ein freies und selbständiges Wesen gar nicht mehr."
GEJ 4, 251, 3
Jesus: "Daran werden allzeit Meine wahren Jünger zu erkennen sein, daß sie sich untereinander lieben werden also, wie Ich euch alle liebe, und daß sie Meinen Namen und Mein Wort niemals mit dem Schwerte verkünden!"
GEJ 8, 20, 3, 10-11
Jesus: "Meine Lehre gibt euch die höchste Freiheit und kann darum nicht mit dem Schwerte und mit den Ketten der finsteren Sklaverei verkündet werden; denn was dem Menschen die höchste Lebensfreiheit verschaffen kann und wird, das muß er auch in seiner vollen Freiheit anerkennen und annehmen.
Darum gehe eure Sorge bei der Weiterverbreitung (Meiner Gebote) vor allem darauf hin, daß ihr ihnen damit kein neues und schwer zu tragendes Joch auf den Nacken bürdet, sondern daß ihr sie dadurch von dem alten frei machet!
Wenn der Mensch mit freiem Gemüte die lichte Wahrheit Meiner Lehre und Meines besten väterlichen Willens erkennen und einsehen wird, so wird er sich dann schon selbst mit seinem freien Willen ein auch freies Mußgesetz daraus machen und wird frei danach handeln, und das auch allein nur wird ihm zur wahren Wohlfahrt der Seele gereichen, aber ein ihm gegebenes Mußgesetz schwerlich je oder auch gar niemals, und das darum, weil erstens ein Mußgesetz für den freien Willen eines Menschen ganz wider Meine göttliche Ordnung ist und den Menschen nur verfinstert und nie erleuchtet, und zweitens, weil mit dem Mußgesetz sich die Gesetzverkünder sogleich eine höhere, nur ihnen zukommende Gewalt anmaßen, darum bald stolz, hochmütig und herrschsüchtig werden und zu den als rein göttlich pronunzierten (ausgesprochenen) Satzungen auch aus einer angemaßten göttlichen Gewaltsinnehabung, vor der ihre Gläubigen oft mehr als vor Gott Selbst zittern und beben müssen, eigene arge Satzungen als göttlichen und ihnen neu geoffenbarten Willen hinzufügen und auf deren Beachtung stets ein viel größeres Gewicht legen als auf die Beachtung der rein göttlichen Gebote."
GEJ 8, 20, 6
Jesus: "Alle die Gebote, die Ich den Menschen gab, waren eigentlich niemals (Muß-)Gesetze, sondern nur Ratschläge, die Meine ewige Liebe und Weisheit den freien Menschen erteilte. Aus diesen Meinen den Menschen erteilten Ratschlägen haben dann erst die Menschen in der Meinung, Mir dadurch eine desto größere Ehre zu erweisen, strengst zu haltende Gesetze gemacht, deren Nichthaltung sie mit zeitlichen und ewigen Strafen sanktionierten."
GEJ 8, 126, 6
Jesus: "Die Seele des Menschen muß durch einen guten Unterricht und dann durch ihr eigenes Forschen, Prüfen, Erkennen, Glauben und Wollen ins innere, lebendige Licht ihres aus Gott ihr innewohnenden Geistes gelangen, dann ist ihr für ewig wahrhaft geholfen; jede andere Gewalt, ihr nach deiner Idee zu helfen, würde nur zerstörend und nie heilend auf ihre Lebenselemente einwirken."
Hi., II, S. 82, 5
Der Herr zu Jakob Lorber und dessen Freunden: "Daher sollt ihr keiner Sekte und keinem Orden angehören, wollt ihr leben, sondern allein Meiner Liebe, darinnen keine Schranken sind ewig!"